Europa auf dem Weg zur Bioökonomie

24.07.2012 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Transnationale Pflanzengenomforschung geht in die nächste Runde (Quelle: © iStockphoto.com/ Ettore Marzocchi)
Transnationale Pflanzengenomforschung geht in die nächste Runde (Quelle: © iStockphoto.com/ Ettore Marzocchi)

Die PLANT-KBBE-Fördergeber beschließen die Fortsetzung der transnationalen Zusammenarbeit. Die neue Bekanntmachung soll in Kürze erscheinen.

Auf dem Gebiet der Pflanzen(genom)forschung blicken Frankreich, Portugal, Spanien und Deutschland auf eine mehrjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit zurück. In den Jahren 2008 bis 2010 wurden hierzu drei gemeinsame Bekanntmachungen veröffentlicht, über die derzeit 54 transnationale Verbundprojekte zwischen akademischen Einrichtungen und Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft gefördert werden. Das Fördervolumen umfasst insgesamt 68 Mio. €.

Im Rahmen einer gemeinsamen Absichtserklärung, einem so genannten „Memorandum of Understanding“, haben die Partnerländer nun beschlossen, diese fruchtbare Kooperation fortzusetzen. Die Staaten werden dabei durch entsprechende Förderinstitutionen vertreten. Diese sind

  • die Agence Nationale de la Recherche (ANR) für Frankreich, 
  • die Fundação para a Ciência e a Tecnologia (FCT) für Portugal, 
  • das Ministerio de Economia y Competitividad (MINECO) für Spanien und
  • das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für Deutschland.

Die Grundsatzvereinbarung wurde von hochrangigen Vertretern der jeweiligen Organisationen unterzeichnet. Für das BMBF übernahm dies Frau Bärbel Brumme-Bothe, Leiterin der Abteilung „Lebenswissenschaften – Forschung für Gesundheit“.

Die Grundlage der Absichtserklärung ist das gemeinsame Ziel der Partner, länderübergreifend eine wissensbasierte Bioökonomie („Knowledge-Based Bio-Economy“ – KBBE) in Europa zu etablieren. Die bisherige, auf endlichen Ressourcen beruhende Erdöl-basierte Wirtschaft soll langfristig abgelöst werden. Dazu ist der Aufbau einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Pflanzenproduktion erforderlich. Diese muss den zu erwartenden, sich ständig verändernden Umwelt- und Klimabedingungen auf Dauer standhalten können. Zur Sicherung einer ausreichenden und gesunden Ernährung müssen außerdem die landwirtschaftlichen Erträge signifikant gesteigert werden. Einer stetig wachsenden Erdbevölkerung stehen dabei schwindende Produktionsflächen gegenüber. Vor diesem Hintergrund wollen die Partnerländer weiterhin die notwendigen Fördermittel für gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte bereitstellen.

Besonderes Interesse an einer Fortsetzung der Förderaktivitäten bekundeten Frankreich und Deutschland bereits im Oktober 2011 in Berlin. Im Rahmen des 4. Forums zur Deutsch-Französischen Forschungskooperation identifizierten Ministerin Schavan und Minister Wauquiez die Pflanzengenomforschung als zentrale gemeinsame Leuchtturmaktivität im Rahmen der Biotechnologie. Ziel beider Länder sei es, die weitere Entwicklung des Europäischen Forschungsraums entscheidend voranzutreiben.  

Die Perspektive der „PLANT-KBBE“-Partner („Transnational PLantAlliance for Novel Technologies – towards implementing theKnowledge-Based Bio-Economy in Europe“) geht aber noch weiter:  Als erneuerbare Ressource ist die Pflanze elementare Grundlage einer umfassenden „Bio-Industrialisierung“. Neben dem Ausbau der Bio-Energie ist sie die Ausgangsbasis nachwachsender, pflanzenbasierter Bio-Materialien, die vor allem in der Medizintechnik, der Chemie- und Textilindustrie eingesetzt werden können.

Nun gilt es, die Absichtserklärung mit praktischen Inhalten zu füllen. Dazu werden die PLANT-KBBE-Partnerländer unter dem Titel „Lebens- und Futtermittel: Nutzpflanzenerträge und Lebensmittelsicherheit im Kontext des Klimawandels“ noch in dieser Woche eine neue transnationale Bekanntmachung veröffentlichen.

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