Nachhaltige Konzepte für die Stadt der Zukunft auf der Expo 2010

27.05.2010 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Eine grüne Stadt ist trotz Wassersparen möglich. (Quelle: © iStockphoto.com/ Richard Goerg)
Eine grüne Stadt ist trotz Wassersparen möglich. (Quelle: © iStockphoto.com/ Richard Goerg)

Die diesjährige Internationale Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai steht ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Unter dem Motto „Better City, Better Life“ präsentieren über 240 Aussteller aus der ganzen Welt nachhaltige, integrative Konzepte für die Städte der Zukunft. Eine innovative Wasserspartechnologie, die das Leben in der Stadt verbessern kann, ist Geohumus. Das wasserspeichernde Bodengranulat hilft, Städte zu begrünen und die knappe Ressource Wasser effizienter zu nutzen.

Geohumus ist ein biologisch abbaubarer Bodenhilfsstoff, der das 40-Fache seines Eigengewichts an Wasser speichert und den Pflanzen wieder bereitstellt. So geht weniger Wasser durch Verdunstung und Versickern verloren. Die Wasserspartechnologie kommt bereits bei der Rekultivierung von zerstörten Landschaften, der Eindämmung von Wüsten, im Garten- und Landschaftsbau sowie für Effizienzsteigerungen in der Landwirtschaft zum Einsatz. Mit Blick auf zunehmende Sommertrockenheit als eine Folge des globalen Klimawandels in Regionen wie z.B. Brandenburg, kann das Granulat helfen, negative Effekte abzufedern. Und auch in Städten kann das Bodengranulat beim Wasser- sparen helfen, z.B. in Grünanlagen, auf bepflanzten Verkehrsinseln, auf Sportplätzen und begrünten Balkonen. 

Entwickelt wurde das Bodengranulat vom Frankfurter Unternehmen Geohumus International GmbH gemeinsam mit Forschern der Universität Gießen und der Universität Hohenheim. Das Granulat besteht aus einem wasserabsorbierenden Polymer (organische Komponente), Vulkangesteinsmehl, Tonmineralien und Silikaten (mineralische Komponente). Es speichert das Wasser im Boden und stellt es genau dort zur Verfügung, wo es zum Pflanzenwachstum benötigt wird – an der Wurzel. Dadurch können bis zu 50 Prozent des Bewässerungswassers eingespart werden. Zudem versorgen die mineralischen Bodenhelfer die Pflanzen mit Mineralien und Nährstoffen und durchlüften den Boden. Die effizientere Bewässerung kann helfen, Bodenversalzung zu vermeiden. 

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Besucher am Geohumus-Stand auf der Expo 2010 in Shanghai.

Besucher am Geohumus-Stand auf der Expo 2010 in Shanghai.

Bildquelle: © Yolanda vom Hagen, Fotografin des Deutschen Pavillons der Expo 2010 Shanghai. Yovohagrafie, Deutscher Pavillon

Die vielversprechende Wasserspartechnologie Geohumus wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. 2005 erhielt das Unternehmen den Frankfurter Gründerpreises. Es folgten der hessische und der deutsche Gründerpreis 2006, der Umweltpreis 2007 (3. Platz) der Stiftung Arbeit und Umwelt und des Umweltministeriums NRW. Im Jahr 2007 wurde die Geohumus International GmbH zudem als „Ausgewählter Ort 2007“ der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet. Heute sind am Standort Frankfurt am Main über 20 Mitarbeiter tätig. In der neuen Produktionsanlage des Unternehmens werden pro Jahr rund 25.000 Tonnen Geohumus-Granulat produziert. 

Auf der Expo 2010 präsentiert sich der Entwickler des vielversprechenden Granulats im deutschen Pavillon „balancity“. Mit der „Stadt im Gleichgewicht“ wollen die deutschen Aussteller zeigen, dass es durchaus erstrebenswert sein kann in einer Stadt zu leben, wenn sie sich im Gleichgewicht zwischen Erneuern und Bewahren, Innovation und Tradition, Stadt und Natur, Gemeinschaft und Individuum, Arbeit und Freizeit befindet. Visuell führt der Pavillon durch fünf unterschiedlich inszenierte Stadträume. Neben dem Wasserspeichergranulat Geohumus sind im Themenpark „Fabrik“ weitere 33 innovative Technologien und Materialien aus der deutschen Wirtschaft und Forschung zu sehen. Bei der bisher größten Weltausstellung werden zwischen Mai und Oktober 2010 über 70 Millionen Besucher erwartet. 

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