Dieser Beitrag entstand im Rahmen unseres Plantainments:

Brot, Nudeln, Kuchen:

Weizenzüchtung für die Welternährung

06.03.2019 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Illustration von Weizen: Die weltweite Anbaufläche liegt bei rund 218 Millionen Hektar. Das entspricht ungefähr der Fläche von Grönland. (Bildquelle: © Pflanzenforschung.de)
Illustration von Weizen: Die weltweite Anbaufläche liegt bei rund 218 Millionen Hektar. Das entspricht ungefähr der Fläche von Grönland. (Bildquelle: © Pflanzenforschung.de)

Welche Erfolge kann die Weizenzüchtung feiern und was muss jetzt noch getan werden?

Weizen (Triticum aestivum) zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wurde bereits vor 8.000-10.000 Jahren in seiner Wildform gesammelt und angebaut. Der Weizen ist nach der Gerste (Hordeum vulgare) die am längsten kultivierte Getreideart. Durch gezielten Anbau und die wiederholte Einkreuzung von Wildgrasarten erfolgte schon frühzeitlich eine Selektion nach vorteilhaften Eigenschaften.

Weizen nimmt heute weltweit von allen Getreidearten die größte Anbaufläche ein und erzielt die höchsten Produktionsmengen. Der Anteil des Brotweizens am weltweiten Kalorienkonsum liegt bei 20 %. Weizen ist also neben Reis (Oryza sativa) das weltweit wichtigste Grundnahrungsmittel.

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Die Geschichte des Weizens ist eine Geschichte der Selektion und gezielten Züchtung. Ausgehend von einem wilden Getreide, dem Einkorn, züchteten die Menschen die Pflanze bis hin zu dem Weizen, den wir heute kennen. Welche Schlüsselereignisse und Züchtungsziele dabei wichtig waren, erklärte Dennis Hehnen am Stand von Z-Saatgut bei den DLG Feldtagen 2018.

Quelle: © Pflanzenforschung.de

Im Lauf der letzten 120 Jahre war die Weizenzüchtung sehr erfolgreich und viele wünschenswerte Eigenschaften wurden Schritt für Schritt verbessert. Beispiele hierfür sind:

  • Der Ertrag pro Flächeneinheit wurde gesteigert

  • Die Pflanzenhöhe wurden reduziert (das führt zu einem höheren Anteil der Samenkörner am Gesamtgewicht der Pflanze)

  • Die Pflanzen fallen bei starken Windböen nicht mehr so schnell um. Dadurch sinkt das Risiko für Pilzinfektionen durch zu hohe Feuchtigkeit in niederliegenden Weizenpflanzen

  • Eine verfrühte Keimbildung (der sogenannte „Auswuchs“) konnte erheblich verringert werden.

Doch die Weizenzüchtung ist damit noch nicht am Ziel. Eine Reihe neuer Herausforderungen warten auf züchterische Antworten. Zwei Beispiele machen das deutlich:

  • Klimanwandel: Die zunehmende Häufigkeit extremer Wettersituationen und deren schneller Wechsel ist ein Problem für die heutigen modernen Weizensorten. Milde Winter zum Beispiel bestehen oft aus einer wechselnden Folge zu warmer und zu kalter Abschnitte. Damit bedeuten sie extremen Stress für die Pflanze. Auch die zunehmenden Trockenperioden machen den Pflanzen zu schaffen. Die Züchtung „klimatoleranter“ Sorten ist deshalb notwendig.

  • Weizenkrankheiten: Durch Klimawandel und eine intensivere Landwirtschaft mit früheren Saatterminen sind Schaderreger - z.B. Pilze und Viren - auf dem Vormarsch. Widerstandsfähigere Sorten sind daher ein wichtiges Ziel der Züchter.

Die Züchter müssen dabei vorrausschauend arbeiten. Bis eine neue Sorte auf den Markt kommt, können mitunter über 20 Jahre vergehen. 

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