Ernährungssicherheit im Mittelpunkt

09.06.2010 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Am Runden Tisch zur Pflanzengenetik nahmen Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Verbänden und den Kirchen teil. (Quelle: © iStockphoto.com/zhu difeng)
Am Runden Tisch zur Pflanzengenetik nahmen Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Verbänden und den Kirchen teil. (Quelle: © iStockphoto.com/zhu difeng)

Die Welt steht vor großen Herausforderungen. Die Ernährung einer stetig wachsenden Bevölkerung muss auch zukünftig trotz der problematischen Auswirkungen des globalen Klimawandels gesichert sein. Die Agrarforschung spielt hier die zentrale Rolle. Am 08. Juni 2010 fanden auf Einladung der Bundesministerin Annette Schavan 30 Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Umweltverbänden und Kirchen zum dritten Runden Tisch zur Pflanzengenetik in Berlin zusammen.

Auf der politischen Agenda zeichnet sich ein klarer Trend ab: Die Sicherung der Welternährung erhält stetig wachsenden thematischen Anteil bei politischen Diskussionen. So auch am 08. Juni beim dritten Runden Tisch zur Pflanzengenetik in Berlin. Ministerin Schavan bekräftigte, dass Deutschland die Agrar- und Pflanzenforschung zukünftig stärker auf die globale Ernährungssicherung fokussieren wird. Um dies gewährleisten zu können, wird zukünftig auch enger mit Entwicklungsländern zusammen gearbeitet.

Zusammen mit dem Bundesentwicklungs- (BMZ) und dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) daher eine Förderinitiative über 100 Mio. € erarbeiten. Das Forschungsprogramm zur Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung und Entwicklung mit den Entwicklungsländern soll im Herbst 2010 vorgestellt werden.

Schavan bekräftigte: „Das Ziel der neuen Förderstrategie ist es, Brücken zu bauen zwischen Forschung und Anwendung, zwischen Chancen Nutzen und verantwortungsvollem Handeln im Sinne der Sicherheit für Mensch, Tier und Umwelt. Forschung für die weltweite Ernährungssicherheit unter Berücksichtigung der Potenziale sämtlicher Forschungsansätze spielt dabei eine Schlüsselrolle."

Die Förderinitiative wurde bei allen Teilnehmern des Runden Tisches zur Pflanzengenetik begrüßt, nahezu gleichzeitig wurde aber ein systematischer Ansatz gefordert. Dieser soll auf viele Faktoren blicken und zusammen mit den Landwirten Lösungen erarbeiten.

Denn so verschieden die Hintergründe der Vertreter aus den Bereichen ökologischer Landbau, Naturschutz, Forschungsorganisationen, Verbände, Pflanzenzüchter und Entwicklungsorganisationen des Runden Tisches auch sind, so einig war man sich über den Grundsatz: Es zählt nicht die Methode, sondern das Ergebnis.

Lediglich die diversen „Forschungswege zum Ziel“ wurden entsprechend der jeweiligen Hintergründe der Teilnehmer unterschiedlich akzentuiert. In einem Punkt war man sich jedoch einig: Neue Technologien alleine können die Welternährung nicht sichern. Nur ein breit aufgestellter systematischer Forschungsansatz kann Lösungen herbeischaffen.

Ein vierter Runder Tisch zur Pflanzengenetik soll das Thema der Biologischen Sicherheitsforschung in den Mittelpunkt stellen.

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