Flachs

Linum usitatissimum

Flachs - Linum usitatissimum
Flachs
Linum usitatissimum
Wissenschaftlicher Name Linum usitatissimum
Deutscher Name Flachs
Englischer Name Flax
Familie Linaceae (Leingewächse)
Genomgröße (Basenpaare) 318
Genomgröße (Gene) 43000
Chromosomen 2n=30
Jahr der Sequenzierung 2012

Weltverbreitung

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Beschreibung

Flachs (Lein) ist eine einjährige krautige Pflanze mit einer Höhe von 60 bis 100 cm. Sie trägt linealische Blätter und Blütenstände mit hellblauen fünfzähligen Blüten. Die Befruchtung erfolgt vorwiegend durch Selbstbestäubung, seltener durch Insekten. In den Kapseln bilden sich 6 - 7 schleimfähige, abgeflachte, gelbliche bis bräunliche Samen mit ölreichem Endosperm. Mit 2n = 30 Chromosomen hat Flachs ein verhältnismäßig kleines Genom.

Flachs ist eine besonders alte Kulturpflanze der Faser- und Ölgewinnung. Je nach der Verwendung werden die verschiedenen Sorten als Faser- oder Öllein bezeichnet, wobei Fasern aus der Sprossachse und Öl aus den Samen gewonnen werden. Durch gezielte Züchtung bleiben beim Öllein die Kapseln nach der Reife geschlossen, so dass die Samen verlustfrei geerntet werden können. Zum Faserlein zählen Sorten, die besonders geeignete Fasern liefern. Beim Ölfaserlein handelt es sich um intermediäre Sorten mit einem mittleren Öl- und Fasergehalt.

Bei der Ernte werden die Pflanzen gerauft (aus dem Boden gezogen) und zum Trocknen in Bündeln aufgestellt oder ausgebreitet. Die Samen werden aus den getrockneten Pflanzen gedroschen. Zur Fasergewinnung werden die bis zu 60 cm langen Faserbündel aus der Sprossachse isoliert. Ursprünglich legte man hierfür die gebündelten Pflanzen zur „Röste“ in stehende oder langsam fließende Gewässer oder ließ sie in taureichen Gebieten auf den Feldern liegen. Auf diese Weise wurden durch pektinzehrende Bakterien oder Pilze die Mittellamellen der Zellwände aufgelöst. Heute wird die Mazeration chemisch vollführt. Nach 2 bis 3 Wochen wurden die Pflanzen erneut getrocknet, anschließend geklopft oder gebrochen. Die isolierten Faserbündel wurden wiederholt über ein Nagelbrett gezogen, um lange und kurze Fasern voneinander zu trennen und die Fasern parallel auszurichten.

Durch die hohe Wärmeleitfähigkeit wirkt Leinengewebe auf der Haut besonders kühlend. Die Flachsfasern lassen sich äußerst gut verspinnen und verarbeiten, doch sind sie im Vergleich zur Baumwolle wesentlich schlechter einzufärben.

Leinsamen enthalten zu 38 bis 44 % fettes, starktrocknendes Öl, das einen besonders hohen Gehalt an Linol- und Linolensäure aufweist. Die Samen werden in Ölmühlen gemahlen und mechanisch gepresst. Das dunkelgoldgelbe Leinöl gilt als eines der wertvollsten Speiseöle und wird in Mitteleuropa traditionell zu Kartoffeln und Quark gereicht.  

Ursprung und Verbreitung

Flachs ist eine alte Kulturpflanze, die bereits vor 6000 bis 8000 Jahren von den Sumerern und Ägyptern angebaut wurde. Funde belegen die Verwendung der Flachsfaser sogar bereits in der jüngeren Steinzeit. Der mitteleuropäische Raum erlangte aufgrund seiner hochwertigen Leinproduktion im 16. Jahrhundert große wirtschaftliche Bedeutung. In der Folge wurde Lein jedoch zunehmend durch den Import der Baumwolle verdrängt. 

Wirtschaftliche Bedeutung

Flachs ist im letzten Jahrhundert durch den Import von Baumwolle und in jüngerer Zeit durch die Verwendung synthetischer Fasern als Faserpflanze völlig in den Hintergrund getreten. Heute findet der Anbau speziellen Faserleins vor allem in Russland, Belgien, Holland und Frankreich statt. Doch gewinnt der Flachs auch in Mitteleuropa als nachwachsender Rohstoff heute wieder zunehmend an Bedeutung.

Neben der Verwendung des Leinöls als wertvolles Speiseöl findet es durch seine besonderen physikalischen Eigenschaften industriell Verwendung in der Herstellung von Anstrichfarben, Lacken, Linoleum und Druckfarben und in der Papier-, Leder- und Wachsindustrie.

Publikationen

Wang et al. (2012) The genome of flax (Linum usitatissimum) assembled de novo from short shotgun sequence reads. The Plant Journal 72(3):461-473

Quelle

W. Franke (1992) Nutzpflanzenkunde, Thieme-Verlag, 5. Auflage

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