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Die Dominanzvarianz ergibt sich aus der Interaktion zweier Allele am selben Genort (Locus). Diese Interaktion beschreibt, wie sich das Verhältnis von dominantem und rezessivem Allel auf ein Merkmal auswirkt. Dominante Allele können die Wirkung rezessiver Allele vollständig überdecken oder teilweise abschwächen verstärken – je nach Art der Dominanz (vollständig, partiell oder überdominant).

Ein klassisches Beispiel ist die Resistenz gegenüber bestimmten Pilzkrankheiten: Ist eine Resistenz durch ein dominantes Allel bestimmt, ist die Pflanze gesund, auch wenn sie zusätzlich ein nicht-resistentes Allel trägt. Der Effekt hängt also davon ab, wie die Allele kombiniert sind – und genau diese Kombination wird beim Erbgang häufig zerschlagen. Daher kann Dominanzvarianz im Gegensatz zur additiven Varianz nicht zuverlässig von Generation zu Generation weitergegeben werden.

In der Pflanzenzüchtung ist die Dominanzvarianz jedoch enorm wichtig, insbesondere bei Hybridzüchtung. Durch die Kreuzung zweier genetisch unterschiedlicher Linien entstehen Nachkommen, die durch Dominanz- und Überdominanzeffekte oft leistungsfähiger sind als beide Eltern – ein Phänomen, das als Heterosis bezeichnet wird. Viele unserer wichtigsten Kulturpflanzen wie Mais, Zuckerrübe oder zunehmend auch Roggen profitieren von diesem Effekt.

Für dauerhafte Sortenverbesserungen müssen die dominanten Effekte jedoch oft wieder in eine Form überführt werden, die eine stabile Vererbung ermöglicht – eine große Herausforderung der modernen Hybridforschung.

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