Raps

Brassica napus

Raps - Brassica napus
Raps
Brassica napus
Wissenschaftlicher Name Brassica napus
Deutscher Name Raps
Englischer Name rapeseed
Familie Brassicaceae (Kreuzblütengewächse)
Genomgröße (Basenpaare) 1100 Mbp
Genomgröße (Gene) 100.000
Chromosomen allotetraploid (2n = 38)
Jahr der Sequenzierung 2014

Weltverbreitung

Facts
Ursprungsgebiet
Anbaugebiete

Downloads

alle
Freie Nutzung: Redaktionelle, nichtkommerzielle Zwecke sowie Poster, Vorträge etc. mit Quellenangabe. Kommerzielle Nutzung auf Anfrage

Beschreibung

Raps (Brassica napus) ist eine relativ junge Kulturpflanze, jedoch eine wirtschaftlich sehr bedeutende Nutzpflanze. Wahrscheinlich ist er aus einer Kreuzung zwischen dem Wilden Gemüsekohl (Brassica oleracea) und Rübsen (Brassica rapa) im Mittelmeerraum, dem Kontaktgebiet beider Ausgangssippen, hervorgegangen. Raps ist eine einjährige Krautpflanze mit aufrechter, verzweigter Sprossachse. Sie gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse, wie Rübe und Kohl. Die Kohlrübe ist eine Kulturform des Rapses. Die Rapspflanze erreicht eine Wuchshöhe von 30-150 cm. Die Pflanzen sind von grau-blauer Farbe und bilden eine Pfahlwurzel aus. 

Die Ansprüche von Raps an den Boden sind denen des Weizens vergleichbar. Raps benötigt tiefgründigen Boden. Ungeeignete Standorte für Raps sind sehr tonige Böden mit starker Neigung zu Staunässe wegen Einschränkungen bei der Bodenbearbeitung. Auch sind extrem leichte oder flachgründige Böden, bei denen Trockenperioden die Ertragssicherheit verringern, weniger für den Rapsanbau geeignet.

Es werden neben Winter- und Sommerraps Sorten für die Ölgewinnung von blattreichen Futterrapssorten unterschieden. Derzeit werden in Deutschland fast ausschließlich Sorten angebaut, die frei von Erucasäure und arm an Glucosinolaten sind. Diese stehen jedoch unter ernstem Verdacht bei vielen Wildtieren tödlich verlaufende Vergiftungen zu verursachen. Ein hoher Anteil an Öl- und Linolsäure ohne bitter schmeckende Erucasäure ist besonders bei der Speiseölgewinnung von größter Wichtigkeit. Raps muss arm an Glucosinolaten sein, um die Verfütterung von eiweißreichen Pressrückständen an Nutzvieh zu ermöglichen. Für spezielle technische Belange (z.B. Tensidherstellung) erscheinen Sorten mit erhöhtem Gehalt an kurz- und mittelkettigen Fettsäuren interessant.

Zuchtziele zur weiteren Veränderung des Raps umfassen unter anderem die Wuchsform, Standfestigkeit, Platzfestigkeit der Schoten, Winterhärte, Vegetationsdauer, Kornertrag sowie Ölgehalt und Ölzusammensetzung.

Ursprung und Verbreitung

Während die frühesten Hinweise des Rapsanbaus in Indien auf 2.000 v. Chr. datieren, begann die europäische Karriere der Rapspflanze in der Römerzeit. Wegen des hohen Ölgehalts der Pflanzen begannen die Römer mit dem Anlegen erster Rapskulturen. Ursprünglich stammt der Raps aus dem östlichen Mittelmeerraum. Dort wurde es zur Gewinnung von Speise- und vor allem Lampenöl verwendet.

Ersten planmäßigen Anbau der Rapspflanze in der Neueren Geschichte starteten die Niederlande. Hier konzentrierte man sich vor allem auf das sogenannte Rüböl als Brennstoff für Öllampen. Ausgehend von den Niederlanden hat sich der Raps in der norddeutschen Tiefebene ausgebreitet. Die Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts und dem steigenden Bedarf an technischen Ölen waren die vornehmlichen Gründe, weshalb sich der Anbau in anderen Teilen Deutschlands und Europa ausweitete. Nach und nach setze sich Rapsöl auch als Nahrungsmittel durch. Aufgrund dessen mussten die Anbauflächen stark vergrößert werden. Bereits zu dieser Zeit dachte man auch beim Rapsanbau ökonomisch und verwendete die Pressrückstände bereits als energiereiche Tierernahrung.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde günstig importiertes Petroleum eine starke Konkurrenz zum Rüböl. Demzufolge sank die Nachfrage. Einen nachhaltigen Aufschwung erlebte der Rapsanbau zu Beginn der 70er Jahre. Ertragsreiche Qualitätssorten sorgten für verbesserte Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Ölsaaten. Nachdem durch die Neuzüchtungen zunächst die Verwertung als ernährungsphysiologisch wertvolles Speiseöl sowie als Rohstoff für Speisefette im Mittelpunkt gestellt wurde, ist Rapssaat in der Folge zunehmend als nachwachsender Rohstoff genutzt worden. Drei Viertel des in Deutschland 2007 erzeugten Rapsöls wurden zur Erzeugung von Biokraftstoffen (Biodiesel) oder zur Verwertung in der Industrie verwendet.

Wirtschaftliche Bedeutung

In erster Linie wird Rapsöl aus der Rapssaat gewonnen. Dieses Rapsöl wird als Speiseöl, Futtermittel und als Biokraftstoff genutzt. Weiter wird Rapsöl in der chemischen Industrie verwendet und dient als Grundstoff für Materialien wie Farben, Kunststoffe und Kaltschaum.

Je nach Verarbeitungsmethode fallen ca. 66 % der Rapssaatmasse als Koppelprodukte (Rapskuchen, Rapsexpeller, Rapsextraktionsschrot) an. Diese Produkte bleiben nicht ungenutzt, sie werden als Tierfutter verwendet. Ein weiteres Nebenprodukt bei der Rapsölverarbeitung zu Biodiesel ist Glycerin. Auch dieses findet Verwendung in der Futtermittel- oder in der chemischen Industrie.

Seit etwa dem Jahrtausendwechsel hat sich Rapssaat zu einem wichtigen Bioenergieträger entwickelt. Rapsöl wird dabei vor allem für die Biokraftstoffe und Biodiesel genutzt. Ebenfalls fungiert das Öl als Treibstoff in Pflanzenöl-Blockheizkraftwerken (BHKW) und als Brennstoff für spezielle Ölheizungen.

Publikationen

Wang X. et al.(2011) The genome of the mesopolyploid crop species Brassica rapa. Nat Genet. 43(10):1035-9

Cheng et al. (2014) Genome triplication drove the diversification of Brassica plants. Horticulture Research 1: 14024.

Quellen

Zugehörige Projekte (50 gefunden)