Bioinformatik

18.12.2009 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

(Quelle: © iStockphoto.com/ Feng Yu)
(Quelle: © iStockphoto.com/ Feng Yu)

Bioinformatik ist ein interdisziplinäreres Studium, das biologische und biochemische Kenntnisse mit Informatik verbindet. Für die Pflanzenforschung wird die Bioinformatik zunehmend wichtiger, um die großen Datenmengen der Forschung zu katalogisieren, auszuwerten und zu interpretieren.

Steckbrief

Methoden der Bioinformatik sind es, die die wachsenden Datenmengen aus der Pflanzenforschung katalogisieren und auswerten. Auch erlauben bioinformatische Verfahren unter anderem phänotypisch-dreidimensionale Modellbildungen. Neue, multiparallele analytische Methoden und leistungsstarke Computertechniken werden in allen Lebenswissenschaften benötigt, weshalb die Bioinformatik mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. 

Das Studium ist auf zwei Säulen aufgebaut. Neben einem tiefgehenden Grundverständnis für biologische und biochemische Abläufe müssen diese Erkenntnisse informatisch analysiert werden. Dies bedeutet, die Bioinformatik versucht, die Biologie bzw. allgemeiner die „Lebenswissenschaften“ durch Informatik nutzbarer zu machen. Bioinformatik ist ein interdisziplinäreres Studium. Neben Kenntnissen der (Mikro)Biologie und Informatik werden Kompetenzen aus den Bereichen Mathematik, Physik und Statistik vermittelt. Ebenso können Kurse in Volkswirtschaft, Technisches Englisch, Umweltrecht und Marketing besucht werden. 

Als Eckpfeiler der Systembiologie (Zweig der Biowissenschaften, in dem biologische Erkenntnisse in ihrer Ganzheit, also systemisch erforscht werden) hat die Bioinformatik den Anspruch, biologische Daten zu verwalten und in andere Forschungsgebiete zu integrieren. Wesentliche Gebiete der Bioinformatik sind daher die Sequenzanalyse (computergestützte Bestimmung von vornehmlich Genen auf einer DNA-Sequenz), die Strukturbioinformatik (Befassung mit dreidimensionalen Strukturen vornehmlich von Proteinen), die Analyse von Daten aus Hochdurchsatzmethoden und die Erstellung diverser Bilddaten verschiedenster Organismen.

Beschäftigungsmöglichkeiten

Absolventen der Bioinformatik haben die „Qual der Wahl“. Neben der Arbeit in Forschungsinstituten oder Hochschulen sind die Studienabgänger gerne gesehen in der pharmazeutischen, chemischen, biotechnologischen oder biochemischen Industrie. Aber auch in Softwarefirmen, die sich vor allem auf bioinformatische Programme spezialisiert haben, finden sie eine Anstellung. Wie auch die Beschäftigungsfelder selbst verschieden sind, so unterschiedlich gestalten sich die möglichen Aufgaben. Zusammengefasst erwartet man von einem Absolventen der Bioinformatik, dass Lösungswege aus der Mathematik und (Bio-)Informatik gefunden werden, um sie in reale, praktikable Methoden umzusetzen. Die Anwendungen werden vor allem für Internet-Technologien, aber auch für das Verwalten größerer Datenmengen benötigt. Weitere Anstellungsmöglichkeiten finden sich im Lebensmittelmittelbereich und in der Umweltbiotechnologie. Die Einsatzmöglichkeiten von Bioinformatikern sind demnach äußerst weit gefächert und können je nach Belieben ein Bogen von der Grundlagenforschung bis zu spezialisierten Anwendungen spannen.

Studiengänge

  • Angewandte Systemwissenschaft
  • Bioinformatik (Bachelor, Master, Diplom)
  • Bioinfromatics and Compational Biology
  • Bioinformatik und Genomforschung
  • Bioprozessinformatik
  • Biosystemtechnik/ Bioinformatik
  • Biomathematik
  • Biotechnologie/ Bioinformatik

276 Bewertungen

Bewertung

10323 angesehen

Kommentare

Kommentiere diesen Beitrag

Bitte geben Sie die Zeichen im Bild unten ein. (Dies dient ausschließlich dem Schutz vor Spam.)


Captcha Code

Click the image to see another captcha.