Bayern

In Bayern gibt es zum Thema Umweltbildung ein eigenes Dachportal des Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit. Eine regional gegliederte Datenbank ermöglicht es, sich alle zertifizierten Grünen Lernorte in der eigenen Umgebung auf einer Karte anzeigen zu lassen. Kurzprofile stellen die Umweltbildungsprojekte mit Programmbeschreibungen, Bildern und Kontaktdaten vor. Zusätzlich sind auf der Seite auch Umweltschulen verzeichnet. Über hundert Schulen wurden in Bayern mit dem Titel Umweltschule in Europa für ihr umweltgerechtes, nachhaltiges und sozialverantwortliches Handeln geehrt. Die Umweltschulen sind ebenfalls auf interaktiven Landkarte einzeln portraitiert.

Die in der Datenbank verzeichnete Burg Hohenberg bei Selb an der deutsch-tschechischen Grenze ist außer als offizielle Umweltbildungsstätte außerdem als Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Auf der oberfränkischen Burg haben neben klassischer Umweltbildung auch interkultureller Austausch in deutsch-tschechischen Begegnungen, waldpädagogische Spiele, naturhistorische Zeitreisen und Kräuterrugby ihren Platz. Die Umweltstation Augsburg hat ein besonders vielseitig Angebot für Schulen. Zusätzlich zu Exkursionen, Projekttagen und Biotop-Patnerschaften bieten sie außerdem an, eigenes Naturerkundungsmaterial auszuleihen und von ihren Unterrichtsmaterialien Gebrauch zu machen. Ein wichtiger Träger vieler Umweltzentren in Bayern ist der Landesbund für Vogelschutz (LBV). Bei Bayreuth betreibt er das Umweltschutz-Informationszentrum Lindenhof, das Schulklassen zu Naturerkundungen in den Lebensräumen Wald, Teich, Hecke und Wiese einlädt. Im LBV der Kreisgruppe Cham in Arnschwang, östlich von Regensburg, können Kinder die Natur rund um Wald, Wiese und Hecke erleben und setzen dabei auch Laborgeräte, Lupen und Mikroskope ein. Auch in der LBV Umweltstation Straubing gibt es Angebote für Schüler.

Selbstverständlich bietet auch die Landeshauptstadt München Grüne Lernorte beispielsweise ein ökologisches Bildungszentrum mit Streuobstwiese, Feuchtbiotop und verschiedenen Gärten. Schüler aller Altersgruppen lernen hier nachwachsende Rohstoffe kennen und erforschen den Lebensraum Wiese. Auf ähnliche Weise wird im Ökohaus Würzburgdes Bundes Naturschutz in Bayern das Kräuterleben in Gewässern die Besonderheit des Lebensraumes Wald aufgedeckt. 

Häufig ist Lernen im Grünen eng verbunden mit viel Bewegung. Die Bayrische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen hat einen Lehrpfad über Weiher, Kalkflachmoor, Pfeifengras-Streuwiese und andere Landschaftsformen angelegt, den Klassen mit ihren Lehrern entlang wandern können. Die berühmten Naturschutzgebiete des Landes reizen natürlich besonders für Wanderungen. Hier sind die größten Grünen Lernorte zu finden: Der Nationalpark Berchtesgaden hat ein ganzes Programm von geführten Wanderungen für Schulklassen. Wer hat schon mal selber Hustensaft und Ringelblumensalbe hergestellt? In der Umweltstation Unterallgäu, südlich von Memmingen, können Schulklassen beispielsweise in der Zauberkräuterwerkstatt selber apothekerisch tätig werden. Das Bayerisch-Oberösterreichische Infozentrum Europareservat Unterer Inn in Ering bei Passau bietet viele verschiedene geführte Wanderungen durch das Naturschutzgebiet. Im Nationalpark Bayrischer Wald können Schulklassen auf Lehrpfaden und Waldführungen sowie Erlebniscamps viel über das Naturschutzgebiet lernen. Außerdem können Schulklassen Grüne Klassenfahrten in den Naturpark Bayrischer Wald unternehmen. Dort können Schüler in der Naturpark-Umweltstation Viechtach nördlich von Straubing an Projekttagen und Führungen teilnehmen. Außerdem erkunden sie das einzigartige Geotop Großer Pfahl mit seinen Quarzfelsen und charakteristischer Flora und Fauna. Im Biosphärenreservat Rhön in Oberelsbach, nördlich von Straubing, wird Wert auf nachhaltige Bildung gelegt und die Kinder legen selbst Hand an: Hier stellen sie selbst Apfelsaft her, lernen im Moorklassenzimmer und erkunden den Kräutergarten mit der Nase. Auch außergewöhnliche Landschaften außerhalb der offiziellen Schutzgebiete wie das Altbayrische Donaumoos stiften zum Umweltschutz an. Das Haus im Moos in Karlshuld bei Ingolstadt hat einen Mooserlebnislehrpfad für Grundschüler und ein Freilichtmuseum, außerdem vermittelt es Konzepte zu nachhaltigen Entwicklung des Donaumooses.

Ein weiterer großer Träger vieler Grüner Lernorte ist die Bayrische Forstverwaltung. Ihr Internetauftritt stellt alle Jugendwaldheime und Walderlebniszentren in Bayern vor. Außerdem bieten viele Förstereien Waldführungen für Schulen an, bei denen die Schüler erfahren, warum der Wald bedroht ist und wie sie ihn schützen können. Im Freilichtmuseum Glentleiten zwischen Murnau und Kochelsee lernen Schüler beim Workshop „Verflachst und zugewebt - Wie kann aus einer Pflanze ein Leinenstoff entstehen?“ und bei „Spreu und Weizen“ die Verarbeitung heimischer Pflanzenrohstoffe.