Tomaten auf medizinischer Mission

09.04.2010 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Tomaten. (Quelle: © Dusan Kostic / Fotolia.com)
Tomaten. (Quelle: © Dusan Kostic / Fotolia.com)

Tomaten als Wunderwaffe gegen Gehirntumore? Schwedische Forscher der biologischen Fakultät der Lund Universität in Schweden zeigen, dass ein Gen aus der Tomate für die Behandlung gegen Gehirntumore genutzt werden kann.

Forschungsarbeiten an der sogenannten Gentherapie sind grundsätzlich nichts Neues. Seit längerer Zeit suchen Wissenschaftler nach Wegen, modifizierte Gene in Zellen von Organismen einzuschleusen, um beispielsweise Gendefekte oder Erbkrankheiten zu heilen. 

Besonders in der Krebsforschung ist Gentherapie ein interessantes und aussichtsreiches Forschungsgebiet. In Kombination mit speziellen Medikamenten kann ein eingeschleustes Gen den bösartigen Tumor bekämpfen. Gänzlich absterben wird der Tumor dadurch nicht, es besteht jedoch berechtigte Hoffnung, dass die Behandlung ein weiteres Wachstum des Geschwürs für einige Jahre verhindert. 

Die erste auf den Markt gebrachte Gentherapie stammt von einer Firma aus Kuopio in Finnland. Aber auch das Nachbarland Schweden ist beim Forschen auf diesem Gebiet sehr weit fortgestritten. Ein Team von Wissenschaftler der biologischen Fakultät der Lund Universität um Professor Jure Piskur hat nachgewiesen, dass ein Gen aus der Tomate gegen Gehirntumore eingesetzt werden kann. 

So unglaublich es auch klingen mag, dass Gene aus der Tomate für Krebsbehandlungen eingesetzt werden können, so pragmatisch ist auch die Erklärung. Bei dem Gen aus der Tomate handelt es sich um ein sogenanntes “Selbstmord-Gen”.“Selbstmord-Gene“ führen zum Absterben von Zellen, z.B. wenn diese mit einem Pathogen infiziert sind. Die eigentliche Aufgabe des verwendeten Gens liegt im Produzieren kleiner Bausteine für das pflanzliche Erbgut. In Kombination mit dem Medikament AZT lässt das Tomatengen jedoch Krebszellen absterben. 

Neben den erfolgsversprechenden Ergebnissen ebnet die neue Behandlungsmethode den Weg für weitere Ansatzpunkte in der Gentherapie und schlägt damit eine wichtige Brücke zwischen medizinischer Forschung und Pflanzenforschung.

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