Borealer Nadelwald

Der boreale Nadelwald (auch „Taiga“ genannt) ist die nördlichste Waldzone der Erde. Sie wird charakterisiert durch ein kontinentales Klima mit wenig Regen und starken Temperaturschwankungen mit bis zu -40 Grad C im Winter und um die 20 Grad C in den kurzen Sommern. Hauptbaumarten sind immergrüne, an Trockenheit angepasste Nadelhölzer wie Kiefern, Fichten und Tannen, in manchen Gebieten Skandinaviens auch Birken. Dort, wo die Temperaturen bis auf -50 Grad sinken, treten vermehrt nadelabwerfende Lärchen auf.

Durch die niedrigen Temperaturen und den ab einer gewissen Tiefe oftmals ganzjährig gefrorenen Boden („Permafrost“) bilden die ohnehin schon schwer zersetzbaren Nadeln eine dichte Streuauflage auf dem Waldboden, so dass wichtige Nährstoffe nicht freigesetzt werden können und für die Pflanzen nicht verfügbar sind. Regelmäßige Feuer, meist ausgelöst durch Blitzschlag, vernichten die Streuauflage, setzen die Nährstoffe frei und ermöglichen auch den Samen den Kontakt mit dem nährstoffreichen Mineralboden, damit sie keimen können.

Die boreale Nadelwaldzone erstreckt sich vom nördlichen Europa (Skandinavien, nordwestliches Russland) über Eurasien (Sibirien, Mongolei, nördliches Japan) bis nach Nordamerika (Alaska, Kanada) und bildet somit die größten zusammenhängenden Wälder der Erde. Auf der Südhalbkugel kommt dieser Waldtyp nicht vor, weil es in der entsprechenden Klimazone kaum Landmasse gibt.

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