CEPLAS überzeugt erneut im Exzellenzwettbewerb
DFG und Wissenschaftsrat wählen Pflanzenforschungscluster für dritte Förderphase aus
Der Exzellenzcluster CEPLAS ist auch bei dieser Ausschreibungsrunde der Exzellenzstrategie erfolgreich (Bildquelle: HHU / Steffen Köhler)
CEPLAS – der Exzellenzcluster für pflanzenwissenschaftliche Forschung – sichert sich erneut die Förderung durch die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern. Ein starkes Signal für die Bedeutung dieser Grundlagenforschung im Spannungsfeld von Klimawandel, Ernährungssicherheit, Naturschutz und Ressourcenknappheit.
Großer Erfolg für die pflanzengenetische Forschung in Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt: Am 22. Mai 2025 gaben die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat bekannt, dass der Exzellenzcluster CEPLAS (Cluster of Excellence on Plant Sciences) auch in der nächsten Förderphase der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert wird. Mit dabei sind fünf renommierte Partnerinstitutionen: die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) als Sprecherhochschule, die Universität zu Köln, das Forschungszentrum Jülich, das Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung (MPIPZ) sowie neu im Verbund das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben. Die neue Förderphase ab 2026 steht unter dem wissenschaftlichen Leitmotto „SMARTe Pflanzen in Dynamischen Umwelten“ und ist auf sieben Jahre angelegt – mit einem beantragten Fördervolumen von rund 56 Millionen Euro.
Vertreterinnen und Vertreter der fünf am Exzellenzcluster CEPLAS beteiligten Institutionen (von links und oben): CEPLAS-Sprecherin Prof. Dr. Maria von Korff Schmising, HHU; Prof. Dr. Bart Thomma, Universität zu Köln, CEPLAS-Kosprecher; Prof. Dr. Nicolaus von Wirén, IPK Gatersleben; Prof. Dr. Miltos Tsiantis, MPIPZ; Prof. Dr. Björn Usadel und Dr. Shizue Matsubara, Forschungszentrum Jülich. (Fotos (v.l.): HHU / Steffen Köhler; Univ. zu Köln / Guy Ackermanns; IPK / Lynne Tiller; MPIPZ / Frank Vinken; FZJ / Raimund Knauf und Regine Panknin).
Bildquelle: CEPLAS
Ein einzigartiger Cluster mit klarem Ziel
Der Klimawandel und die zunehmende Knappheit natürlicher Ressourcen bedrohen weltweit sowohl die Ernährungssicherheit als auch die Stabilität ökologischer Systeme. CEPLAS begegnet diesen Herausforderungen mit innovativer Grundlagenforschung: Im Zentrum stehen Pflanzen und ihre assoziierten Mikroorganismen – ihre sogenannte Mikrobiota. Diese Mikroben sind für die Pflanzen überlebenswichtig, da sie sie bei der Nährstoffaufnahme unterstützen und sie vor Krankheitserregern schützen. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie dieses Zusammenspiel an sich wandelnde Umweltbedingungen angepasst werden kann – etwa bei Wasser- oder Nährstoffmangel.
Gefördert wird nun die dritte Phase des Clusters. In den vorangegangenen Förderperioden (2012–2018 und 2019–2025) konnten CEPLAS-Forschende grundlegende molekulare Mechanismen aufdecken, die das Pflanzenwachstum, den Stoffwechsel und die Interaktion mit Mikroorganismen beeinflussen.
CEPLAS ist der einzige Exzellenzcluster mit dem Ziel, die genetischen und molekularen Grundlagen von Pflanzenmerkmalen so umfassend zu verstehen, dass Wachstum und Ertrag in unterschiedlichen Umwelten präzise vorhergesagt werden können, wie CEPLAS-Sprecherin Prof. Dr. Maria von Korff Schmising erklärt.
Ko-Sprecher Prof. Dr. Bart Thomma von der Universität zu Köln ergänzt: „Mit Hilfe dieser Vorhersagen werden neue Ansätze für das gezielte Design von Pflanzen mit neuen Eigenschaften und verbesserter Anpassung an Umweltvariation und Ressourcenmangel entwickelt.“
Das IPK bereichert CEPLAS u.a. mit modernsten Phänotypisierungsplattformen, einer der größten Genbanken der Welt und Expertise in der Nutzpflanzengenetik. Im Bild zu sehen: Ein modernes Rhizotron, mit dem Wurzeln phänotypisiert werden.
Bildquelle: IPK Gaterselben, J. Himpe
Verstärkung aus Gatersleben
Mit dem Beitritt des IPK in Gatersleben erhält CEPLAS zusätzlichen Schub. Das Institut bringt nicht nur eine der größten Genbanken der Welt, sondern u.a. auch modernste Phänotypisierungsplattformen und Expertise in der Nutzpflanzengenetik ein.
Prof. Dr. Nicolaus von Wirén, geschäftsführender Direktor des IPK, sieht darin eine große Chance: „Wir freuen uns, mit neuen Ideen und Methoden zur Wurzelforschung, zur Chromosomen- und Systembiologie sowie aus der Bioinformatik und der Künstlichen Intelligenz zusätzliche Schwerpunkte in CEPLAS setzen zu können. Dies ermöglicht es uns unter anderem, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung an Modellpflanzen auf Getreide zu übertragen. Zudem eröffnet uns die Beteiligung im Cluster neue Chancen in der Ausbildung unseres wissenschaftlichen Nachwuchses – etwa durch spezialisierte Kurse, interdisziplinäre Projekte und erweiterte Förderinstrumente.“
Zukunft gestalten – Nachwuchs fördern
Denn CEPLAS steht nicht nur für Exzellenz in der Forschung, sondern auch für gezielte Nachwuchsförderung. Ein breit aufgestelltes Qualifizierungsprogramm begleitet junge Talente vom Bachelor bis zur eigenen Nachwuchsgruppe – mit interdisziplinären Projekten, internationaler Vernetzung und individueller Betreuung.
HHU-Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck würdigt den Erfolg als Meilenstein: „CEPLAS hat das Profil der HHU nachhaltig geprägt, mit dem Cluster konnten wir eine starke wissenschaftliche Struktur aufbauen. Hierzu gehört auch das in Düsseldorf im Bau befindliche Plant Environmental Adaptation Center (PEAC), in dem zukünftige Umweltbedingungen simuliert und die Interaktion von Pflanze und Umwelt mit Hilfe von präzise steuerbaren und dynamisch variierbaren Umweltbedingungen untersucht werden können.“
CEPLAS Imagefilm 2024
Videoquelle: CEPLAS / YouTube
CEPLAS – ein Leuchtturmprojekt mit Ausstrahlung
Mit der Entscheidung von DFG und Wissenschaftsrat, CEPLAS erneut in die Exzellenzförderung aufzunehmen, erhält die pflanzenwissenschaftliche Forschung in Deutschland wichtige Impulse. Angesichts globaler Herausforderungen in der Landwirtschaft ist das nicht nur ein wissenschaftlicher, sondern auch ein gesellschaftlicher Gewinn.
Ob Klimakrise, Wassermangel, Naturschutz oder Ernährungssicherheit – CEPLAS forscht an den Grundlagen für eine nachhaltige Zukunft der Pflanzenproduktion. Und zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn exzellente Partner aus verschiedenen Disziplinen gemeinsam an einer Vision arbeiten.
Quellen:
Exzellenzcluster für Pflanzenforschung CEPLAS geht in dritte Runde (Pressemitteilung, CEPLAS, 22.05.2025)
IPK wird Partner im Exzellenzcluster CEPLAS für Pflanzenwissenschaften (Pressemitteilung, IPK Gatersleben, 23.05.2025)
Entscheidungen in zweiter Wettbewerbsrunde der Exzellenzstrategie: Exzellenzkommission wählt 70 Exzellenzcluster aus (Pressemitteilung, DFG/WR, 22.05.2025)
Titelbild: Der Exzellenzcluster CEPLAS ist auch bei dieser Ausschreibungsrunde der Exzellenzstrategie erfolgreich (Bildquelle: HHU / Steffen Köhler).