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Die ATHILA-Sequenz bezeichnet eine Gruppe von LTR-Retrotransposons (Long Terminal Repeat-Retrotransposons) aus der Ty3/Gypsy-Familie, die ursprünglich in Arabidopsis thaliana beschrieben wurde – daher der Name ATHILA (Arabidopsis thaliana LTR retrotransposon).

ATHILA-Elemente gehören zu den sogenannten transponierbaren Elementen, also beweglichen DNA-Sequenzen, die sich innerhalb des Genoms vervielfältigen und neu einfügen können. Sie sind typischerweise in perizentromerischen Regionen lokalisiert – also in der Nähe der Zentromere – und tragen dort zur genomischen Strukturbildung und -variation bei.

In einer Studie zur Meiose bei Hundsrosen (Rosa spp.) wurde gezeigt, dass bivalente Chromosomen – also jene, die sich während der Meiose paaren – relativ viele Kopien der ATHILA-Sequenz in ihren Zentromeren enthalten. Im Gegensatz dazu enthalten univalente Chromosomen andere Sequenztypen, etwa CANR4. Die unterschiedliche Zusammensetzung der Zentromere könnte die Bindungsstärke von Kinetochor-Proteinen wie CENH3 beeinflussen und so Auswirkungen auf die Vererbung haben.

ATHILA-Sequenzen spielen somit nicht nur eine Rolle in der genomischen Dynamik, sondern möglicherweise auch in der epigenetischen Regulation und der Chromosomenvererbung bei polyploiden Pflanzen.

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