2012 wurden mehr GV-Pflanzen angebaut

Weltweit wuchs die Anbaufläche auf 170 Millionen Hektar

08.03.2013 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Über 17 Mio. Landwirte weltweit nutzen gentechnisch verändertes Saatgut - 90 Prozent davon sind Kleinbauern in Entwicklungs- ländern. (Quelle: © Yogesh More / Fotolia.com)
Über 17 Mio. Landwirte weltweit nutzen gentechnisch verändertes Saatgut - 90 Prozent davon sind Kleinbauern in Entwicklungs- ländern. (Quelle: © Yogesh More / Fotolia.com)

Im Jahr 2012 wurden weltweit auf 170 Millionen Hektar Anbaufläche gentechnisch veränderte (GV) Pflanzen angebaut. Das resümiert der Jahresbericht der Agro-Biotechnologie-Agentur ISAAA. Dabei wurden erstmals in Entwicklungs- und Schwellenländern mehr GV-Pflanzen angebaut als in Industrieländern.

Laut dem jährlich erscheinenden Bericht der Agro-Biotechnologie-Agentur ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications) wurden im Jahr 2012 in 28 Ländern der Erde gentechnisch veränderte (gv) Pflanzen auf insgesamt 170 Millionen Hektar Fläche angebaut. Damit stieg die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um gut 6 Prozent (2011: 160 Millionen Hektar).

Der Bericht betonte, dass seit dem ersten kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen im Jahr 1996 (mit 1,7 Mio. ha.) die Fläche auf das 100fache angestiegen ist.

Wo wird was angebaut?

Spitzenreiter war auch in diesem Jahr die USA mit 69,5 Millionen Hektar Anbaufläche, gefolgt von Brasilien mit 36,6 Mio. ha und Argentinien mit 23,9 Mio. ha.
Dabei stieg die Anbaufläche am meisten in Brasilien: Mit einem Zuwachs von über 6 Mio. ha war Brasilien nunmehr das vierte Mal in Folge das Land mit dem höchsten Flächenzuwachs an mit Hilfe der Gentechnik gezüchteter Pflanzen.

Zwei Länder kamen neu dazu: Sudan baute 2012 erstmalig Baumwollsorten und Kuba Maissorten an, die mit Hilfe gentechnischer Methoden verändert wurden.

Europa spielt im Bericht eine marginale Rolle. Hier beschränkte sich der Anbau auf 130.000 ha Maisanbau in Spanien (90 Prozent der gesamten europäischen Anbaufläche) und Portugal, sowie kleinere Flächen in Tschechien, Rumänien und der Slowakei. Deutschland taucht im Jahresbericht 2012 nicht mehr auf. Ebenso Schweden und Polen wo der kommerzielle Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ebenfalls eingestellt wurde.

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Anbaufläche (in Mio. Hektar) von gv-Pflanzen pro Land (Daten-Quelle: ISAAA Brief No. 44-2012; executive summary)

Weltweit konzentriert sich der Einsatz der Gentechnik auf vier Kulturpflanzenarten: Mais, Soja, Baumwolle und Raps. Lediglich in China, den USA und Kanada bauten Landwirte auch weitere gentechnisch veränderte Kulturarten an: Zuckerrüben (USA, Kanada), Alfalfa (USA), Papayas (USA, China), Kürbisse (USA), Pappeln (China), Tomaten (China) und Paprikas (China). 

2012 nutzten über 17 Millionen Landwirte weltweit gentechnisch verändertes Saatgut. Laut Aussage von ISAAA sind dies 600.000 mehr als im Jahr zuvor. Bemerkenswert bleibt der Trend, dass es vor allem Kleinbauern oder ressourcenarme Landwirte in Entwicklungsländen seien (90 Prozent), die gentechnisch veränderte Sorten nutzen, so der Bericht.

Entwicklungs- und Schwellenländer im Fokus

Von den insgesamt 28 Ländern, die 2012 gv- Pflanzen angebaut hatten, waren 20 Entwicklungs- und Schwellenländer – also drei Mal mehr als Industrieländer. Nach Angaben des Berichts haben die Entwicklungs- und Schwellenländer zum ersten Mal mehr gentechnisch veränderte Pflanzen (52 Prozent) angebaut als die Industrienationen (48 Prozent des globalen gv-Anbaus).

Die Anbaufläche stieg in Entwicklungs- und Schwellenländern im Jahr 2012 um 11 Prozent (8,7 Millionen Hektar) im Vergleich zum Vorjahr. In den Industrieländern wuchs die Anbaufläche um moderate 3 Prozent um 1,6 Millionen Hektar.

Die kontinuierliche Zunahme an Anbauflächen weltweit, so ein Fazit des Berichts, wird zukünftig langsamer wachsen. Es stellt sich bei den etablierten Eigenschaften (Resistenzen gegen Insekten und Unkrautbekämpfungsmittel) in den entsprechenden vier Kulturpflanzen eine Sättigung ein. Dies betrifft die Märkte sowohl in den Entwicklungs- und Schwellenländern als auch in den Industrieländern, so der ISAAA-Bericht.

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