In vitro Selektion

Der Begriff der in vitro Selektion, auch in vitro Evolution oder SELEX (für „systematische Evolution von Liganden durch exponentielle Anreicherung“) genannt, beschreibt die Ausübung der natürlichen Selektion auf Nukleinsäuren im Labor. So werden in dem Verfahren Moleküle anstatt Lebewesen selektiert.

Mit den Methoden der in vitro Selektion wird die genetische Variabilität erhöht. Es entsteht ein großer Pool von DNA- oder RNA-Molekülen. Diese werden auch als „Molekülbibliothek“ bezeichnet. Je nach Anwendung können aus dieser Bibliothek Moleküle ausgewählt und genutzt werden, die für eine Reaktion am optimalsten sind. Es entstehen Oligonukleotide mit verbesserten oder mit neuen Eigenschaften.

Die in vitro Selektion wird z. B. genutzt, um Aptamere zu entwickeln. Durch den gerichteten Selektionsprozess werden Oligonukleotide in der Molekülbibliothek angereicht, die mit höchster Affinität an ein Zielmolekül binden, also an dem Molekül, an dem das neue Aptamer anhaften soll.

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