Innovation Bioökonomie

BioÖkonomieRat übergibt sein Gutachten an die Bundesregierung

08.09.2010 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Gutachten für eine grüne Zukunft der Wirtschaft. (Quelle: © iStockphoto.com/ Ettore Marzocchi)
Gutachten für eine grüne Zukunft der Wirtschaft. (Quelle: © iStockphoto.com/ Ettore Marzocchi)

Wenige Wochen vor der Veröffentlichung der Forschungsstrategie der Bundesregierung hat der BioÖkonomieRat sein Gutachten an Bundesforschungsministerin Annette Schavan und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner übergeben.

Biomasse ist ein lebenswichtiges und knappes Gut. Aus diesem Grund kommt der BioÖkonomieRat (BÖR) in seinem Gutachten zu dem zentralen Schluss, dass die Steigerung der Biomasserträge sowie effizientere Produktionsverfahren oberste Priorität besitzen. Dabei umfasst die Bioökonomie die gesamte Wertschöpfungskette vom Feld bis hin zum Endverbraucher. Mit Blick auf die Anpassung an die globalen Herausforderungen wie den Klimawandel und die wachsende Weltbevölkerung und damit verbunden eine zunehmende Nachfrage nach Biomasse für Nahrungs- und Futtermittel, für Energie, als Rohstoff für die Industrie oder als Baumaterial seien Ertragssteigerungen unerlässlich. Verschärfend wirkt bereits heute ein verstärkter Einsatz von Biomasse als Ersatz für fossile Rohstoffe. Ob als Kraftstoffe, Strom oder Wärme oder als Rohstoff in der Chemie und Pharmazie, Biomasse ist eine wichtige Basis des globalen Wohlstandes. 

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Übergabe des Gutachtens durch Prof. Reinhard Hüttl an Bundesforschungs- ministerin Annette Schavan (rechts) und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (links). 

Übergabe des Gutachtens durch Prof. Reinhard Hüttl an Bundesforschungs- ministerin Annette Schavan (rechts) und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (links). 

Bildquelle: © BioÖkonomieRat Berlin / Tassilo Bade

Um trotz dieser zunehmenden Aufspaltung der Produktions- und Rohstoffbasis und der sich verändernden Rahmenbedingungen Biomasse in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig die Kriterien einer nachhaltigen Produktion nicht zu vernachlässigen, sind neue Impulse notwendig. Diese können nur durch eine intensivierte Forschung und Technologieentwicklung erzielt werden. Kriterien wie Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz und weitere Aspekte einer nachhaltigen Produktion werden zur Nagelprobe für den benötigten qualitativen Sprung. 

Wie sich vorhandene und zukünftige Forschungs- und Technologieentwicklungen gestalten sollten, beschreibt der BioÖkonomieRat in seinem Gutachten, an dem neben den Ratsmitgliedern zahlreiche weitere externe Experten mitgearbeitet haben. Im Gutachten werden neue Schwerpunkte und Ziele definiert. 

So hebt der BioÖkonomieRat den fächer- und sektorenübergreifenden Ansatz der Bioökonomie in den Mittelpunkt seiner Empfehlungen. Dadurch wird deutlich, dass die Forschung in vielen Bereichen noch immer sektoral aufgestellt ist. Damit genügt diese noch nicht den heutigen Erfordernissen. Zu zeigen, wie komplexe Nutzungs- und Wertschöpfungsketten zukünftig systemisch, also in ihrer Komplexität, in die Forschung integriert werden können, ist eines der Hauptziele des Gutachtens. Aus Sicht des BÖR ist die Zeit der Forschung in hochspezialisierten Einzeldisziplinen vorbei. Konsequenterweise schlägt der Rat vor, eine „Nationale Plattform Bioökonomie“ einzurichten.

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