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Die additive genetische Varianz ist der wichtigste Bestandteil für die langfristige züchterische Verbesserung. Sie beschreibt den Anteil der genetischen Varianz, der auf unabhängige, vorhersagbare Wirkungen einzelner Allele zurückzuführen ist. Jedes Allel trägt wie ein „Punktebaustein“ zum Phänotyp bei – und diese Punkte werden von Generation zu Generation weitgehend stabil weitergegeben.

Beispiel: Nimmt man an, ein Allel erhöht die Pflanzenhöhe um 2 cm und ein anderes um 3 cm, dann wirken sie zusammen additiv und ergeben 5 cm Höhenzuwachs, unabhängig davon, von welchem Elternteil sie stammen. Diese einfache Vorhersagbarkeit ist für Züchter Gold wert: Sie ermöglicht es, Zuchtfortschritte genau zu berechnen – etwa über die sogenannte Heritabilität, also den erblichen Anteil eines Merkmals.

Je höher die additive Varianz für ein Merkmal ist, desto effizienter wirken Selektionsstrategien. Deshalb fokussieren sich klassische Linienzüchtungen insbesondere auf Merkmale wie Kornqualität, Blühverhalten oder Stressanpassungen, die stark additiv vererbt werden. Auch genomische Züchtungsverfahren – wie genomische Selektion – basieren darauf, additive Genwirkungen auf Basis vieler Markerloci vorherzusagen.

Dem gegenüber steht die nicht-additive genetische Varianz, die sich aus Dominanzvarianz und epistatischer Varianz zusammensetzt.

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