Digitalisierung der Landwirtschaft

Die Digitalisierung der Landwirtschaft beschreibt die Anwendung neuer Informationstechnologien für die landwirtschaftliche Wertschöpfung. Stichwörter wie „Landwirtschaft 4.0“, „Präzisionslandschaft“ oder „Precision Farming“, „Prescription Farming“, „Smart Farming“, „Digital Farming“, „Agrarinformatik“, „High-Tech-Landwirtschaft“ oder „automatisierte Acker“ werden hierfür oft als Synonyme benutzt. Drei überlappende Teilgebiete sind Charakteristika dieser Entwicklung:

  • der Einsatz von IT-getriebenen Geräten (Drohnen, automatisierte Feld- oder Melkroboter, GPS-gesteuerte Maschinen, etc.)
  • die Benutzung von Software für das Bauernhofmanagement
  • die Erhebung, -speicherung, -vernetzung und -analyse von Daten.

Im Hintergrund der Digitalisierung der Landwirtschaft steht die Optimierung landwirtschaftlicher Prozesse (Steigerung der Erträge und Minimierung von Verbrauch und Verschwendung).

Modellrechnungen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft zufolge ist das Potential der „Landwirtschaft 4.0“ sehr groß. Im Vergleich zum konventionellen Landbau spart der Landwirt bei einem digitalisierten Acker 12 % der Arbeitszeit und bis zu 10 % des Betriebsmitteleinsatzes sowie 10 % der notwendigen Menge an Pflanzenschutzmittel; der gesamte Energieverbrauch vermindert sich um 20 bis 60 %.

Zurzeit (Stand: Februar 2016) benutzen nur 30 % der deutschen Landwirte automatisierte Prozesssysteme (im Vergleich: für Großbetriebe in den USA liegt der Wert bei 70 %). Herausforderungen für die Zukunft sind der Breitbandausbau in ländlichen Gebieten, die Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette, die Akzeptanz der Bauern gegenüber den neuen Technologien und die rechtliche Lage in Bezug auf Datensicherheit, -schutz und -eigentum.

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