Pfropfung

Als Pfropfung wird eine Technik der Pflanzenveredlung bezeichnet, bei der ein Teilstück einer Pflanze (sog. Edelreis) mit einer anderen Pflanze (sog. Unterlage) zusammengefügt wird. Der Unterlage werden Äste abgeschnitten oder Kerben in die Rinde geschlagen, um an diesen Stellen den Edelreis einzusetzen. Der Edelreis wird dabei über die Wurzeln der Unterlage mit Nährstoffen und Wasser versorgt.

Das Pfropfen wird bei Zier- und Obstbäumen, bei Weinreben sowie bei Kakteen genutzt und dient der Vermehrung bzw. dem Erhalt von Einzelpflanzen. 

Meist wird ein angespitzter, gut passend geschnittener Zweig in den ab- und eingeschnittenen Stamm einer Jungpflanze gesteckt – oft erfolgt dies per Hand. Die Wunde wird nach außen hin mit Baumwachs luftdicht verschlossen. Die unter der Astrinde gelegene Wuchsschicht (Bastschicht) wächst dann zur Bastschicht des aufgepfropften Pflanzenspross hinüber, so dass nach einigen Wochen der Saft wieder fließen kann und die bis dahin ruhenden Knospen des Edelreises austreiben.

Mittels Pfropfung können besonders ertragreiche Sorte vergleichsweise einfach, ungeschlechtlich vermehrt bzw. geklont werden. Der Vorteil dabei ist, dass die Mendelschen Vererbungsregeln quasi umgangen werden. Alle Nachkommen enthalten die gleichen Erbanlagen und damit die gewünschten Merkmale. Zudem ist es möglich, unterschiedliche gewünschte Eigenschaften von Wurzel und Sproß zu kombinieren.

Bei der Rebenveredlung erfolgt die Pfropfung im Gewächshaus, danach kommt die Pflanze für eine Vegetationsperiode ins Freiland. Die besten Reben werden dann selektiert und im kommenden Jahr verpflanzt (Pfropfreben).

Bei Kakteen dient die Pfropfung dazu, langsam wachsende oder schwer zu kultivierende Kakteen schneller und einfacher wachsen zu lassen, chlorophyllfreie Mutanten zu halten oder Kakteen nach eingetretener Wurzelfäule zu retten. Dafür werden auf einen schnell wachsenden Kaktus, der als Unterlage dient, langsam wachsende Arten gepfropft.

An den Kontaktstellen zwischen der Unterlage und dem aufgepfropften Pflanzenspross (Edelreis) kann es auch zu Genaustausch kommen. 

Zum Weiterlesen auf Wikipedia

Siehe auch: Gentransfer.

171 Bewertungen

Bewertung

3960 angesehen