Vergilbungsviren
Vergilbungsviren sind eine Gruppe von Pflanzenviren, die vor allem Zuckerrüben, aber auch andere Pflanzen der Familie der Chenopodiaceae befallen. Ihre Infektion führt dazu, dass die Blätter der Pflanzen gelb oder blassgrün werden („Vergilbung“), was der Krankheit ihren Namen gibt. Die Viren sitzen nicht in der eigentlichen Blattoberfläche, sondern in den Leitbahnen (Phloem) der Pflanze. Dort stören sie den Transport von Zucker und Nährstoffen aus den Blättern in die Wurzel. Dadurch wird das Wachstum stark gehemmt, und die Zuckereinlagerung in der Rübe verringert sich erheblich.
Die Übertragung erfolgt durch Blattläuse als Vektoren. Besonders tückisch: Das Virus bleibt in den Läusen über längere Zeit erhalten, sodass bereits ein kurzer Saugvorgang an einer gesunden Pflanze für eine Infektion ausreichen kann. Die wirtschaftlichen Folgen sind gravierend – in Befallsjahren können Ernte- und Qualitätsverluste von bis zu 40 % auftreten. Lange galt die Saatgutbeizung mit Neonicotinoiden als wirksame Schutzmaßnahme, doch nach dem Verbot dieser Mittel kehren die Vergilbungsviren weltweit als dringliches Problem zurück. Resistenzen gibt es bisher nicht – deshalb wird intensiv an neuen, insbesondere genomeditierten Schutzstrategien geforscht.