Wissenschaft für jeden

Neue Online-Plattform für Hobby-Forscher und -Forscherinnen und ihre Projekte

24.04.2014 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Schulkinder und Hobbyforscher, die sich an wissenschaftlichen Projekten beteiligen nennt man Citizen Scientists. (Bildquelle: © iStock.com/Mokai)
Schulkinder und Hobbyforscher, die sich an wissenschaftlichen Projekten beteiligen nennt man Citizen Scientists. (Bildquelle: © iStock.com/Mokai)

Mit „Bürger schaffen Wissen“ gibt es für alle, die sich in ihrer Freizeit mit Wissenschaftsfragen beschäftigen, eine Webseite, wo sie Gleichgesinnte finden oder sich an Projekten anderer beteiligen können.

Die Wissenschaft leidet daran, dass sie als elitär und unverständlich abgetan wird. Der berühmte Elfenbeinturm der Denker ist das bekannte Bild dafür. Dabei existieren Forscher und Gesellschaft nicht getrennt voneinander, sondern der Wissenschaftler ist immer auch Bürger. Gleichwohl gibt es auch bei seinen Mitbürgern, Interesse an technologischen, naturwissenschaftlichen oder sozioökonomischen Fragen, die wiederum die „professionellen“ Wissenschaftler antreiben und inspirieren können. Somit kann ein Austausch zwischen beiden Bereichen – Wissenschaft und Bürger – fruchtbar und erfolgversprechend sein. Aber wie finden Sie zusammen?

Vielfältige Möglichkeiten für Bürgerwissenschaftler

Seit einigen Jahren hat sich der englische Begriff „Citizen Science“ (Bürgerwissenschaften) eingebürgert. Darunter versteht man eine Wissenschaft, die nicht nur von akademischen Profis betrieben wird, sondern vor allem auch von der Beteiligung aller Bürger lebt. Oftmals handelt es sich hierbei auch um eine Kooperationen von Wissenschaftlern mit Bürgern, bei denen letztere ihre professionellen Fachkollegen unterstützen oder aber selbstständig Projekte durchführen. So reicht die Bandbreite hierbei von einfachen Naturbeobachtungen und Klassifizierungen, bis zur Teilnahme an Weltraumflügen im Projekt „Citizens in Space“. Nicht zuletzt die technologischen Fortschritte durch das Internet und Smartphones ergeben für den Bürger ganz neue Möglichkeiten, an Forschungsprojekten mitzuarbeiten und so am wissenschaftlichen Austausch und Fortschritt teilzuhaben.

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Auf der Webseite „Bürger schaffen Wissen“ können Hobbyforscher ihre Projekte vorstellen, andere Projekte suchen und sich mit anderen Interessierten vernetzen. 

Bildquelle: Screenshot, http://www.buergerschaffenwissen.de/

Eine Online-Plattform soll helfen

Die Wissenschaftsorganisation Wissenschaft im Dialog hat in Zusammenarbeit mit dem Museum für Naturkunde Berlin eine Online-Plattform ins Leben gerufen, die solchen Bürgerwissenschaftlern eine Bühne bieten und die Vielfalt solcher Projekte präsentieren soll. „Bürger schaffen Wissen“, heißt sie und möchte möglichst viele Menschen für die Welt der Wissenschaft begeistern sowie Hobbyforscher und Wissenschaftler zusammenbringen. Finanziell gefördert wird die Seite vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Dort findet sich beispielweise bereits das Projekt „Tauchen für den Naturschutz“, eine Kooperation des NABU Gransee, des Tauchsportclubs Nehmitzsee und der Naturparkverwaltung Stechlin-Ruppiner Land. Im Rahmen des Projekts werden Sporttaucher vom NABU botanisch geschult und in die Bestimmung von Deckungsgraden einzelner Pflanzen eingeführt. Daran anschließend werden nach jedem Tauchgang die Daten der jeweiligen Seeabschnitte dokumentiert. So wird der Erhaltungsgrad der Seen überwacht und ständig aktuell gehalten. 2013 wurde das Projekt sogar mit dem Deutschen Naturschutzpreis ausgezeichnet.

Modernisierung der Forschungslandschaft

Fachliche Grenzen gibt es keine. So soll auf der Plattform naturwissenschaftlichen, geistes- und sozialwissenschaftlichen Bürgerwissenschaftlern genauso eine Heimat gegeben werden wie Projekten aus dem Bereich der Technik- und Ingenieurswissenschaften. Die Website steht somit allen „Citizen Scientists“ zur Verfügung und soll die wichtigste Anlaufstation für angehende sowie bereits praktizierende Bürgerwissenschaftler in Deutschland werden. Diese können dort ihre Projekte einstellen und präsentieren, Projekte über die Suchfunktion finden sowie andere Interessierte zum Mitmachen animieren.

Johannes Vogel, Generaldirektor des Museum für Naturkunde Berlin und Mitinitiator, hält große Stücke auf das Projekt. Seiner Meinung nach besitzt es großes Potenzial, die Forschungslandschaft durch die Einbeziehung der Bürger zu modernisieren. Dass interessierte Bürger belastbare Daten liefern und somit ein großer Gewinn für Forschungsprojekte sein können, bestätigt auch eine aktuelle Studie. Die Beobachtungen eingewiesener Hobbytaucher zu Hai-Populationen waren demnach ebenso genau, wie die einer automatisierten Tracking-Software von Vollzeitforschern.

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Kommentare

1 12.06.2015
Eike
  Falscher Link

Der Link am Ende des Beitrags
"· Naturerlebnis per Smartphone: Mit Handy-Apps die Natur besser kennenlernen" ist falsch verknüpft und führt auf die Seite zum "Wanderfalter"

1 12.06.2015
Redaktion Pflanzenforschung.de
  Falscher Link

Hallo Eike,
vielen Dank für Deinen Hinweis! Wir haben das natürlich gleich korrigiert. Der Link führt nun zum richtigen Artikel.
Herzliche Grüße von der Redaktion von Pflanzenforschung.de

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