Allorhizie (Wurzelsysteme)

Es werden eine oder mehrere Hauptwurzeln gebildet, von denen Neben- oder Seitenwurzeln abgehen. Die Hauptwurzeln bleiben auch später bestehen. Sie haben die primäre Aufgabe der Verankerung. Mit einer sogenannten Pfahlwurzel (einzelne, senkrecht nach unten gerichtete Hauptwurzeln) versuchen einige Pflanzenarten, an Grundwasser oder ein günstigeres Nährstoffangebot heranzukommen, wenn die Bodenverhältnisse in oberen Schichten ungünstig sind. Sie werden als Tiefwurzler bezeichnet, Beispiele für Pflanzen mit Pfahlwurzeln sind der Löwenzahn (Taraxacum officinale), die Buche (Fagus sylvatica) oder die Eiche (Quercus robur).

Andere Pflanzen bilden mehrere Hauptwurzeln aus, bleiben mit ihnen aber in der Nähe der Geländeoberfläche. Sie werden als Flachwurzler bezeichnet. Ihre Hauptwurzeln breiten sich horizontal und tellerförmig in den oberen Bodenschichten aus. Sie können so nasse Böden besiedeln (etwa am Ufer von Flüssen, Bsp. Weiden, Salix spec.) oder im Gebirge auf felsigem Untergrund wachsen (Bsp. Fichte, Picea abies). Weitere Beispiele sind Pappeln (Populus spec.) oder Sandbirken (Betula pendula).

Einen Sonderfall bilden die Fichten: Sie bilden zusätzlich zu den horizontal orientierten Hauptwurzeln sogenannte Senker aus. Bei ungünstigen Bodenverhältnissen sterben diese jedoch ab, was zu einer erhöhten Anfälligkeit für Windwurf führt.

Siehe auch: Wurzel, Wurzel (Aufbau), Wurzel (Metamorphosen), Wurzelsysteme.

 

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