Agrarforschung

(Quelle: © Rita Köhler/ www.pixelio.de)

Verbesserte Pflanzensorten sind nicht die einzige Voraussetzung für sichere Erträge.  Um Nahrungsmittelbedarf für die Weltbevölkerung zu decken, braucht es auch leistungsstarke Anbausysteme. Doch fruchtbarer Ackerboden wird aufgrund der Bevölkerungsentwicklung und der Bodenerosion  zunehmend knapper. Waren es 1960 noch 0,5 Hektar landwirtschaftlich nutzbarer Fläche, die jedem Menschen weltweit zur Verfügung standen, sind es jetzt nur noch 0,2 Hektar pro Kopf. Das stellt hohe Anforderungen an die heutige Landwirtschaft: Sie muss den Bedarf an Nahrung und nachwachsenden Ressourcen für eine wachsende Weltbevölkerung decken und darf gleichzeitig Ressourcen und Land nicht weiter verknappen. Stattdessen soll sie die Umwelt schonen und die biologische Vielfalt schützen. Ziel der modernen Agrarfoschung ist es daher, sogenannte „low input“ Systeme zu entwickeln, die mit möglichst wenig Fläche, Wasser und Düngung hohe Erträge liefern.

In Deutschland werden 94% aller Erzeugnisse mit der konventionellen Landwirtschaftsform produziert. In der konventionellen Landwirtschaft stehen vor allem die Wirtschaftlichkeit und optimierte Erträge im Vordergrund. Kritisiert wird jedoch, dass die hohen Erträge unter anderem durch den Einsatz chemischer Düngemittel und Pestizide erreicht werden, die die Umwelt belasten. Monokulturen liefern zwar hohe Erträge, entziehen dem Boden jedoch jährlich die gleichen Nährstoffe und Mineralien und verschlechtern dauerhaft die Bodenqualität.

Konzept Bio: Die ökologische Landwirtschaft

Aus diesem Grundgedanken entwickelte sich letztendlich die ökologische Landwirtschaft. Das Grundprinzip der ökologischen Landwirtschaft ist es, tiergerecht und qualitativ hochwertig zu wirtschaften. Generell wird dabei auf den Gebrauch von Pestiziden und Kunstdünger verzichtet, um die Umweltbelastung zu minimieren. Um die Fruchtbarkeit der Böden nachhaltig zu erhalten, nutzen ökologische Landwirte die Felderwirtschaft und bauen unterschiedliche Kulturen im Wechsel an. Die ökologische Landwirtschaft macht weltweit allerdings nur einen Bruchteil der landwirtschaftlichen Produktion aus, da die Erträge für viele Kulturpflanzen unter denen der konventionellen Landwirtschaft liegen.

Integrierte Landwirtschaft: Der Mittelweg

Die integrierte Landwirtschaft versucht einen Mittelweg zu finden, um maximale Produktivität mit minimaler Umweltbelastung zu vereinbaren. Es wird nicht vollständig auf den Gebrauch von Pestiziden und chemischen Düngemitteln verzichtet, allerdings werden sie erst eingesetzt, wenn alternative Mittel nicht erfolgreich sind. 

Hier ist die Agrarforschung gefragt, um für jede Kulturpflanze ein optimiertes und standortgerechtes Anbausystem zu entwickeln. Im Forschungsprojekt EVA (Entwicklung und Vergleich optimierter Anbausysteme für die landwirtschaftliche Produktion von Energiepflanzen unter den verschiedenen Standortbedingungen) werden beispielsweise Energiepflanzen in sechs verschiedenen Regionen Deutschlands angepflanzt, um die Produktivität von Anbausystemen bei stark variierenden Klima- und Bodenbedingungen zu untersuchen.