Volluniversität mit exzellenten Aussichten

10.11.2009 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

(Quelle: © iStockphoto.com/ Sven Hoppe)
(Quelle: © iStockphoto.com/ Sven Hoppe)

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg: Zehn Nobelpreisträger, davon zehn für Naturwissenschaftler (die meisten für Chemie) haben in Freiburg geforscht und gelehrt. Den letzten Preis gab es erst im letzten Jahr für Harald zur Hausen für Medizin und Physiologie.

ALBRECHT-LUDWIGS-UNIVERSITÄT FREIBURG 

Die traditionell eher in den Geisteswissenschaften verankerte Hochschule ist heute für seine Naturwissenschaften hochgelobt. Das wird nicht nur an den Nobelpreisträgern deutlich. Nicht zuletzt erfährt der Fachbereich dank der Exzellenzinitiative aus dem Jahr 2007 hohen Zuspruch.

Freiburg/Berlin – Wie hebt man sich als so genannte Eliteuniversität in Deutschland von den anderen Hochschulen ab, die ebenfalls das Prädikat exzellent tragen? Beispielsweise durch einzigartige Forschungsansätze, überzeugende Resultate und bahnbrechende Konzeptionierung. Aber andere Wege können vorsorglich nicht schaden. Ganz im digitalen Zeitalter angekommen, hat sich die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg die Domain www.exzellenz-uni.de gesichert. Schon vor Verkündigung des Endergebnisses. Gut dass es geklappt hat. Seit 2007 ist die Uni Freiburg Teil der Exzellenzinitiative in Deutschland und wer eben genannte Adresse im Browser eintippt, landet automatisch auf der Startseite der Freiburger Hochschule. Soweit so gut. Zum Gelingen trugen dann aber doch andere Kriterien bei. Die Spemann Graduate School of Biology and Medicine, der Exzellenzcluster Centre of Biological Signalling Studies, sowie das Zukunftskonzept zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung der Hochschule („Elite-Uni“) sicherten den Erfolg. Zum Konzept gehörten das Freiburg Institute für Advanced Studies (FRIAS) und die Internationale Graduiertenakademie (IGA). Die von Erzherzog Albrecht VI. gegründete Hochschule besteht schon seit über 550 Jahren. Damit ist sie eine der ältesten Universitäten in Deutschland. Während 1457 zunächst nur die Fakultäten Theologie, Jura, Medizin und Philosophie die Lehranstalt umfassten, gibt es heute elf Fakultäten an der Volluniversität. An den 168 Studiengängen sind 21 022 Studierende eingeschrieben, 5760 Personen sind an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg beschäftigt, davon 1842 im wissenschaftlichen Bereich. Im letzten Jahr konnten 713 Promotionen und 49 Habilitationen verzeichnet werden. Seit 2008 leitet Hans-Jochen Schiewer die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Pflanzenwissenschaftler: Riesen Auswahl für Forscher

Pflanzenwissenschaftlich Interessierte können in Freiburg aus einer großen Bandbreite auswählen. Zum einen bietet die Fakultät Forst- und Umweltwissenschaften mehrere Bachelor- und Masterstudiengänge an, wie z.B. den Master of Forest Ecology and Management oder den Master Geographie des Globalen Wandels. Danach kann die Forschung auf der Graduiertenschule „Environment, Society and Global Change“ fortgesetzt werden. Für Interessenten des Studiengangs Biologie sieht es noch besser aus. Obwohl Diplomstudiengänge allgemein eher am Aussterben sind, hält die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Fach Biotechnologie am Diplom fest. Grund dafür ist der besondere trinationale Aufbau, der vorsieht dass Studenten in Freiburg, Straßburg, Karlsruhe und Basel Vorlesungen besuchen. Unterrichtssprachen sind deutsch, französisch und englisch und auch das Diplom ist dreisprachig. Das Fach Bioinformatik und Systembiologie schließt jedoch mit dem Master ab. Hier lernen Studenten an der Schnittstelle zwischen Informatik, Mathematik und Naturwissenschaften. Die Forschung an der Freiburger Biologie-Fakultät ist vielfach prämiert. Das CHE-Ranking vergab in seiner letzten Untersuchung für Forschungsreputation, Laborausstattung und Studiensituation insgesamt mehrere Spitzenplätze. Die Auswahl und Spezialisierung der Bereiche erscheint auf den ersten Blick nahezu grenzenlos. Aus den 16 Forschungsschwerpunkten können u.a. Biochemie der Pflanzen, Botanik: Pflanzenphysiologie und Pflanzenbiotechnologie genannt werden. Dazu kommen mehrere Sonderforschungsbereiche, beispielsweise der SFB 476: Funktionelle Spezifität durch Kopplung und Modifikation von Proteinen. Außerdem bietet die Fakultät  mehrere, spezielle Wissenschaftszentren und Graduiertenschulen, z.B. das Zentrum für angewandte Biowissenschaften (ZAB), das Zentrum für biologische Signalstudien (bioss) und das Zentrum für Biosystemanalyse (ZBSA). Im Rahmen der Exzellenzinitiative überzeugten das interdisziplinäre Zentrum für biologische Signalstudien (bioss) und die Spemann Graduate School of Biology and Medicine.

Mit Forschungsverbünden in die Zukunft und zurück zur Wissenselite

Interdisziplinär verhält sich die Freiburger Uni auch in Bezug auf ihre europäischen Kollegen. Zusammen mit anderen Hochschulen nimmt die Lehranstalt an den Forscherbündnissen LERU (League of European Research Universities) und EUCOR (Europäische Konföderation der Oberrheinischen Universitäten) teil. Das spezielle Konzept von EUCOR: eine Zusammenarbeit in Forschung und Lehre ermöglicht den Studierenden an allen Partnerunis dieselben Bedingungen. Gemeinsame Studiengänge und Forschungsarbeiten tragen den Verbund, zu dem außer der Freiburger Hochschule noch die Universitäten in Straßburg, Basel, Mulhouse/Colmar und Karlsruhe gehören. LERU ist ein 2002 gegründeter Verbund, der mittlerweile 20 forschungsstarke Universitäten unter einem Dach vereint. Das Interessante an diesem Zusammenschluss, der den Austausch der Hochschulen im Bereich Forschung fördert, ist die Erkenntnis, dass Europa seine Vormachtstellung in der Grundlagenforschung verloren hat. Nach der Erkenntnis folgen die Ambitionen. Der führende Kontinent des 21. Jahrhunderts wenn es um Wissen und Wissenschaft geht, soll Europa werden – mithilfe von Nachwuchswissenschaftlern. Eine schöne Idee, an die auch die Spitzenunis München, Heidelberg, Cambridge und Oxford glauben.

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