Das größte Risiko in der Landwirtschaft geht von der fehlenden Infrastruktur und mangelnder Modernisierung aus.

Technologien und Infrastrukturen sind wichtig für eine moderne Landwirtschaft

Maia Gurushidze / Georgien

21.04.2014 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Landwirtschaft hat in Georgien Tradition. Diese gilt es nun, zukunftsfähig zu machen und an das 21. Jahrhundert anzupassen. (Bildquelle: © iStock.com/ Smitt)
Landwirtschaft hat in Georgien Tradition. Diese gilt es nun, zukunftsfähig zu machen und an das 21. Jahrhundert anzupassen. (Bildquelle: © iStock.com/ Smitt)

Gespräch

Maia Gurushidze / Georgien

Um effizient und nachhaltig produzieren zu können, brauchen Landwirte moderne Maschinen für die Feldarbeit. Damit die Waren möglichst frisch beim Verbraucher ankommen, sind sie auf intakte Straßen angewiesen. Für beides fehlt es in Georgien häufig an Investitionen.

Vom „Balkon Europas“, wie Georgien volkstümlich und liebevoll genannt wird, genießt man einen traumhaften Ausblick auf dichte, grüne Wälder, eine farbenfrohe und  abwechslungsreiche Landschaft und die mediterranen Strände des Schwarzen Meers. Am Horizont erhebt sich eine mächtige Gebirgskette mit schneebedeckten Bergspitzen, von wo sich kleine und große Gebirgsbäche in Richtung Tal schlängeln. Sieben Klimazonen und eine Landschaft, die sich vom Meeresspiegel auf über 5.000 Meter Höhe erhebt, bieten ideale Voraussetzungen für eine Biodiversität und Artenvielfalt, die in Europa ihresgleichen sucht.

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Georgien wird auch der

Georgien wird auch der "Balkon Europas" genannt. Die artenreichen Vegetation zeugt von den guten Wachstumsbedingungen, die ein großes Potenzial für die Landwirtschaft darstellen.

Bildquelle: © iStock.com/ Andrew Mayovskyy

Natur sehen, hören, riechen

Es sind vor allem der Anblick, die Geräusche und die Gerüche dieser lebendigen und schönen Natur, die die aus Georgien stammende Wissenschaftlerin Maia Gurushidze besonders vermisst. Gemeinsam mit ihren Kollegen forscht sie  im Rahmen des Projekts HAPLOIDS (PLANT 2030) am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben an der Entwicklung einer neuen Haploidentechnologie, die bald in der praktischen Pflanzenzucht zum Einsatz kommen soll. Dabei experimentieren sie zunächst mit Gerste (Hordeum vulgare) um später ihre Ergebnisse auch auf andere Getreidearten wie Weizen oder Mais zu übertragen. Letztere sind auch in ihrer Heimat von Bedeutung für die Wirtschaft.

In Georgiens Landwirtschaft herrscht Modernisierungsbedarf

Obwohl die Wachstumsbedingungen für Pflanzen in Georgien auf den ersten Blick günstig erscheinen, haben es die Landwirte dort nicht einfach. „Dabei stellen Umwelteinflüsse wie Dürreperioden nicht einmal das Hauptproblem dar“, gibt die Wissenschaftlerin zu bedenken. „Das größere Risiko geht von der fehlenden Infrastruktur und der modernisierungsbedürftigen Landwirtschaft aus. Den Bauern fehlt es an Geld und Unterstützung, um sich moderne Geräte und Ausrüstungen für die Landwirtschaft zu beschaffen.“

Mangelnde Infrastruktur macht den Landwirten zu schaffen

Das Straßennetz, welches nötig wäre, um die Ernten zu transportieren, befindet sich in einem schlechten Zustand und beschränkt sich hauptsächlich auf die Region rund um die Hauptstadt Tiflis. Ein Großteil des Obsts und Gemüses, das die Georgier konsumieren, muss daher zum Nachteil der georgischen Landwirte importiert werden. „Das Problem der georgischen Landwirtschaft ist hauptsächlich ein entwicklungstechnisches. Es fehlt an Investitionen und Infrastrukturen“, hebt Maia hervor.

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Frischer Kräuter, wie zum Beispiel Thymian, Pfefferminze, Zitronenmelisse oder Rosmarin, kommen in der georgischen Küche häufig zum Einsatz.

Frischer Kräuter, wie zum Beispiel Thymian, Pfefferminze, Zitronenmelisse oder Rosmarin, kommen in der georgischen Küche häufig zum Einsatz.

Bildquelle: Sigrid Rossmann / pixelio.de

Vor allem auf der politischen Entscheidungsebene müsse das Bewusstsein für die Schlüsselrolle der Landwirtschaft gestärkt werden, von der das ganze Land profitieren würde. Die Wissenschaftlerin weiß, dass die Lösung des Problems nicht allein im Straßenbau oder in der Modernisierung der Landwirtschaft liegt, sondern in den Köpfen der Menschen. „Forschung, Wirtschaft und die öffentliche Hand müssen an einem Strang ziehen, um den Bauern und Landwirten wirklich zu helfen. Hier muss ein Umdenken stattfinden“, betont Maia.

Georgische Gerichte schmecken frisch und intensiv

Die natürliche Pflanzenvielfalt schlägt sich auch in der georgischen Küche nieder, die einen ausgezeichneten Ruf genießt. Georgische Gerichte schmecken natürlich, unverfälscht und sind oftmals rein vegetarisch, beginnt die Forscherin zu schwärmen. „Den Unterschied machen vor allem Gewürze und Kräuter, die in westeuropäischen Küchen selten verwendet werden. Als Beispiele nennt sie Koriander (Coriandrum sativum),  Färberdistel (Carthamus tinctorius), Schabzigerklee (Trigonella caerulea)  oder Bockshornklee(Trigonella foenum-graecum). Generell wird in georgischen Küchen mehr Gemüse verwendet als in Deutschland. “ Maia wünscht sich daher gerne, dass in Zukunft mehr Obst und Gemüse aus georgischem Anbau konsumiert wird, als es derzeit der Fall ist.


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