LPJ-GUESS ist ein dynamisches globales Vegetationsmodell (DGVM), das entwickelt wurde, um die Wechselwirkungen zwischen Vegetation, Klima und biogeochemischen Kreisläufen wie Kohlenstoff, Stickstoff und Wasser auf lokaler bis globaler Skala zu simulieren. Der Name steht für „Lund-Potsdam-Jena General Ecosystem Simulator“ und wurde in der Weiterentwicklung um „GUESS“ ergänzt, was für „General Ecosystem Simulator“ steht und die höhere Detailtiefe in der Darstellung von Vegetationsstrukturen und Konkurrenzprozessen betont.

Im Unterschied zu vielen anderen Vegetationsmodellen bildet LPJ-GUESS nicht nur Pflanzentypen und Umweltbedingungen ab, sondern berücksichtigt auch die demographische Dynamik von Pflanzenpopulationen, etwa durch die Simulation einzelner Alterskohorten von Bäumen innerhalb eines Waldstandorts. Dadurch lassen sich Prozesse wie Etablierung, Wachstum, Konkurrenz, Alterung und Mortalität detailliert nachbilden. Das Modell reagiert sensitiv auf Umweltveränderungen wie Klimawandel, CO₂-Konzentration, Stickstoffeinträge oder Landnutzungsänderungen.

LPJ-GUESS wird weltweit in der Klimaforschung, der Ökosystemmodellierung und der Landnutzungsplanung eingesetzt. Es dient unter anderem dazu, Kohlenstoffflüsse und -speicher in Wäldern, die Produktivität von Vegetation sowie die Auswirkungen von Störungen wie Dürre, Feuer, Stürmen oder – wie jüngst ergänzt – Blitzschlag auf Ökosysteme besser zu verstehen und zukünftige Entwicklungen unter verschiedenen Szenarien abzuschätzen.

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