Karotten unterstützen Krebstherapie

Inhaltsstoffe der Karotte unterstützen die Behandlung von Brustkrebs

08.04.2014 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Das orangene Gemüse wird aufgrund seiner vielen gesunden Nährstoffe, wie Vitamin C, Kalium und Karotin geschätzt. (Bildquelle:© Petra Bork/ pixelio.de)
Das orangene Gemüse wird aufgrund seiner vielen gesunden Nährstoffe, wie Vitamin C, Kalium und Karotin geschätzt. (Bildquelle:© Petra Bork/ pixelio.de)

Dass besonders Gemüse gesundheitsfördernd wirkt, ist Alltagswissen und lernt jedes Kind. Herauszufinden worauf diese Wirkungen im einzelnen beruhen, ist Gegenstand der Forschung. Eine wissenschaftliche Studie belegt nun, dass Falcarinol, ein natürlicher Abwehrstoff der Karotte, eine positive Wirkung bei der Behandlung von Brustkrebs haben könnte, indem es die Wirksamkeit von Krebsmedikamenten verbessert.

Falcarinol ist ein natürlicher Abwehrstoff, der unter anderem in Karotten (Daucus carota), Petersilie (Petroselinum crispum) und Efeu (Hedera helix) vorkommt und den Pflanzen zur Abwehr und Bekämpfung von Schädlingen, Krankheiten und Pilzbefall dient. Trotz seiner toxischen Wirkung wurde in einer früheren Studie bereits eine positive Wirkung bei der Krebsbehandlung von Ratten nachgewiesen. Wissenschaftler haben nun nachgewiesen, dass der Stoff bei der Behandlung von Brustkrebs zur Unterstützung einer Chemotherapie eingesetzt werden kann.

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Efeusaft enthält unter anderem Falcarinol, der bei direktem Kontakt zu Hautreizungen führen kann. Beim Schneiden von Efeu (Hedera helix) sollten daher besser Handschuhe getragen werden.

Efeusaft enthält unter anderem Falcarinol, der bei direktem Kontakt zu Hautreizungen führen kann. Beim Schneiden von Efeu (Hedera helix) sollten daher besser Handschuhe getragen werden.

Bildquelle: © Cornerstone/ pixelio.de

Resistenzen gefährden den Behandlungserfolg einer Chemotherapie

Pharmakologen sprechen von Resistenzen, wenn Arzneimittel und Medikamente keine Wirkung entfalten und beispielsweise Tumorzellen trotz intensiver Behandlung weiterwachsen. Dies kann verschiedene Gründe haben, so kann es passieren, dass die Wirkstoffe das Tumorgewebe nicht oder nur in einer unzureichenden Konzentration erreichen oder dass sie, wie auch im vorliegenden Fall, aus den betroffenen Tumorzellen ausgeschwemmt werden, bevor sie ihre Wirkung entfalten haben (Multi-Drug-Resistance).

Die Forscher untersuchten im Rahmen ihrer Studie nicht eine direkt heilende Wirkung von Falcarinol, sondern seine Funktion, möglichen Resistenzbildungen vorzubeugen, wodurch der Behandlungserfolg erhöht wird. Sie konzentrierten sich auf die Wechselwirkung mit dem Brustkrebs-Resistenz-Protein (Breast-Cancer-Resistence-Protein) BCRP/ABCG2. Das Protein gehört zu der Familie der ABC-Transporter, die Stoffe in Zellen entweder hinein oder heraus transportieren. Zu den Stoffen zählen zum Beispiel Zucker, Aminosäuren, aber auch Arzneimittel.

BCRP/ABCG2 ist verantwortlich für Multiple Drug Resistance

Das Brustkrebs-Resistenz-Protein BCRP/ABCG2 ist ein Efflux, also ein abtransportierender ABC-Transporter. Ursprünglich als Teil der körpereigenen Abwehrstrategie, um Fremdstoffe aus Zellen abzutransportieren und somit Krankheiten vorzubeugen, ist BCRP/ABCG2 nun für die Entstehung einer Multiple-Drug-Resistence (MDR) verantwortlich. Es transportiert körperfremde Stoffe (Xenobiotika) und damit auch Arzneimittel, wie das Medikament Mitoxantron, das zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt wird, aus Zellen heraus (Efflux). Mitoxantron wird aufgrund seiner hemmenden, zytostatischen Wirkung auf die Zellteilung und das Zellwachstum zur Bekämpfung von Brustkrebs eingesetzt.

Falcarinol erhöht die Arzneimittelkonzentration und hemmt das Tumorwachstum

Die Forscher beobachteten, dass Falcarinol die Funktion von BCRP/ABCG2 hemmte, den Abtransport des Wirkstoffs also bremste und somit zu einer Steigerung der Mitoxantronkonzentration in den Krebszellen führte, wodurch die Wirkung des Medikaments erhöht und die Entstehung von Resistenzen vermieden wurde. In einer früheren Studie, in der die Wirkung von Falcarinol bei Ratten im Zusammenhang mit Darmkrebs untersucht wurde, zeigte sich, dass Falcarinol das Tumorwachstum verzögerte.

Den Forschern ist es gelungen, das Potenzial von Falcarinol im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Multiple-Drug-Resistenzen aufzuzeigen, die nach wie vor ein Problem und Risiko in der Behandlung von Krebs darstellen, und gleichzeitig Erkenntnisse für eine funktionale Ernährung und Verpflegung von Krebspatienten zu liefern, die die Behandlung unterstützt. Alles in allem haben sie durch ihre Arbeit einen Beitrag zur Behandlung von Krebs bzw. Brustkrebs geleistet. Die unterstützenden Möglichkeiten einer gesunden Ernährung für die medizinische Behandlung wurden unter Beweis gestellt.

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