Der menschliche Einfluss auf das Verschwinden des Regenwaldes

17.02.2012 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Die intensivere Landnutzung hatte Einfluss auf die Vegetation (Quelle: © michelealfieri / Fotolia.com)
Die intensivere Landnutzung hatte Einfluss auf die Vegetation (Quelle: © michelealfieri / Fotolia.com)

Bisher führte man den Rückgang des Regenwaldes in Zentralafrika auf den vor ca. 3.000 Jahren stattgefundenen Klimawandel zurück. Eine Studie beweist nun, dass dieser Erklärungsansatz nicht ausreicht: Eine Intensivierung der Landnutzung durch den Menschen beeinflusste bereits in der frühen Menschheitsgeschichte die Vegetation.

Forscher fanden diesen Zusammenhang bei Untersuchungen von marinen Sedimentschichten. Durch eine Bohrung in über 900 Metern Wassertiefe wurden Sedimentproben in der Nähe der Mündung des Kongo-Flusses im Atlantik entnommen. Die geochemischen Analysen sollten den Zusammenhang zwischen der Niederschlagsmenge und der chemischen Witterung untersuchen, um Rückschlüsse auf die Vegetation zu ziehen. Wächst dichter Regenwald, verwittert der Boden langsam und große Mengen des sehr beweglichen Kaliums bleiben im Boden. Hingegen verwittern Böden offener Savannenlandschaften sehr schnell, und ein großer Teil des enthaltenen Kaliums wird ausgewaschen. Findet sich in den Sedimentschichten viel Kalium, war somit die Verwitterung gering, so dass auf einen dichten Bewuchs rückgeschlossen werden kann.

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Um Ackerland zu erhalten, rodeten die Bauern Zentralafrikas bereits vor 3.000 Jahren Regenwald ab.

Um Ackerland zu erhalten, rodeten die Bauern Zentralafrikas bereits vor 3.000 Jahren Regenwald ab.

Quelle: © guentermanaus / Fotolia.com

Anhand der Ablagerungen konnte die Wissenschaftler die Verwitterung der letzten 40.000 Jahre rekonstruieren. Diese zeigen eine langsame Verwitterung, bis vor ca. 3.000 Jahren sich diese sprunghaft änderte. Die Forscher entdeckten eine starke Beschleunigung der Erosion, was Rückschlüsse auf eine sich abrupt veränderte Vegetation vermuten lässt.

Zur selben Zeit verbreitete sich der Volksstamm der Bantu. Sie siedelte sich in der Region an und verdrängten die dort ansässigen Jäger und Sammler. Neben der Eisenverhüttung  etablierten sie in diesem Gebiet neue landwirtschaftliche Methoden. Archäologen belegen diese Veränderungen durch Funde von Keramiken, Ernterückständen und Eisenwerkzeugen aus der Zeit von vor etwa 2.000 bis 3.000 Jahren.

Eine plausible Erklärung für das übermäßige Abtragen der Böden und die einhergehende Beschleunigung der chemischen Verwitterung des Gesteins, ist somit die intensivere Landnutzung der Menschen. Diese rodeten die angestammten Urwälder, um Flächen für die Landwirtschaft zu erhalten. Die Forscher folgerten daraus, dass ein entscheidender Faktor für den Rückgang des Regenwaldes in Zentralafrika nicht der Klimawandel war, sondern migrierte Bauern. Diese bauten Nutzpflanzen wie Perlhirse und Yams auf den gerodeten Flächen an.

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