🌳 Trotz seines Namens gehört der Buchweizen (Fagopyrum esculentum) nicht zur Familie der Süßgräser. Der Name Buchweizen leitet sich von der Form seiner Samen ab, die an Bucheckern der Rotbuche erinnern. Taxonomisch gehört Fagopyrum esculentum zur Familie der Knöterichgewächse, wissenschaftlich Polygonaceae genannt.
🌾 Manchmal wird Buchweizen auch als „Pseudogetreide“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um Körner, die zwar wie Getreide verwendet werden, jedoch botanisch zu anderen Pflanzenfamilien gehören. Weitere bekannte Pseudogetreide sind beispielsweise Amaranth und Quinoa, die, ebenso wie Buchweizen, zunehmend an Beliebtheit bei Verbrauchenden gewinnen.
🦠 Ein zentraler Unterschied zu klassischen Getreidesorten wie Gerste oder Weizen liegt in den Inhaltsstoffen: Da Buchweizen kein Klebeeiweiß (Gluten) enthält, ist er für Menschen mit Zöliakie, also einer Glutenunverträglichkeit, besonders interessant.
🍴 Zudem liefert Fagopyrum esculentum alle acht essenziellen Aminosäuren. Diese sind lebenswichtige Bausteine, die der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann und deshalb über die Nahrung aufnehmen muss.
👩🏾🌾 Buchweizen ist keine Neuheit auf unseren Feldern. Schon früher wurde dieser in Deutschland kultiviert - unter anderem wegen seines unkomplizierten Anbauverfahrens: Selbst auf nährstoffarmen, sandigen Böden gedeiht er gut. Dennoch ist er heute selten auf deutschen Feldern zu finden, da ertragsstärkere Getreidesorten bevorzugt wurden.
🐝 Ein weiterer Nachteil: Buchweizen ist auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen, was bei geringer Bestäuberzahl zu schwankenden Erträgen führen kann.
🪱 Was Buchweizen zu einer idealen Zwischenfrucht auf den Äckern macht, ist sein schnelles Wachstum: In nur drei bis vier Monaten ist die Pflanze erntereif. Außerdem kann Fagopyrum esculentum die Schädlingslast im Boden reduzieren. Fadenwurmeier werden durch Buchweizen zum Schlüpfen angeregt, können sich aber nicht von dieser Pflanze ernähren und sterben ab. Somit wächst die nächste angebaute Kultur auf einem deutlich schädlingsfreieren Boden!
👩🏻🍳 Wenn Buchweizen künftig häufiger angebaut werden würde – was ließe sich daraus eigentlich Leckeres zubereiten? Wer die asiatische Küche bevorzugt, kennt vielleicht japanische Soba-Nudeln aus Buchweizenmehl. In Frankreich wird das gleiche Mehl zum Backen von Galettes verwendet - einer herzhaften Version der bekannten Crêpes. Ganz klassisch lassen sich die Buchweizenkörner aber auch zu einem Brei aufkochen. In Polen wird er unter dem Namen „Kasza gryczana“ als Beilage serviert.
🌱 Je nachdem, welche Geschmäcker ihr habt, deckt der Buchweizen eine große Bandbreite ab als spannende „Orphan Crop“, zu Deutsch: "Waisenfrucht".
Das ist ein Sammelbegriff für Nutzpflanzen, die auf dem Weltmarkt, in der Wissenschaft und Pflanzenzüchtung eine eher untergeordnete Rolle spielen und daher (noch) ein Nischendasein fristen. Doch aktuelle Forschungsprojekte zeigen uns: Vielleicht steht Fagopyrum esculentum ja kurz vor seinem Comeback auf deutschen Feldern!
Bericht: Hanna Neumann
Quellen:
- https://www.landwirtschaft.de/tier-und-pflanze/pflanze/getreide/was-sind-eigentlich-pseudogetreide
- https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/neue-alte-feldfrucht
- Aissani N, Balti R, Sebai H (2018) Antiparasitic Activity of Fagopyrum esculentum Moench on Meloidogyne incognita. J Toxicol Anal. Vol.1 No.1: 8.