Was auf den Tisch kommt...

Forscher entwickeln Methode, die sowohl ökologische als auch gesundheitliche Auswirkungen von Mahlzeiten bewertet

27.03.2015 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Um die gesundheitlichen und umweltrelevanten Aspekte von Nahrung zu bewerten, wählten die Forscher acht typische Mittagsmahlzeiten, darunter: Rinderrouladen. (Bildquelle: © Christian Schwier - Fotolia.com)
Um die gesundheitlichen und umweltrelevanten Aspekte von Nahrung zu bewerten, wählten die Forscher acht typische Mittagsmahlzeiten, darunter: Rinderrouladen. (Bildquelle: © Christian Schwier - Fotolia.com)

Eine kombinierte Berechnungsmethode, die sowohl ökologische als auch gesundheitliche Aspekte von Mahlzeiten erfasst, soll es Verbrauchern ermöglichen, sich gesund und klimabewusst zu ernähren.

Gesund essen und gleichzeitig das Klima schonen – das klingt für viele sehr anstrengend. Viele Faktoren spielen in die gesundheitlichen Auswirkungen von Lebensmitteln und in ihre mehr oder weniger umweltschonende Erzeugung hinein. Noch komplizierter wird es bei ganzen Mahlzeiten. Damit muss man sich schon intensiv auseinander setzen, wozu vielen einfach die Zeit fehlt. Forscher des Wuppertal Institutes für Klima, Umwelt und Energie haben daher in einer neuen Veröffentlichung die wesentlichen klima- und ernährungsrelevanten Aspekte verschiedener Mahlzeiten untersucht, bewertet und für den Verbraucher verständlich grafisch dargestellt. So ist auf den ersten Blick erkennbar, ob man sich gerade gesund und klimaschonend ernährt oder nicht.

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Ökologischer Fußabdruck eines Menüs mit Rinderrouladen, Kartoffeln und Gemüse

Bildquelle: © Wuppertal Institut

Ökologie und Ernährung

Aktuell verbraucht der Mensch weltweit etwa 1,5-mal mehr Ressourcen pro Jahr als die Erde zur Verfügung stellen kann, insbesondere für Energie, Verkehr, Wohnen, Freizeit und Ernährung. Zur Übernutzung der Ressourcen kommt die steigende Klimabelastung durch Treibhausgase. Um von diesem Trend wegzukommen, wird verstärkt auf Nachhaltigkeit gesetzt. Das bedeutet unter anderem, dass Ressourcen nur soweit genutzt werden dürfen, wie sie sich auch regenerieren können. Nun kann man aber im Bereich Ernährung nicht einfach den Hahn zu drehen, denn die Menschheit muss auch weiterhin so gut wie möglich mit Lebensmitteln versorgt werden. Trotzdem gibt es auch hier Möglichkeiten zum nachhaltigen Umgang, denn die verschiedenen Lebensmittel unterscheiden sich bei der Erzeugung deutlich: So gilt es heute bereits als Binsenweisheit das die Produktion von Fleisch wesentlich ressourcenintensiver und damit belastender für die Umwelt ist als die Herstellung von heimischem Gemüse. Gleichzeitig gilt häufiger Fleischkonsum als Ursache für viele Krankheiten, häufiger Gemüsekonsum hingegen als gesund.

Untersuchung á la Carte

Um die gesundheitlichen und umweltrelevanten Aspekte von Nahrung zu bewerten, wählten die Forscher acht typische Mittagsmahlzeiten, die auch oft in Kantinen angeboten werden (Gemüse-Lasagne mit Feta, veganes Chili sin Carne, Kartoffelpuffer mit Apfelmus, großer gemischter Salat mit Baguette, gebratener Seefisch mit Kartoffeln, Brokkoli und Remoulade, Currywurst-Pommes-Mayo, Rinderroulade mit Kartoffeln und Gemüse in Rotweinsauce, Spaghetti Bolognese mit kleinem Salat) und untersuchten sie auf zweierlei Weise: Einmal auf Ernährungsfaktoren wie Energiezufuhr, Ballaststoffe, Eisen-, Natrium- und Folsäuregehalt und gesättigte Fettsäuren, zum anderen auf Umweltaspekte wie CO2-Freisetzung, Wasser-, Rohstoff- und Landverbrauch.

Die einzelnen Punkte der beiden Rubriken wurden zunächst für jede der acht Mahlzeiten analysiert und bewertet, so dass für jede Mahlzeit ein ökologischer und ein Ernährungswert zustande kamen. Diese beiden Werte wurden wiederum zusammengefasst und ergaben so einen gemeinsamen Wert, der sowohl den ökologischen als auch gesundheitlichen Aspekt abbildet.

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Ökologischer Fußabdruck einer vegetarischen Lasagne mit Gemüse und Feta.

Bildquelle: © Wuppertal Institut

Vegan is(s)t gut

Wie zu erwarten war, schnitt die Rinderroulade mit einem Wert von 2,5 am schlechtesten ab, gefolgt von Currywurst und Spaghetti Bolognese mit je 2,25. Danach folgte der Fisch mit einem Wert von 1,75 und somit einem mittleren negativen Effekt. Gut schnitten hingegen fleischlose Mahlzeiten ab: Der Kartoffelpuffer hatte einen Wert von 1,5, die vegetarische Lasagne von 1,25, der Salat und das vegane Chili sin carne erreichten den besten Wert von je 1,125. Aus diesen Berechnungen erstellten die Forscher Grafiken, die auf den ersten Blick zeigen, wie gesund und umweltfreundlich bestimmte Mahlzeiten sind.

Es ist ganz einfach

Mit dieser Methode könnte in Zukunft ein Menü zum Beispiel auf einer Speisekarte gekennzeichnet werden, so dass jeder weiß, welche Auswirkungen das Essen auf die Umwelt hat und welchen Einfluss auf die eigene Gesundheit, so die Meinung der Forscher. Vegetarische und vegane Mahlzeiten sind demnach für den täglichen Konsum am besten geeignet, sowohl aus Ernährungssicht als auch von der Umweltfreundlichkeit her. Mahlzeiten mit einem mittleren Wert wie der Seefisch könnten nach Meinung der Forscher ein bis zweimal in der Woche gegessen werden. Menüs wie Currywurst, Rinderroulade oder Spaghetti Bolognese sollten dagegen nur selten auf den Tisch kommen. Aber ob mit oder ohne Abbildung, eines ist klar: Wer sich öfter mal für eine fleischlose Mahlzeit entscheidet, tut für Umwelt und Gesundheit viel Gutes.

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