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Roggen Secale cereale

Roggen

Steckbrief

Roggen (Secale cerale) ist ein Getreide und gehört zu den Gräsern (Poaceae). Das vornehmlich in den gemäßigten Breiten angebaute Getreide liefert auch an kühleren Standorten noch gute Erträge. Sommerroggen hat gegenüber dem Winterroggen in Europa eine eher untergeordnete Bedeutung. Das Roggenkorn kann auf vielen Weisen verwendet werden: als Nachwachsender Rohstoff oder auch für Nahrungs-, Futter-, und Genussmittel Auch die grüne Pflanze (Grünroggen) oder das bei der Getreideernte zurückbleibende Stroh findet beispielsweise als Tierfutter Verwendung.

Roggen wächst etwa 0,65 bis 2 m hoch und wird einjährig angebaut. Seine vierkantigen Ähren hängen zur Blütezeit leicht über. Sie werden zwischen 5 und 20 cm groß und. Die Ähren bestehen meist aus zweiblütigen Ährchen und sind lang begrannt. Das Roggenkorn wird 5 bis 9 mm lang. Beim Dreschen lässt sich reifer Roggen löst leicht aus den Spelzen herauslösen.

Geschichte

Aus der Bronzezeit stammen die ersten Funde von Roggenkörner. Dies täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass Roggen damals eine eher unbedeutende Feldfrucht war. Zur Zeit der Völkerwanderung begann die Tradition des Roggenanbaus in Mitteleuropa. Das früheste und dauerhafteste Areal des eigenständigen Roggenanbaus hat sich östlich der Elbe, bei Mecklenburg, Pommern und Brandenburg herausgebildet. Die Karriere als sekundäre Kulturpflanze begann der Roggen als Unkraut.

Harte Winter kamen ihm jedoch zugegen, da er sich durch seine Widerstandskraft gegen viele Feldfrucht-Mitbewerber wie Hirse oder Weizen durchsetzen konnte. Der Roggen entwickelte sich in vielen Gebieten Deutschlands während des 12. und 13. Jahrhunderts zur Hauptbrotfrucht. Der Erfolg des Roggens war vor allem darin begründet, dass mit dem Roggenanbau der Winterfeldbau in der Landwirtschaft in Form eines Daueranbaus Einzug hielt. Vor allem die Landbevölkerung ernährte sich von Roggen, in den Städten war weiterhin Weizen das bevorzugte Getreide.

Systematik

Roggen gehört zur Ordnung der Süßgrasartigen (Poales) in die Familie der Süßgräser (Poaceae), Unterfamilie Pooideae. Die verschiedenen Roggen (Secale)-Arten besitzen 14 Chromosomen (2 n) und können untereinander gekreuzt werden.

Verwendung

Roggen kann als Genuss- bzw. Futtermittel und auch als Nachwachsender Rohstoff genutzt werden. Als Genussmittel dient Roggen zur Alkoholherstellung. Unter Anderem kann man aus Roggen Wodka oder „Korn“ herstellen. Zunächst wird aus dem Getreide die Maische hergestellt, die nach dem Vergärungsvorgang in Brennereien destilliert wird.

Als Futtermittel kann sowohl das Korn, als auch, grün geerntete Roggenpflanze dienen. Grünroggen ist das erste Grünfutter in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist ein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-Polysacchariden. Roggenkorn eignet sich als nachwachsender Rohstoff zur Herstellung von Bioethanol, Biogas, Dämmstoff und anderen Werkstoffen. Als Energieträger wird Roggen seit Ende 2004 Angebaut. Verstärkt ist hier die Nutzung von Roggen zu Bioethanolerzeugung zu nennen.. Aber auch die Verwendung als Substrat für die Biogaserzeugung ist ein weiterer sehr gefragter Einsatzbereich. Auch die stoffliche Nutzung von Roggen ist von wachsender Bedeutung. Hier gilt Roggen vor allem als Rohstoff für den Werkstoff- und Baustoffbereich oder als Grundstoff für die chemische Industrie.

Nährwerte & Gesundheit

Roggenkörner enthalten ohne Spelzen 60 % Kohlenhydrate, 9,5 % Eiweiß, 13,2 % Ballaststoffe, 1,7 % Fett und 1 % Mineralstoffe. Ebenfalls enthalten die Körner bedeutende Mengen an B-Vitaminen und Vitamin E und sollten wegen des vergleichsweise hohen Gehalts an der Aminosäure Lysin ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Problematisch kann das in den Roggenkörnern enthaltene Gluten sein, das bei Personen mit Glutenunverträglichkeit zu gesundheitlichen Schwierigkeiten führen kann.

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