Sequenzierung - Sequenzierung nach Maxam und Gilbert

Im Jahr 1977 revolutionierten die beiden Chemiker Allan Maxam und Walter Gilbert die Molekularbiologie, indem sie durch spezifische chemische Spaltung die Basenabfolge (Sequenz) eines DNA Moleküls entschlüsselten („sequenzierten“).

Die gespaltene DNA wurde am 5’ oder 3’-Ende mit radioaktivem Phosphat markiert. In vier getrennten Ansätzen entfernten die beiden Wissenschaftler jeweils einen bestimmten Typ der vier vertretenen Basen vom Zucker-Phophat-Rückgrat der DNA. Danach spalteten sie den dann basenlosen DNA-Strang an der basenlosen Stelle. In jedem der vier Ansätze waren nun Fragmente unterschiedlicher Länge entstanden, deren 3`-Ende stets an einer bestimmten Base gespalten worden war. Mit einer hochauflösenden Gel-Elektrophorese trennten sie die Fragmente mit jeweils einer Base Längenunterschied auf. Durch den Vergleich der vier Ansätze auf dem Elektrophoresegel konnten sie die DNA-Sequenz ablesen.

Aufgrund der geringen Eignung zur Automatisierbarkeit und den gesundheitsschädlichen (radioaktiven) Reagenzien kommt diese Sequenzierungsmethode heute kaum noch zum Einsatz.
 

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