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Stolbur ist eine durch Phytoplasmen verursachte Pflanzenkrankheit, die vor allem Nachtschattengewächse wie Kartoffeln, Tomaten und Paprika befällt. Phytoplasmen sind winzige, zellwandlose Bakterien, die ausschließlich in den Leitbahnen von Pflanzen (Phloem) leben und dort den Nährstofftransport stören. Anders als viele andere Krankheitserreger lassen sie sich nicht im Labor auf künstlichen Nährlösungen vermehren – das macht ihre Erforschung und Diagnose besonders herausfordernd.

In Kartoffeln führt Stolbur zu starkem Wachstumsrückgang, verwelkten Blättern, rot-violetten Verfärbungen und Knollen, die hart oder gummiartig werden und sich nicht mehr als Lebensmittel eignen. Besonders heimtückisch: Die Symptome hängen stark von Sorte und Umweltbedingungen ab und können leicht mit Nährstoffmangel oder anderen Krankheiten verwechselt werden.

Übertragen werden die Erreger durch saugende Insekten – vor allem durch die Schilf-Glasflügelzikade, die als Vektor gilt und in den letzten Jahren in Europa stark zugenommen hat. Der Klimawandel spielt dabei eine Rolle, da wärmere Sommer und milde Winter die Populationen der Zikaden wachsen lassen. Da es weder wirksame Pflanzenschutzmittel noch resistente Sorten gibt, arbeiten Forschende daran, neue Resistenzfaktoren in alten Landrassen und Wildkartoffeln zu finden. Stolbur gilt deshalb heute als eine der aufstrebenden Bedrohungen für die Kartoffelproduktion.

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