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UHPLC-MS/MS-Analysen sind eine hochauflösende analytische Methode, mit der sich selbst kleinste Mengen chemischer Substanzen in komplexen biologischen Proben identifizieren und quantifizieren lassen. Die Abkürzung steht für Ultra-Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie gekoppelt mit Tandem-Massenspektrometrie (Ultra High Performance Liquid Chromatography – Tandem Mass Spectrometry). In der Pflanzenforschung zählt dieses Verfahren heute zu den wichtigsten Werkzeugen, um Stoffwechselprozesse, Signalstoffe und biochemische Reaktionsketten präzise zu untersuchen.

Der erste Teil des Verfahrens, die UHPLC, dient der Trennung der einzelnen Moleküle einer Probe. Pflanzenextrakte enthalten oft tausende unterschiedliche Verbindungen, die sich chemisch nur minimal unterscheiden. In der UHPLC werden diese Moleküle durch eine mit feinem Trennmaterial gefüllte Säule gepumpt. Aufgrund unterschiedlicher Wechselwirkungen mit diesem Material verlassen sie die Säule zu verschiedenen Zeitpunkten. Im Vergleich zur klassischen HPLC arbeitet die UHPLC mit deutlich höherem Druck und kleineren Partikeln in der Trennsäule. Dadurch erreicht sie eine besonders hohe Trennschärfe und Geschwindigkeit – ein entscheidender Vorteil bei komplexen Proben.

Nach der chromatographischen Trennung gelangen die Moleküle direkt in das Massenspektrometer. Dort werden sie zunächst ionisiert, also elektrisch geladen, und anschließend nach ihrem Masse-zu-Ladung-Verhältnis sortiert. In der Tandem-Variante (MS/MS) werden ausgewählte Molekülionen gezielt weiter fragmentiert. Die entstehenden Bruchstücke liefern eine Art molekularen Fingerabdruck, der eine sehr sichere Identifizierung erlaubt – selbst bei chemisch eng verwandten Substanzen.

Ein großer Vorteil von UHPLC-MS/MS-Analysen ist ihre extreme Empfindlichkeit. Oft reichen winzige Probenmengen aus, um Substanzen im Pico- oder Nanogrammbereich nachzuweisen. Gleichzeitig ist die Methode hochspezifisch: Selbst in einem Gemisch vieler ähnlicher Moleküle lassen sich einzelne Verbindungen eindeutig zuordnen und exakt quantifizieren.

In der Pflanzenforschung wird UHPLC-MS/MS unter anderem eingesetzt, um pflanzliche Hormone, sekundäre Pflanzenstoffe, Abwehrmetabolite oder Signalstoffe zu messen. Auch in der Erforschung parasitischer Pflanzen spielt die Methode eine zentrale Rolle, etwa um jene Stoffe zu identifizieren, mit denen Parasiten ihre Saugorgane aktivieren oder auf Wirtssignale reagieren. Darüber hinaus wird sie in der Züchtungsforschung, der Umweltanalytik und der Lebensmittelwissenschaft breit genutzt.

Zusammengefasst erlaubt die UHPLC-MS/MS-Analyse einen tiefen Einblick in den pflanzlichen Stoffwechsel und seine Regulation. Sie macht sichtbar, welche chemischen Signale Pflanzen aussenden, wahrnehmen oder selbst produzieren – und trägt damit entscheidend zum Verständnis komplexer biologischer Prozesse bei.

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