Studie zur Bedeutung der Pflanzenzüchtung in Deutschland

Was leistet die deutsche Pflanzenzüchtung und welche Unterstützung benötigt sie?

Interview mit Dr. Steffen Noleppa

13.08.2013 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Dr. Steffen Noleppa, Mitautor der Studie
Dr. Steffen Noleppa, Mitautor der Studie "Die gesellschaftliche Bedeutung der Pflanzenzüchtung in Deutschland". (Quelle: © Dr. Noleppa)

Warum steigen die Preise für Agrargüter seit dem Jahrtausendwechsel stetig an? Und wie lange kann der Züchtungsfortschritt mit der steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln überhaupt noch mithalten? Dr. Steffen Noleppa von agripol – network for policy advice GbR und Mitverfasser der Studie „Die gesellschaftliche Bedeutung der Pflanzenzüchtung in Deutschland“ stand der Redaktion von Pflanzenforschung.de in einem Interview Rede und Antwort.

Pflanzenforschung.de: Die Erkenntnisse der deutschen Pflanzenzüchter haben in den letzten 20 Jahren zu höheren Erträgen auf weniger Fläche geführt. Lässt sich ein derart züchterischer Erfolg auf Dauer fortsetzen? Wo liegen die Grenzen? Wie lange können Landwirte den Bedarf der Weltbevölkerung noch decken?

Dr. Noleppa: Die Pflanzenzucht hat schon seit viel längerer Zeit außerordentlich viel geleistet – übrigens auch für Wohlstand und Ressourcen - sowie Klimaschutz, wie unsere Studienergebnisse belegen. Aktuell führt sie zu höheren Flächenerträgen, die für Deutschland unseren Berechnungen zufolge bis zu 1 % je Jahr ausmachen, aber auch zu verbesserten Qualitätseigenschaften von Sorten. Diese Erfolge lassen sich nicht unbedingt in Ertragserhöhungen messen, vielmehr in verbesserten Resistenzeigenschaften, stabilen Ernten etc. Aus dieser, unserer Rückschau auf Vergangenes kann man nun aber nicht zwangsläufig auf Grenzen für die Zukunft schließen.

Zu fragen ist dennoch, ob wir uns so langsam den Grenzen nähern, denn historisch waren bspw. die Ertragsfortschritte größer, trotz aller Bemühungen und einer F&E-Quote deutscher Pflanzenzüchter von über 16 %. Zu diesem Ergebnis kommen übrigens auch andere Studien für andere Länder und Weltregionen. Die Frage nach den Grenzen könnte sich also sehr bald deutlich stellen, wenn es uns nicht gelingt, politisch und technologisch gegenzusteuern.

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Die Studie: Die gesellschaftliche Bedeutung der Pflanzenzüchtung in Deutschland
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Bildquelle: © hffa

Und zu Ihrer anderen Frage: Wir leben in einer Zeit, in der die Nachfrage nach agrarischen Rohstoffen stark ansteigt und solange das Angebot mit dieser Steigerung Schritt halten kann, bleiben die Preise als Signal für Knappheit konstant. Wir alle aber wissen, dass die Agrarpreise seit etwa der Jahrtausendwende im Trend ansteigen. Folglich haben wir zu konstatieren: Das Angebot wird zunehmend knapper. Im Umkehrschluss heißt das: Nicht alle Bedarfe lassen sich mehr ausreichend oder anders gesagt nur zu höheren Kosten bzw. Preisen decken.

Pflanzenforschung.de: Worin sehen Sie die Gründe, dass die Preise für Agrargüter seit der Jahrtausendwende kontinuierlich ansteigen?

Dr. Noleppa: Ich habe bereits darauf hingewiesen. Die Nachfrage steigt schneller als das Angebot. Das ist die grundlegende Ursache. Und die Nachfrage nach Agrarprodukten steigt schneller, weil immer mehr Menschen auf der Welt leben und immer mehr Menschen wohlhabender werden. Dieser Wohlstand schafft u.a. veränderte Ernährungsgewohnheiten. Kurz gesagt: Mehr Menschen auf der Welt essen mehr Fleisch und andere weiterverarbeitete und veredelte Produkte und diese Nahrungsmittel nehmen vergleichsweise viele Ressourcen in Anspruch. Hinzu kommen neue Nachfragen, wie die nach Bioenergie und anderen industriellen Rohstoffen; denken Sie z.B. auch an die Textilindustrie und in diesem Zusammenhang an eine wachsende Nachfrage nach Baumwolle.

Auf der anderen Seite steigt natürlich auch das Angebot, aber eben nicht so schnell wie die Nachfrage. Das hat aus meiner Sicht vor allem drei Gründe: Die von mir bereits erwähnten abnehmenden Ertragsfortschritte, dann höhere Produktionskosten, vor allem weil die Abhängigkeit der Landwirtschaft von Energie als Input immer größer wird und diese Energie teuer ist und schließlich unser Bestreben – aus guten Gründen – möglichst wenig zusätzliches naturbelassenes Land für landwirtschaftliche Nutzungen umzubrechen.

Pflanzenforschung.de: Welche Forschungsbereiche benötigen in Zukunft unbedingt finanzielle Unterstützung?

Dr. Noleppa: Wir haben nachweisen können, dass Pflanzenzüchtung ein Forschungssegment ist, das eine hohe Innovationskraft in sich birgt. Insofern ist es nur redlich zu sagen, dass hier ein Forschungsschwerpunkt zu setzen ist und dass dieser Schwerpunkt aus gesellschaftlicher Perspektive auszubauen ist. In der Tat wird in Deutschland in diesem Bereich unterinvestiert. Zum einen steckt die öffentliche Hand m.E. zu wenig Geld in entsprechende Forschungsprojekte der vorwettbewerblichen Züchtung, z.B. im Rahmen der Bundesforschungseinrichtungen und konkret bei der Erfassung und Erschließung genetischer Variation, dem so genannten Pre-Breeding. Zum anderen sind die augenblicklichen gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht dazu geeignet, dass die privaten Züchter mit ihren Investitionen ein höheres wirtschaftliches Risiko eingehen.

Ich möchte aber noch einen Schritt weiter gehen und hinzufügen: Wir brauchen im Allgemeinen viel mehr Agrarforschung und vor allem solche Forschungsprojekte, die an der Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft ansetzen. Deshalb darf man den Pflanzenschutz und die Pflanzenernährung, die Maschinen- und Erntetechnik und – um eine letztes Beispiel zu nennen – die Futterverwertung und Leistungssteigerung in der Tierhaltung keinesfalls als Forschungsfeld vernachlässigen.

Pflanzenforschung.de: Haben sie in Ihrer Studie Unterschiede bei der Züchtung von Kulturarten gefunden? In welchen Kulturpflanzenarten ist die Züchtung auf einem sehr hohen Stand und welche haben nach Ihrer Meinung Nachholbedarf?

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Gerste ist eine Nahrungs- und Futterpflanze. Genussmittel wie das Bier benötigen Braugerste als Ausgangsstoff. Aber Gerste kann noch mehr, Gerste ist eine wichtige Modellpflanze für andere Getreidearten wie z.B. den Weizen.

Gerste ist eine Nahrungs- und Futterpflanze. Genussmittel wie das Bier benötigen Braugerste als Ausgangsstoff. Aber Gerste kann noch mehr, Gerste ist eine wichtige Modellpflanze für andere Getreidearten wie z.B. den Weizen.

Bildquelle: © iStockphoto.com/ Nadezhda Emelyanova

Dr. Noleppa: Ja, wir haben einige Unterschiede gefunden. So ist z.B. der durch Pflanzenzucht in Deutschland generierte Ertragsfortschritt der letzten 20 Jahre bei Hybridpflanzen und im Hackfruchtbereich höher als etwa bei Hülsenfrüchten oder Mais für die bioenergetische Nutzung. Bei den klassischen Getreidepflanzen Weizen, Gerste und Roggen liegt er in etwa im Durchschnitt. Interessant ist dann auch noch, dass öffentliche Züchtungsforschung stärker bei Gerste, einer typischen Modellpflanze, und so genannten Randkulturen aktiv ist. Das hängt mit Vorsorgeverpflichtungen des Staates etwa in Bezug auf die Lücken- und Sicherheitsforschung zusammen.

Aus diesen Unterschieden einen besonderen Nachholbedarf für einzelne Kulturen abzuleiten, wäre aber nicht der richtige Ansatz. Man muss berücksichtigen, dass insbesondere privat finanzierte Pflanzenzuchtforschung zuvorderst an lohnenswerten Märkten ansetzen muss, und dass es mitunter deutlich mehr als zehn Jahre braucht, damit sich in der Praxis Ertragswirkungen zeigen. Tatsächlich vorgenommene größere Züchtungsinnovationen in den vergangenen Jahren von denen wir wissen, z.B. im Bereich Mais für die bioenergetische Verwendung, können von daher noch gar nicht ausreichend in messbaren Ertragsparameter erfasst werden, sind aber sehr wohl in der „pipeline“ und werden in einigen Jahren sicherlich unsere Analyseergebnisse akzentuieren.

Ein Nachholbedarf – wie Sie ihn nennen – sollte folglich nicht mit vergangenen Resultaten bei einzelnen Kulturarten begründet werden, vielmehr mit aktuellen Problemen und Herausforderungen. Hierzu zählen z.B. Resistenzen, neu einwandernde Schädlinge und Krankheiten, bessere Toleranzen gegenüber klimatischen Stressfaktoren sowie qualitative Anforderungen an pflanzliches Rohmaterial, etwa für neue industrielle Verwendungen. Losgelöst davon sollte immer gelten: Zucht auf weitere Ertragsfortschritte ist ein Muss.

Pflanzenforschung.de: In der Studie erwähnen Sie die Vielfalt der Züchtungsunternehmen in Deutschland. Dabei gibt es große mit konzernähnlichen Strukturen, viele mittelständische aber auch sehr kleine Familienunternehmen. Gibt es Unterschiede in der Innovationskraft und wie bewerten Sie diese Vielfalt in der Züchtungslandschaft? Ist diese ein deutsches Phänomen oder weltweit ähnlich aufgebaut?

Dr. Noleppa: Grundsätzlich haben wir keine Unterschiede in Bezug auf die wirtschaftliche Stärke der Pflanzenzüchtungsunternehmen untersuchen können, das geben die vorhandenen Daten nicht her. Die Vielfalt der Strukturen in Deutschland, die wohl in der Tat global einzigartig ist, ist für mich aber insgesamt ein Zeichen großer Innovationskraft und hoher Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Pflanzenzüchtung. Das und auch der Grad der dadurch erreichten Spezialisierung dürften also einen großen Teil des anhaltenden internationalen Erfolgs deutscher Pflanzenzuchtunternehmen ausmachen und stellt aus meiner Sicht ein wertvolles Gut an sich dar, das es zu erhalten gilt.

Nur so ist es uns im Übrigen in Deutschland gelungen, auch heute noch ein relativ breites Kulturartenspektrum zu bearbeiten, was sich in einer hohen Sortenvielfalt äußert. Das ist längst nicht mehr die Regel. In den USA z.B. hat im Bereich der cash crops ein Konzentrationsprozess über die Jahre dazu geführt, dass einige Kulturarten nicht mehr durch private Züchter bearbeitet werden und mangels adäquaten Ersatzes durch öffentliche Forschung Innovationen ausbleiben.

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Bildquelle: © Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BDP)

Pflanzenforschung.de: Wo siedeln Sie die deutsche Züchtungsforschung im internationalen Vergleich an? Gibt es Unterschiede in der Finanzierung der Züchtung in z.B. den USA, Frankreich oder Australien im Vergleich zu Deutschland?

Dr. Noleppa: Diese Frage haben wir im Rahmen unserer Studie nicht im Detail untersuchen können, wir haben uns auf Deutschland konzentriert, und allein das war eine analytische Herausforderung. Wir konnten jedoch zeigen, dass die europäischen und zumal deutschen Finanzierungssysteme in der Vergangenheit mit dazu beigetragen haben, dass z.B. der Ertragsvorsprung bei Weizen gegenüber Australien sowie Nord- und Südamerika gehalten und ausgebaut werden konnte. Die Wirksamkeit dieses Systems ist jedoch immer mehr gefährdet.

Ich möchte Ihnen dafür nur ein Beispiel geben. Die Erhebung der Nachbaugebühren, z.B. für Weizen und andere selbstbestäubende Pflanzen, wird zunehmend erschwert. Nicht nur einige Landwirte entziehen sich der fälligen Lizenzgebühr und generieren für sich dadurch einen kurzfristigen Nutzen, der aber langfristig zu einem Schaden für alle Landwirte wird. Denn: Die so fehlenden Einnahmen der Pflanzenzüchter erschweren die Finanzierung künftiger Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen und damit weiteren Zuchtfortschritt.

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Was sind Nachbaugebühren?
Wenn das in einem landwirtschaftlichen Betrieb erzeugte Erntegut von Sorten zur Wiederaussaat in diesem Betrieb verwendet wird, spricht man von Nachbau. Aufgrund des Sortenschutzgesetzes hat der Züchter dabei das Recht auf Nachbaugebühren. Denn auch in dieser Saat steckt die Arbeit des Züchters, für die er "entschädigt" werden muss. Da die Bauern freiwillig melden, wenn sie Saatgut aus eigener Ernte weiterverwenden, ist die Nachbaugebühr in der Praxis nur schwer zu erheben.

Pflanzenforschung.de: Problemkinder in der Versorgung mit Nahrungsmitteln sind die Entwicklungs- und Schwellenländer. Werden diese Länder mehr und mehr von der innovativen Pflanzenzüchtung in den Industrieländern abgekoppelt? Wenn ja, was muss geschehen, um dies zu verhindern?

Dr. Noleppa: Ich glaube, hier muss man unterscheiden: In vielen Entwicklungsländern haben wir trotz aller Fortschritte in den letzten Jahren in der Tat immer noch ein Problem mit der Nahrungsmittelversorgung, bedingt durch Armut, unzureichende ordnungspolitische Weichenstellungen, fehlende Infrastrukturen, auch in der Bildung und Ausbildung, eingeschränkten Zugang zu Input- und Finanzmärkten, etc. Das alles erschwert die Nutzung vorhandenen Wissens und von neuen Innovationen in diesen Ländern.

In vielen Schwellenländern trifft das aber nur noch sehr bedingt zu. Viele Schwellenländer haben aktuell deutlich höhere Produktivitätsfortschritte im Agrarbereich vorzuweisen, als wir hier in Deutschland und Europa, auch, weil viele technologieorientierte Unternehmen dort verstärkt investieren und eben nicht mehr so viel hier. Hält dieser Trend an - und viele Anzeichen und Pressemeldungen sprechen im Moment dafür - besteht m.E. sogar die Gefahr, dass wir in Europa es sein können, die zunehmend von neuen Innovationen abgekoppelt werden. Um das zu ändern, müssen wir in der öffentlichen Diskussion wie in der politischen Entscheidungsfindung darauf achten, dass wieder stärker reale Chancen und nicht etwa empfundene Risiken moderner Technologien die Debatte bestimmen.

Pflanzenforschung.de: In wieweit müssen die geistigen Eigentumsrechte von Pflanzenzüchtern verstärkt geschützt werden?

Dr. Noleppa: Zunächst einmal, ich bin Ökonom und kein Jurist und kann deshalb diese Frage sicher nicht vollumfänglich beantworten. Ich habe aber etwas gegen den Begriff des verstärkten Schutzes, weil das auch Abkopplung bedeuten kann. Lassen Sie uns also besser von einem effizienteren Schutz sprechen und der ist aus ökonomischer Sicht in Bezug auf die geistigen Eigentumsrechte in der Tat notwendig.

Ich möchte das an der bereits angesprochen Nachbauregelung festmachen. Dass sich nicht nur einzelne Landwirte der Nachbaugebühr entziehen können, birgt das Potenzial eines Erodierens des Finanzierungssystems von Pflanzenzüchtungsforschung in sich. Hier brauchen wir gesetzliche Rahmenbedingungen, die den Landwirt noch stärker in die Pflicht zur Entgeltleistung nehmen und die Position der Pflanzenzüchter, diese Gebühr einzufordern, stärken. Gelingt das nicht, bleiben also auch weiterhin massiv Einnahmen für bereitgestelltes geistiges Eigentum der Züchter aus, dann werden einige, insbesondere kleine und mittelständische Pflanzenzüchter fortdauernde Einkommenseinbußen hinnehmen müssen, die bisweilen existenzgefährdend für ein Unternehmen sein können, in jedem Fall aber zu geringeren Forschungs- und Züchtungsanstrengungen der gesamten Branche führen.

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Bildquelle: © Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BDP)

Pflanzenforschung.de: In Deutschland wird aktuell viel von einer Bioökonomie gesprochen. Spielt die Züchtung hierbei eine Rolle und wenn ja, welche?

Dr. Noleppa: Bioökonomie definiert den Teil einer Volkswirtschaft, der quasi alle Wertschöpfungsketten mit den entsprechenden vor- und nachgelagerten Sektoren auf der Basis agrarischer Erzeugnisse betrifft und zusammenfasst. Außerordentlich vielschichtig mit- und untereinander vernetzte Wirtschaftsakteure sollen im Rahmen dieser Bioökonomie dazu beitragen, die weltweite Ernährung zu sichern, also genügend und gesunde pflanzliche und tierische Nahrungsmittel zur Verfügung zu stellen, darüber hinaus zunehmend nachwachsende Rohstoffe für die industrielle Verwertung zu erzeugen und natürlich auch Energieträger auf der Basis von Biomasse bereitzustellen. Das alles soll – auch wenn das Wort vielleicht ein wenig überstrapaziert ist – nachhaltig unter Minimierung des Ressourcenaufwandes geschehen.

So in etwa steht es in der Definition. Will man aber immer mehr mit immer weniger Ressourcen produzieren, dann muss zwangsläufig die Produktion je Ressourceneinheit, ganz konkret: der Flächenertrag, erhöht werden. Die entsprechende Innovationskraft kommt – wie in unserer Studie gezeigt – zu einem beträchtlichen Teil aus der Pflanzenzüchtung, was die Pflanzenzüchtung folgerichtig zu einem ganz zentralen Element der Bioökonomie und zu einer Schlüsseltechnologie macht.

Bekennt sich Deutschland also zu einer Stärkung der Bioökonomie, wie gerade vor ein paar Tagen von der Bundesregierung verlautbart, dann muss sich unser Land auch zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für Agrarforschung im Allgemeinen und private sowie öffentliche Pflanzenzüchtungsforschung im Speziellen bekennen und diesem Bekenntnis Taten folgen lassen.

Pflanzenforschung.de: Planen Sie weitere Studien zur Bedeutung der Pflanzenzucht in Deutschland zum Beispiel unter Einbeziehung der Veredlungswirtschaft?

Dr. Noleppa: Sie werden verstehen, dass wir nicht konkret über unsere laufenden und kommenden Projekte Auskunft geben können. Sie können aber sicher sein, dass das Thema Pflanzenzucht uns nicht loslassen wird. Die aktuelle Studie ist ja bereits die zweite zum Thema für Deutschland. Nun wollen wir uns in absehbarer Zeit damit beschäftigen, diese Studienergebnisse für andere Länder zu replizieren. Wir glauben, aus dem dann möglichen Vergleich können weitere Schlussfolgerungen gezogen werden, z.B. zu den Effekten unterschiedlicher Finanzierungen und rechtlicher Durchsetzungssysteme zum Schutz geistigen Eigentums.

Abgesehen davon beschäftigen wir uns aktuell mit mehreren anderen Fragen zur regionalen wie globalen Bedeutung von Produktivität in der Landwirtschaft und von anderen Bestimmungsfaktoren auf Agrarmärkten für Ökonomie und Ökologie; das schließt die Veredlungswirtschaft mit ein. Gerne stellen wir die entsprechenden Ergebnisse zu gegebener Zeit auch Ihrem Leserkreis wieder zur Diskussion.

Pflanzenforschung.de: Die Redaktion von Pflanzenforschung.de freut sich auf weitere Studien. Vielen Dank für das angenehme Gespräch!

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