Synthetische Biologie

Die synthetische Biologie ist ein interdisziplinäres Fachgebiet (Molekularbiologie, organischer Chemie, Ingenieurwissenschaften, Nanobiotechnologie und Informationstechnik). Das relativ junge Fachgebiet befasst sich damit, den genetischen Code eines Organismus zu verändern oder gar neu zu schreiben. Je nach Wunsch soll ein lebensfähiger Organismus mit bestimmten Fähigkeiten entstehen.

Begriffsherkunft

Der polnische Genetiker Waclaw Szybalski verwendete den Begriff „synthetische Biologie“ zum ersten Mal im Jahr 1974 in einem Artikel, den er im Magazin "Advances in Experimental Medicine and Biology" veröffentlichte. Dort prophezeite er schon vor gut 40 Jahren mit überraschender Genauigkeit, dass man bestehenden Genomen zunächst künstliche Steuerelemente hinzufügen werde, um im Anschluss einen selbst generierten Erbcode zu kreieren, auf dessen Basis synthetische Organismen geschaffen würden.

Ansätze

Mit dem humanen Genomprojekt nahm auch die synthetische Biologie Anfang des neuen Jahrtausends Fahrt auf, denn Genanalysen wurden immer einfacher und kostengünstiger. In der synthetischen Biologie unterscheidet man grundsätzlich zwischen 2 verschiedenen Ansätzen:

  • Bottom Up

Bei diesem Ansatz setzen Wissenschaftler aus den Bausteinen des Lebens ein neues Genom zusammen, das die Grundlage für einen lebenden Organismus bilden soll. Bisher ist dies nur dem US-Wissenschaftler Craig Venter bei einem Bakterium gelungen, wie er im Jahr 2008 publizierte.

  • Top Down

Der Top-Down Ansatz nutzt eine bestehende Zelle und versucht sie durch neu geschaffene Gene zu verändern. Der über Jahrmillionen optimierte Grundstoffwechsel der Zelle muss dabei nicht verändert werden.

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