Bremen und Niedersachsen

Im Nordwesten Deutschlands weht an vielen Grünen Lernorten auch die Seeluft, außer Wattenmeer gibt es aber auch Bäume und Blumen im Weserbergland oder die Lüneburger Heide zu entdecken.

Als dicht besiedelter Stadtstaat empfehlen sich für Schulklassen aus Bremen Ausflüge ins Umland. Aber es gibt auch grüne Oasen in der Stadt wie die von „Arbeit & Ökologie". Dieses ökologische Lehr- und Erfahrungsgelände lädt Schulklassen zu interaktiven Führungen mit Labyrinthen, Baumstammpyramiden, Fühlkästen und Farbenbeeten ein. Auch die Ökologiestation Bremen bietet Ausflüge und Seminare zu Naturschutzthemen an.

Die Biologische Station Osterholz nördlich von Bremen hat sich Umweltbildung auf die Fahnen geschrieben, ausgehend von der alten Mühle stapfen die Schüler durchs Moor oder erzeugen selber Strom. Im Regionalen Umweltbildungszentrum auf Hof Möhr zwischen Bremen und Hamburg lernen Schüler konkreten Naturschutz und dass Rasen zwar Silber, Wiese aber Gold ist. Der Naturpark Wildeshauser Geest hat auch ein Regionales Umweltzentrum. Das Zentrum liegt in Hollen, westlich von Bremen, und bietet Naturexperimente für Kinder an.

Einige Umweltbildungsangebote gelten für die ganze Region Niedersachsen. Das Jugendumweltzentrum Niedersachsen mit Sitz in Hannover macht niedersachsenweit konsumkritische Stadtführungen und weckt ein Bewusstsein für das Problem der Globalen Nahrungsmittelsicherheit. 

Im Norden Niedersachsens, im Umwelthaus Oldenburg, fühlen Kinder die Natur mit allen Sinnen und spielen Pflanzenmemory oder schnuppern am Riechbaum. Die einzelnen Naturspiele können auch ausgeliehen werden. Die historisch-ökologische Bildungsstätte Emsland in Papenburg nimmt die Schüler mit in die Lebensräume vor der Haustür und zeigt ihnen, was fairer Handel ist und warum man Landwirtschaft für leckeres Essen braucht. Das Ökowerk Emden bietet neben Naturerkundungen auch einen Niedrigseilgarten und lässt die Schüler ausprobieren, welche Materialien brennbar sind.

Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer erstreckt sich entlang der Nordseeküste. Dort heißt man in verschiedenen Infozentren Schülerbesuch willkommen: Das Haus des Nationalparks Wattenmeer in Dangast untersucht mit den Kindern die Wattenflora und wandert mit ihnen durchs Watt. Ähnliches bietet das Wattenmeerhaus im Nationalparkzentrum Wilhelmshaven, wo die Kinder auch Wattfilme drehen können. Das Nationalparkhaus Wangerooge hat eine Filmwerkstatt und nimmt die Schüler mit auf eine Salzwiesenexpedition. Die Nationalpark-Häuser Dornumersiel, Carolinensiel und Fedderwardersiel sowie das Nationalpark-Haus Wurster Nordseeküste, das Nationalparkhaus Juist und das Nationalparkhaus Greetsiel vermitteln Schülern Wissen über und Erfahrungen mit der Nordseeküstennatur. Das Nationalparkhaus Nordeney hat sich vor allem etwas für die jüngeren Schüler ausgedacht. Das Feuerschiff Borkumriff auf Borkum ist ein Museum und technisches Naturdenkmal und damit ein toller Ausgangspunkt für Naturexkursionen. Das Nordseehaus Wangerland in Minsen hat eine kleine Forschungsstation mit Mikroskopen und liegt direkt am Meer. Die Naturschutzstation Fehntjer Tief bei Aurich drückt den Kindern Kescher und Eimer in die Hand und schickt sie auf Expedition, wer richtig gut ist, kann sogar das Naturerlebnisabzeichen Nordfriesland bekommen. 

Auch im Süden Niedersachsens gibt es einen Nationalpark. Ob Hochmoor, Bergwiese oder Baumbestand gibt es im Regionalen Umweltbildungszentrum Nationalpark Harz viel zu bestimmen, kartieren und analysieren. Ähnlich fleißig können Schüler im Naturparkzentrum Lüneburger Heide zu Werke gehen.

Die Niedersächsischen Landesforsten bieten ein umfangreiches waldpädagogisches Programm für alle Altersstufen und unterschiedliche Anlässe: Das Waldpädagogikzentrum Ahlhorn steht Klassen entweder für Projekttage oder für längere Aufenthalte als Klassenfahrten offen. Die Schüler lernen ein seltenes Buchenwaldgebiet kennen oder packen in mehrtägigen Jugendwaldeinsätzen bei der Waldarbeit mit an. Waldpädagogikzentren mit ähnlichen Angeboten sind auf einer Übersichtskarte eingetragen. 

In Göttingen bietet der Arbeitskreis Waldpädagogik regelmäßige Waldführungen mit Klassen auch über einen längeren Zeitraum an, um den Kindern die jahreszeitlichen Veränderungen zu zeigen. Ein Erlebniswald in Uslar zeigt auf 12 Hektar Fläche Märchen, Wissenschaft und Abenteuer im Wald. Auch das Institut für allgemeine und angewandte Ökologie in Hardegsen, nördlich von Göttingen, hat ein Regionales Umweltbildungszentrum mit internationalem Schulbauernhof eingerichtet. Das Waldforum Riddagshausen in Braunschweig macht Walderlebnisführungen und besucht mit den Kindern eine der vier eigenen Waldhütten. Die Naturerkundungsstation Wolfsburg erklärt Kindern, was Nitrat im Boden macht und wie sie Nadelwälder durch Papierrecycling schützen können. 

Im SCHUBZ, dem Umweltbildungszentrum der Hansestadt Lüneburg,  werden Grundschüler mit Pinzette und Fernglas zu Naturforschern oder entdecken Kunst im Wald. Ältere Schüler beschäftigen sich mit Bionik oder führen Projekte zu Täuschung und Mimikry durch. Östlich von Lüneburg zeigt das Biosphaerium Elbtalaue in Bleckede den Schülern, was sich hinter dem Begriff Biosphärenreservat verbirgt und welche Bedeutung eine solche Modellregion hat. 

Das Naturkundemuseum am Schölerberg in Osnabrück bietet neben Museumsführungen auch Exkursionen für Schulklassen an und zeigt, was der Wald für das Wasserwerk tut. Der Verein für Jugendhilfe Osnabrück erklärt Schulklassen im Naturdenkmal Nackte Mühle, wie Holz genutzt wird und wie der Wald sein eigenes Recyclingprogramm ist. Die Noller Schlucht gilt es mit dem dortigen Regionalen Umweltzentrum zu erkunden. Schulklassen lernen den Steinbruch mit seinen Tieren und Pflanzen kennen. Außerdem bietet das Zentrum eine Abfallberatung mit Unterrichtsmaterialien an.  Nördlich von Osnabrück liegt der Naturpark Dümmer. Hier lernen Kinder Wegerich und Mädesüß kennen und gehen mit Lupe und feiner Nase auf eine Entdeckungsreise ins Pflanzenreich. 

Hannover hat ein eigenes Schulbiologiezentrum mit umfassenden Angeboten in den Schulen sowie draußen in der Gärtnerei. Das Regionale Umweltzentrum Steinhuder Meer in Rehburg/Loccum erforscht mit Schülern aller Altersstufen den Lerngarten oder die Vereinbarkeit von Landwirtschaft mit Naturschutz. Moorführungen zu Fuß oder auf dem Fahrrad veranstaltet das Naturparkzentrum Steinhuder Meer. Das Schulbiologiezentrum Hildesheim hat ungewöhnliche und spannende Unterrichtseinheiten im Angebot, so erklären sie zum Beispiel, was biogene Entkalkung ist und wie man einen Stammbaum der Gattung Peperomia aufstellen kann. Das Regionale Umweltzentrum Deister in Springe-Eldagsen, zwischen Hameln und Hildesheim, beschäftigt sich mit Energiefragen.