Landwirtschaft neu gedacht

22.03.2012 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Eine große Herausforderung: Sicherung der Welternährung. (Quelle: © luigi giordano / Fotolia.com)
Eine große Herausforderung: Sicherung der Welternährung. (Quelle: © luigi giordano / Fotolia.com)

Mit einer neuen Vision für die Landwirtschaft will eine globale Stakeholder-Initiative die Welt verbessern.

Das World Economic Forum hat 18 Monate lang mit weltweit 350 Entscheidern aus allen Gesellschaftsbereichen über die Zukunft der Landwirtschaft diskutiert. Hintergrund war, dass die Landwirtschaft eine Schlüsselbranche für die globale Entwicklung ist. Ihre Vision: Landwirtschaft soll mehr sein als die Produktion von Nahrung und Rohstoffen. Sie soll zur wirtschaftlichen Entwicklung in ländlichen Regionen beitragen und ein elementarer Bestandteil einer nachhaltigen Wirtschaft sein.

Immense Herausforderungen

Der Bedarf an Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen wird in den kommenden Jahrzehnten stark ansteigen. Bis 2050 werden mehr als 9 Mrd. Menschen die Welt bevölkern, so schätzt die UNO. Heute sind es 7 Mrd. Weltweit leben heute 3,5 Mrd. Menschen in urbanen Zentren. 2050 sollen es rund 6,5 Mrd. sein. Durch das Leben in Metropolregionen gelangen prozentual mehr Menschen zu Wohlstand. Mit wachsendem Wohlstand steigt die Nachfrage nach Fleisch – bis 2050 voraussichtlich um 75% auf fast 470 Mio. Tonnen. Um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren, sind je nach Tier eineinhalb bis drei Kilogramm Futtermittel nötig. Auch der Energie- und Ressourcenverbrauch wächst stark und konkurriert zunehmend mit der Nahrungsproduktion. Die knappen fossilen Rohstoffe sollen Stück für Stück durch biogene Ressourcen ersetzt werden – auch aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes.

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Ackerflächen werden knapper und neue Ideen sind gefragt: Urban gardening, also die Nutzung von städtischen Flächen, ist ein Ansatz.

Ackerflächen werden knapper und neue Ideen sind gefragt: Urban gardening, also die Nutzung von städtischen Flächen, ist ein Ansatz.

Quelle: © nickos / Fotolia.com

Schätzungen zufolge, muss sich die landwirtschaftliche Produktion bis 2050 mehr als verdoppeln, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Die nutzbare Ackerfläche - derzeit etwa 760 Mio. Hektar - kann jedoch kaum noch erweitert werden. Maximal 90 Mio. Hektar Land könnten zusätzlich nutzbar gemacht werden, kalkuliert die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Die notwendige Ertragssteigerung muss somit größtenteils über eine Produktivitätssteigerung erfolgen. Doch der Klimawandel verringert weltweit die Ertragssicherheit. Böden werden unfruchtbarer (z.B. Trockenheit, Versalzung, Überdüngung) und Ressourcen wie Wasser und Nährstoffe knapper bzw. teurer. Die Landwirtschaft trägt zudem erheblich zum Klimawandel und zur Umweltzerstörung bei. Sie ist für 70% des weltweiten Wassergebrauchs verantwortlich und für 30% der Treibhausgasemissionen.

Die Verteilung von Nahrungsmitteln ist ein Schlüsselfaktor. Fast jeder siebente Mensch hungert, die Hälfte davon sind Bauern. Eine Folge ungerechter Nahrungsverteilung sind soziale Unruhen. Ursachen für Hunger sind wenig produktive Anbaumethoden, Dürren und hohe Lebensmittelpreise, aber auch hohe Nachernteverluste, eine fehlende Infrastruktur für Transport und Lagerung sowie Lebensmittelver-schwendung.

Besonders die arme Bevölkerung in Entwicklungsländern ist von Mangelernährung und deren Folgen bedroht: körperliche und kognitive Schäden, eine erhöhte Verwundbarkeit, schwindende Produktivität. Hunger ist eine Ursache für die Flucht der ländlichen Bevölkerung in Ballungsgebiete. Wenn 2050 etwa 70% der Weltbevölkerung in Städten leben, wird eine effektive Nahrungsverteilung noch wichtiger. In Städten steigt auch die Bedeutung von prozessierter Nahrung, von Verpackung und Logistik innerhalb der Warenkette. Aber auch neue Konzepte wie Sky Farming oder Urban Gardening gewinnen an Bedeutung und stellen die landwirtschaftliche und gärtnerische Produktion vor neue Herausforderungen.

Der Weg: Stakeholder und ihre Aufgaben

Die Initiatoren der Roadmap, darunter 17 global tätige Unternehmen, sind sich einig: Nur sozial inklusive marktorientierte Strategien, die von Landwirten, Unternehmen, Regierungen und Zivilgesellschaft gemeinsam getragen werden, können die globale Landwirtschaft nachhaltig verbessern. Alle Stakeholder müssen dazu ihren Beitrag leisten: Industrie- und Entwicklungsländer, Exporteure und Importeure, Großproduzenten und Kleinbauern.

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Neue Konzepte, wie das Vertical Farming, müssen erarbeitet werden, um den Mangel an Produktionsflächen auszugleichen.

Neue Konzepte, wie das Vertical Farming, müssen erarbeitet werden, um den Mangel an Produktionsflächen auszugleichen.

Quelle: © Valcenteu / Wikmedia.org; CC BY-SA 3.0

Die Politik ist ein Schlüsselfaktor für dringend benötigte zusätzliche Investitionen in die Landwirtschaft. Regierungen haben daher eine Führungsrolle für die ganzheitliche Transformation der Agrarwirtschaft. Sie sind gefordert, stabile Rahmenbedingungen zu schaffen, die einerseits Marktmechanismen und Transformationsprozesse unterstützen, indem sie gezielt Anreize für Investitionen (z.B. Steuererleichterungen) und Innovationen (z.B. Förderprogramme) schaffen. Gleichzeitig muss dieser Ordnungsrahmen dem Wohl der Bevölkerung dienen, in dem er den Zugang zu Nahrung, Bildung, Sicherheit, Wohlstand und Gleichberechtigung verbessert. Der Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen ist ein drittes Handlungsfeld der Politik.

Die Zivilgesellschaft inkl. NGOs und Stiftungen vertritt die Interessen von Gesellschaft und Umwelt gegenüber Wirtschaft und Politik. Sie hat die Aufgabe, gesellschaftliche Akteure für die gemeinsame Anstrengung zu mobilisieren. Durch Bildung und Beratung stärken NGOs lokale Kompetenzen und schaffen damit eine Voraussetzung für das Vertrauen in Marktmechanismen und für rationale Entscheidungen. Sie bieten eine Infrastruktur, die lokale Akteure befähigt, sich zu organisieren und miteinander zu vernetzen. Stiftungen können Forschungsprojekte und Logistikvorhaben finanziell unterstützen und helfen so, die finanziellen Risiken für einzelne Akteure zu minimieren.

Der private Sektor vereint alle Individuen und Institutionen, die Waren oder Dienstleistungen produzieren bzw. vertreiben. In der Land- und Ernährungswirtschaft reicht das Spektrum von Kleinbauern, die für den Eigenbedarf produzieren, bis hin zu multinationalen Konzernen.

Großunternehmen sind gefordert, durch Investitionen, Innovationen und Wettbewerb die operative Umsetzung der Vision voranzutreiben. Ihre Aufgabe ist es, den Märkten eine ausreichende Menge an erschwinglichen Produkten und Technologien bereitzustellen. Damit tragen sie zur Stabilisierung der Agrarmärkte bei. Innovationen brauchen Forschung und Entwicklung. Unternehmen sollten daher ihre Forschungsanstrengungen gezielt ausbauen. Wichtige Themen sind hier veränderte Nachfragebedürfnisse und Produktionsbedingungen sowie die Effizienzsteigerung entlang der Wertschöpfungskette. Kooperationen helfen Finanzen und Kompetenzen zu bündeln. In dem Maße wie die Großindustrie lokale Verarbeitungskapazitäten und Vertriebswege nutzt, profitieren lokale klein- und mittelständige Unternehmen vom Engagement der Großen.

Landwirte sind zugleich Produzenten und Unternehmer. Sie tragen entscheidend zur Versorgung der lokalen Bevölkerung bei. Kleinbauern müssen befähigt werden, mit den jeweils optimalen Technologien und Produktionssystemen effizient, bedarfsgerecht und nachhaltig zu produzieren. Hierzu braucht es Bildung und Beratung zur Unterstützung des Technologietransfers von der Forschung in die Praxis. Dieser Know-how-Transfer kann durch Kooperationen mit Wissenschaft und Industrie gefördert werden. Für den wirtschaftlichen Erfolg im ländlichen Raum spielen Frauen eine besondere Rolle.

Zur Umsetzung braucht es den richtigen Rahmen

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Investitionen in Forschung und Entwicklung sind zwingend nötig.

Investitionen in Forschung und Entwicklung sind zwingend nötig.

Quelle: © Sven Hoppe / Fotolia.com

Wie kann die Landwirtschaft nun produktiver und nachhaltiger werden? Neue Technologien, Produkte und Verfahren ermöglichen gezielte Interventionen an spezifischen Problemstellen der Warenkette. Sie werden sich aber nur in der Praxis etablieren, wenn politische Rahmenbedingungen, eine funktionierende Infrastruktur und eine entsprechende Marktstruktur dies ermöglichen, betonen die Autoren der Roadmap. Die Transformation der Landwirtschaft muss daher ganzheitlich gedacht werden. Hindernisse und Optimierungsbedarf gibt es dabei von der Forschung bis zum Konsum.

Während einige Probleme in vielen Ländern gleich sind – etwa ein schlechter Zugang zu Inputfaktoren (Saatgut, Wasser, Nährstoffe und Pflanzenschutz), fehlende Finanzen oder schlechte Lagerungsbedingungen –, unterscheiden sich die jeweils effektivsten Lösungen je nach Land und System. Lösungsansätze sollten daher auf lokalen Stärken aufbauen. Dies bedeutet eine stärkere Diversifizierung von Produktion, Verarbeitung und Konsumtion und damit eine Abkehr von den heute noch verfolgten globalen Konzepten.

Der politische Rahmen (Gesetze, Richtlinien) muss transparent, faktenbasiert und aufeinander abgestimmt sein, um Investoren Rechtsicherheit zu geben. Klare Standards im Rahmen einer „good governance“ müssen festlegen, wie die Regelungen umgesetzt, Finanzen verteilt und Qualität gesichert werden. Staatliche Investitions- und Förderprogramme sollten eng mit lokalen Partnern aus Verwaltung und Zivilgesellschaft abgestimmt werden, um lokale Strukturen und kulturelle Besonderheiten zu berücksichtigen. Eine gezielte Förderung von Projektmanagement-Büros vor Ort kann die Zivilgesellschaft dabei unterstützen, die Vielzahl der Stakeholderinteressen zu balancieren, Investitionen zu koordinieren und deren zeitnahe Implementierung sicherzustellen. Dies bedeutet auch eine völlig neue Qualität an Transparenz und Partizipation.

Erst eine stabile Infrastruktur (Straßen, Elektrizität, Bahnlinien, Häfen, Aquädukte, Speichersysteme und Telekommunikation) ermöglicht eine effiziente Logistik und Lagerung von Waren und damit wirtschaftlich nachhaltige Marktaktivitäten. Vor allem in Regionen mit hohem landwirtschaftlichem Potenzial und vielen Kleinbauern sollte die Infrastruktur mit koordinierten Investitionen verbessert werden. Auf diese Weise kann die Produktion von Grundnahrungsmitteln erhöht und die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Regionen befördert werden.

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Pflanzenschutzmittel sind einer der Inputfaktoren, um die Stabilität von Erträgen zu sichern.

Pflanzenschutzmittel sind einer der Inputfaktoren, um die Stabilität von Erträgen zu sichern.

Quelle: © iStockphoto.com/ Federico Rostagno

Eine nachhaltige Wirtschaft verlangt nach Marktstrukturen, die Erzeugern ermöglichen, die Bedürfnisse der Verbraucher effizient zu erfüllen. Hierzu braucht es stabile vor allem aber auch faire Marktbeziehungen zwischen den Akteuren (Netzwerke) sowie eine bedarfsgerechtere Produktion. Liberale Marktstrukturen fördern die Eigeninitiative von Unternehmern und damit die wirtschaftliche Entwicklung – dies zeigen die Entwicklungen der letzten 20 Jahre in China und Vietnam. Nur starke Akteure können investieren. Die Ansiedlungs- und Unternehmenspolitik muss daher zukunftsfähige Finanzierungs- und Geschäftsmodelle fördern. Dabei gilt es wirtschaftliche Ziele mit lokalen ökologischen und sozialen Zielstellungen zu verknüpfen.

Im Sinne eines langfristigen Ressourcenmanagements müssen Umweltkosten stärker berücksichtigt und in die Systembetrachtung einbezogen werden. Solange Preise für Waren nicht die verursachten Umweltkosten einbeziehen bzw. diese auf die Gesellschaft abgewälzt werden, werden Unternehmen animiert Ressourcen zu verschwenden und übermäßig auszubeuten. Handelsbarrieren, wie z.B. die durch die Abschottung des europäischen Binnenmarktes geschaffenen, treiben Produktionskosten in die Höhe und beeinträchtigen effiziente Warenströme über Grenzen hinweg – konsistente Handelsregularien erhöhen dagegen die Wettbewerbsfähigkeit, die Fairness und eine stabile Versorgung der Weltbevölkerung mit Produkten und Technologien.

Ziele und Handlungsempfehlungen

Die Roadmap benennt konkrete Ziele und Ansatzpunkte zur Transformation der Landwirtschaft im globalen Kontext.

Nahrungssicherung: Um Hunger und Mangelernährung zu bekämpfen, muss die landwirtschaftliche Produktion je Dekade um 20% gesteigert werden. Hierzu ist eine Grüne Revolution der Kleinbauern nötig. Mit modernen Technologien (z.B. effizienten Bewässerungs-, Düngesystemen) und optimierten Anbauverfahren (z.B. Mischkulturen) können Erträge nachhaltig gesichert und erhöht werden. Nutzpflanzen gilt es besser an regionale Bedingungen (Böden, Klimawandel, Schädlingsdruck) anzupassen. Den Wissens- und Technologietransfer von der Forschung zum Landwirt gilt es durch Bildungs- und Beratungsangebote zu fördern. Vor allem so genannte Orphan Crops (lokale Grundnahrungspflanzen wie Teff, Hirse) bieten Möglichkeiten für die Züchtung neuer Sorten.

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Hirse zählt zu den

Hirse zählt zu den "orphan crops". Dies sind Nutzpflanzen, die zwar bekannt, jedoch international wenig beachtet sind. Hier könnten ungeahnte Potentiale schlummern.

Quelle: © CIS / pixelio.de

Um die Mangelernährung zu reduzieren, sollten besonders proteinreiche Sorten gezüchtet werden. Die Biofortifikation ermöglicht die (gentechnische) Anreicherung von Grundnahrungsmitteln mit Vitaminen oder Mineralien. Netzwerke zwischen Produzenten, Verarbeitungsbetrieben und Handel stellen sicher, dass die Produktionssteigerung der Landwirtschaft am Bedarf der Nachfrager ausgerichtet ist. Eine verantwortungsvolle Landexpansion ist nötig, um den steigenden Bedarf nach Agrarprodukten zu befriedigen ohne den Druck auf Waldflächen zu erhöhen. Auf Monokulturen sollte weitestgehend verzichtet werden.

Gleichzeitig gilt es Verluste entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Feld bis zum Verbraucher deutlich zu reduzieren. Durch Produktivitätssteigerungen und ein verbessertes Produktdesign können die Kosten für Produktion und Distribution weiter gesenkt und so die Einkommen der Bevölkerung erhöht werden. Information und Bildung sollen die Bevölkerung über eine gesunde Ernährung und Hygiene (z.B. beim Stillen, sanitäre Einrichtungen) aufklären und zu einem nachhaltigen Konsum ermutigen. Das Thema Gesundheit muss in einem breiteren Rahmen verstanden werden. Hier gilt es, Fragestellungen der Nahrungsproduktion (gesunde und nahrhafte Lebensmittel) stärker mit Ernährungs- (Unter- und Überernährung) und Gesundheitsfragen zu verknüpfen.

Ökologische Nachhaltigkeit: Die Landbewirtschaftung muss ökologisch nachhaltiger werden. Dazu müssen Treibhausgasemissionen je Dekade um 20% gesenkt werden. Der Ressourceneinsatz (Fläche, Wasser, Dünger, Pflanzenschutzmittel) muss effizienter werden, um knappe Ressourcen zu schonen und die Umweltkosten der Bewirtschaftung (Bodendegradation, Biodiversitätsverlust) zu reduzieren. Die Pflanzenzüchtung kann diese Entwicklung unterstützen durch die Züchtung ertragreicher gut angepasster und genügsamer Sorten.

Wirtschaftliche Entwicklung: Der Anteil der verarmten ländlichen Bevölkerung, die von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag leben muss, soll je Dekade um 20% gesenkt werden. Vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern ist die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der wirtschaftliche Erfolg der ländlichen Bevölkerung wird dabei entscheidend beeinflusst durch eine funktionierende Infrastruktur und den Zugang zu Märkten. Landwirte, die Geld verdienen, können konsumieren, schaffen Arbeitsplätze und Einkommen für lokale Unternehmen und Dienstleister. Florierende lokale Gemeinden können mehr in Bildung und Gesundheit investieren und treiben die Produktivität voran. Davon profitieren ganze Nationen.

Die Politik muss einerseits Anreize für Investition schaffen (z.B. Steuerentlastungen für Start-up Unternehmen). Andererseits muss sie Bedenken der lokalen Bevölkerung z.B. vor neuen Technologien reduzieren und klare Regularien für Investoren festschreiben. Gezielte Fördermaßnahmen helfen, Innovationen voranzutreiben und finanzielle Risiken der verschiedenen Akteure zu reduzieren.

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Auch arme Regionen dieser Erde müssen bei der Umsetzung dieser Vision mit bedacht werden. Viele arme Bauern sind auf die Landwirtschaft angewiesen, um nicht zu verhungern.

Auch arme Regionen dieser Erde müssen bei der Umsetzung dieser Vision mit bedacht werden. Viele arme Bauern sind auf die Landwirtschaft angewiesen, um nicht zu verhungern.

Quelle: © cronopio / Fotolia.com

Land grabbing ist bereits heute ein zentrales Problem in einigen Regionen der Welt. Es führt zu einer Umverteilung an Eigentumsrechten und damit den Zugangsmöglichkeiten zu den Ressourcen Boden und Wasser. Teilweise kommt es zur Vertreibung von lokalen Bevölkerungsgruppen. Andererseits schafft Land Grabbing auch die Voraussetzung für benötigte Investitionen sowie den Transfer innovativer Technologien und Produktionsmethoden. Entscheidend sind die Entwicklung funktionierender Regularien und eine faire Beteiligung der lokalen Bevölkerung sowie ein erweiterter Technologietransfer.  

In einigen Ländern gibt es bereits erste gesellschaftliche Initiativen, die an der Umsetzung der Vision arbeiten. Mit seiner Vision einer neuen Landwirtschaft startet das World Economic Forum eine breite gesellschaftliche Debatte um Notwendigkeiten und Handlungsoptionen einer produktiveren und nachhaltigeren Landwirtschaft – von der Forschung bis zum Konsum. Die beteiligten Unternehmen wollen als Partner und Akteure an diesem Prozess arbeiten. Alle Stakeholder sind aufgerufen, sich aktiv zu beteiligen.

Ob die Initiative zu einer Erfolgsgeschichte wird, werden wir in den kommenden Jahrzehnten sehen. Die vor uns stehenden Herausforderungen verlangen nach Visionen und Aktionen. Kritisch gesehen wird das Konzeptpapier von einigen NGO’s. Diese sehen in den formulierten Visionen die Gefahr einer weiteren Monopolisierung und weniger den Appell zur verstärkten Diversifizierung und Partizipation sämtlicher Interessensgruppen. Wenn aus dieser ablehnenden Haltung eine konstruktiv-kritische Begleitung des Gesamtprozesses erwächst, wäre ein wichtiger erster Schritt getan.

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