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Ein Proxy ist in der Pflanzenzüchtung ein stellvertretendes oder indirektes Merkmal, das genutzt wird, um auf eine schwer messbare oder komplexe Eigenschaft zu schließen. In der Pflanzenforschung und Phänotypisierung bezeichnet ein Proxy typischerweise eine einfach und automatisiert erfassbare Variable, die in enger Korrelation zu einem agronomisch relevanten Zielmerkmal steht – etwa Ertrag, Biomasse, Krankheitsresistenz oder Wasserhaushalt.

Proxys kommen insbesondere in der Hochdurchsatz-Phänotypisierung zum Einsatz, wo große Pflanzenbestände mithilfe von Kameras, Sensoren oder Bildanalyseverfahren untersucht werden. Dabei werden beispielsweise Blattfarbe, Blattwinkel, Pflanzengröße oder spektrale Signale als Proxys verwendet. Sie liefern Hinweise auf physiologische Zustände wie Nährstoffmangel, Trockenstress oder Krankheitsbefall, ohne dass diese direkt – etwa durch chemische Analysen oder aufwendige Laborverfahren – gemessen werden müssen.

Die Nutzung von Proxys ermöglicht eine schnelle, kosteneffiziente und zerstörungsfreie Datenerfassung in Zuchtprogrammen und experimentellen Studien. Damit sind sie ein zentrales Werkzeug in der modernen Pflanzenforschung, insbesondere für Modelle zur Vorhersage von Merkmalsverläufen oder zur Auswahl vielversprechender Genotypen. Voraussetzung für den Einsatz eines Proxys ist stets, dass seine Aussagekraft für das Zielmerkmal wissenschaftlich validiert und statistisch belegt ist.

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