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Forschung zur Entschlüsselung pflanzlicher Funktionen

Arabidopsis im Gewächshaus (Bild: MPI Potsdam)

Am größten brandenburgischen Forschungsstandort, dem Wissenschaftspark Potsdam-Golm, entstehen u.a. Antworten zu Fragen nach dem Stoffwechselgeschehen, nach der Regulation von pflanzlichen Prozessen und wie letztendlich pflanzliches Wachstum organisiert und reguliert.

 

MAX-PLANCK-GESELLSCHAFT: MPI für Molekulare Pflanzenphysiologie (MPI-MP)

Neuartige Techniken wie das „Metabolitenprofiling“ bringen rasante Forschungsfortschritte und internationale Anerkennung. Dabei bringt ein unscheinbares Unkraut der Wissenschaft unglaubliche Vorteile.

Potsdam/Berlin – In Potsdam dreht sich tagtäglich alles um ein Thema: Verständnis zu erlangen über das komplexe System Pflanze. Die Physiologie, d.h. die Lebensvorgänge, die sich in Zellen, Geweben und Organen der Pflanzen abspielen, werden untersucht. Anschließend versuchen die Forscher die Ergebnisse zu deuten und zu verstehen. High-Tech ist das Stichwort. Das Herzstück des Max-Planck-Instituts für Molekulare Pflanzenphysiologie (MPI-MP) sind die modernen Einrichtungen zur Pflanzenkultivierung und -transformation.

In Gewächshäusern und Freilandfeldern werden Pflanzen angebaut und unterschiedlichen Umweltbedingungen ausgesetzt. Ihrem ehrgeizigen Ziel, Pflanzen irgendwann ganz in ihren Details und Mechanismen zu verstehen, gehen die am Institut beschäftigten Forscher auf diese Weise nach. Neue Mitarbeiter stellt das Institut je nach Bedarf, also nach Anzahl der laufenden Projekte ein. Momentan arbeiten knapp 400 Mitarbeiter am Standort Potsdam, davon 260 Wissenschaftler. Darunter auch ein sogenanntes „Greenteam“ bestehend aus der Leiterin der Gewächshauses, Gärtnern und Azubis, das sich eigens um die Wartung der Häuser kümmert. 

Ein Unkraut schlägt sie alle: Forschertraum Ackerschmalwand 

Die meisten Versuche geschehen an der Ackerschmalwand, im Volksmund ein Unkraut, unter Pflanzenforschern jedoch das Nonplusultra wenn es um ein geeignetes Forschungsobjekt geht. Zwar dienen dem Institut auch Tabak, Reis, Kartoffeln und Tomaten als Modellpflanzen. Die Arabidopsis thaliana, so der lateinische Name der Wildpflanze, empfiehlt sich jedoch von selbst: seitdem die 140 Millionen genetischen Ziffern der Pflanze 1999 vollständig sequenziert werden konnten, ist sie weltweit der Liebling unter Pflanzenforschern.

Während Zuchtpflanzen wie Mais und Weizen über Billionen von Erbgutteilchen verfügen, ist die Ackerschmalwand eine Minimalistin. Mit ihrem vergleichsweise winzigen Erbgut bietet sie ideale Voraussetzungen für eine zügige, ergebnisorientierte Forschung. Und sie wächst schnell. So können innerhalb eines Jahres mehrere Generation Ackerschmalwand aufgezogen und untersucht werden. 

Renommierte Forschung aus Brandenburg unter der Marke Max-Planck 

Das MPI-MP gehört der gemeinnützigen Forschungsorganisation Max-Planck-Gesellschaft an, einer aus 80 Einrichtungen bestehenden Institution, die sich ausschließlich der Grundlagenforschung widmet. Die Gesellschaft wurde 2006 von Times Higher Education, einer Beilage der englischen Times die sich mit Hochschulbildung beschäftigt, zur weltweit bedeutendsten außeruniversitären Forschungseinrichtung im Fachbereich Naturwissenschaften gekürt.

Der Name Max Planck steht also für Spitzenforschung. Spitzenforschung, die auch in Brandenburg beheimatet ist. Die Potsdamer Einrichtung besteht seit 1994. Derzeit fungiert Prof. Dr. Ralph Bock als geschäftsführender Direktor, der auch als Direktor den Departments die für Organellenbiologie, Biotechnologie und molekulare Ökophysiologie verantwortlich zeichnet. Zwei weitere Departments gehören zur Struktur des MPIs, die Abteilungen für Molekulare Physiologie (Direktor Prof. Dr. Lothar Willmitzer) und für Molekulare Netzwerke (Direktor Prof. Dr. Mark Stitt).  

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