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In der Genetik beschreibt epistatisch (von griech. „epistasis“ = Hemmung, Überlagerung) das Verhältnis zwischen zwei Genen oder genetischen Signalwegen, bei dem die Wirkung eines Gens (oder eines Signals) die Ausprägung eines anderen Gens überlagert, unterdrückt oder funktionell voraussetzt.

Ein Gen A wirkt epistatisch über Gen B, wenn A nur dann eine Wirkung entfalten kann, wenn B aktiv ist – oder umgekehrt, wenn A die Wirkung von B vollständig unterdrückt. Dieses Konzept erlaubt Rückschlüsse auf die hierarchische Reihenfolge biologischer Prozesse.

In der Pflanzenentwicklungsbiologie wird der Begriff häufig verwendet, um Signalbeziehungen zwischen Hormonwegen oder genetischen Modulen zu beschreiben. So zeigen Studien in Arabidopsis thaliana, dass das Pflanzenhormon Cytokinin (CK) bei der vegetativen Phasenänderung epistatisch von Gibberellin (GA) abhängig ist: CK kann nur dann seine entwicklungsfördernde Wirkung entfalten, wenn die GA-Biosynthese und -Signalweiterleitung intakt sind.

Epistatische Beziehungen sind besonders in genetischen Analysen und bei der Interpretation von Mutantenphänotypen von Bedeutung – etwa in Doppelmutantenstudien, bei denen das Verhalten zweier Genveränderungen miteinander verglichen wird.

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