Chicorée

Cichorium intybus

Chicorée - Cichorium intybus
Chicorée
Cichorium intybus
Wissenschaftlicher Name Cichorium intybus
Deutscher Name Chicorée
Englischer Name chicory roots
Familie Asteraceae (Korbblütengewächse)
Chromosomen diploid (2n = 18)

Weltverbreitung

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Beschreibung

Der Chicorée (Cichorium intybus var. foliosum) ist ein zur Familie der Korbblütengewächse zählendes Blattgemüse.

Die Stammpflanze des Chicorée - wie auch von Zichoriensalat, Zichorienwurzel und Radicchio - ist die einheimische blaublütige Wegwarte. Diese Varietäten demonstrieren eindrucksvoll, wie gezielte Pflanzenzüchtung innerhalb kurzer Zeit von der Wildform ausgehend sehr verschiedenartige Kulturformen hervorbringt.

Ursprung und Verbreitung

Bereits die Griechen und Römer verwendeten die fleischigen Rüben der Wegwarte als Nahrungs- und Heilpflanze. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erlangte sie besondere Bedeutung durch die Entdeckung des Anstädter Hofgärtners Timme aus den gerösteten Rüben Kaffeeersatz herstellen zu können. Durch Friedrich den Großen wurde daraufhin die Herstellung von Zichorienkaffee in Preußen stark gefördert. Im 19. Jahrhundert entdeckten belgische Bauern zufällig die Eigenschaft der Kaffeezichorie im Dunkeln fleischige Knospen zu treiben.

Die heutige Kulturform Chicorée bildet im zweiten Jahr eine lange Rübe aus. Im September werden diese, vom Blattschopf abgetrennten Rüben, bei Dunkelheit und Temperaturen zwischen 12 und 18 °C eingelagert. Zur Ernte werden die ausgewachsenen fleischigen Sprosse vom Rübenkörper gebrochen.

Chicorée ist eine verhältnismäßig junge Kulturpflanze und nicht als Wildpflanze zu finden. Der Anbau erfolgt in den gemäßigten Zonen Europas, Westasiens und Nordafrikas. Nach Nord- und Südamerika wurde der Chicorée eingeführt.

Wirtschaftliche Bedeutung

Neben der Verwendung als Blattgemüse wird Chicorée heute vor allem zur Inulinproduktion eingesetzt. Inulin ist ein Polymerisat der Fructose (Fructan). Dieser Speicherstoff ist besonders innerhalb der Korbblütengewächse weitverbreitet und findet sich hauptsächlich in Wurzeln und Knollen.

Quellen

  • W. Franke (1992) Nutzpflanzenkunde, Thieme-Verlag, 5. Auflage
  • U. Körber-Grohne, K. Theiss (1994) Nutzpflanzen in Deutschland - Kulturgeschichte und Biologie  Verlag, 3. Auflage
  • Bayerische Gartenakademie. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (2003) Chicorée – Kulturanleitung. Merkblatt 2152
  • National Center for Biotechnology Information, U.S. National Library of Medicine
  • FAOSTAT – Food and Agriculture Organization of the United Nations (2012)
  • Seite "Chicorée" In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. Januar 2013, 16:27 UTC; Abgerufen: 5. Februar 2013, 10:29 UTC

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