Gerste

Hordeum vulgare

Gerste - Hordeum vulgare
Gerste
Hordeum vulgare
Wissenschaftlicher Name Hordeum vulgare
Deutscher Name Gerste
Englischer Name barley
Familie Poaceae (Süßgräser)
Genomgröße (Basenpaare) 5.1 Gbp
Genomgröße (Gene) 32.000
Chromosomen diploid (2n =14)
Jahr der Sequenzierung 2012

Weltverbreitung

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Ursprungsgebiet
Anbaugebiete

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Beschreibung

Gerste zählt zu der Familie der Gräser (Poaceae). Die Pflanze wird 0,7-1,2 m hoch. Der Fruchtstand ist eine Ähre mit langen Grannen. Die Ähren sind im reifen Zustand geneigt bis hängend. Botanisch betrachtet sind die Körner einsamige Schließfrüchte (Karyopsen). Es gibt zwei- und mehrzeilige Ährenformen. Sommergerste ist meist zweizeilig, Wintergerste vierzeilig.

Gerste gedeiht am besten auf tiefgründigen, gut durchfeuchteten Böden. Aber auch mit ungünstigen Bedingungen kommt sie gut zurecht. Ihre Winterhärte ist weniger ausgeprägt als die von Weizen oder Roggen. Beim Anbau wird zwischen Winter- und Sommergerste unterschieden. Wintergerste ist ertragreicher und wird im September gesät. Die Ausbildung von Nebentrieben (Bestockungstriebe) ist vor dem Winter abgeschlossen. Aus ihnen entwickeln sich im Frühjahr die ährentragenden Halme. Nach den Phasen der Bestockung (Ausbildung von Seitensprossen), des Schossens (Streckung des Halms) und des Ährenschiebens folgt die Blüte. Gerste zählt zu den Selbstbefruchtern. In der Regel eröffnet die Wintergerste die Getreideernte. Die Aussaat der Sommergerste erfolgt im Frühjahr. Sie reift in weniger als 100 Tagen heran und benötigt deutlich weniger Wärme als die Wintergerste. Die Ernte erfolgt bei Gelb- bis Vollreife.

Die Gerste besitzt einen hohen Zelluloseanteil (ca. 8-15 %), da die Körner mit den Spelzen verwachsen sind. Die Gerstenkörner enthalten ohne Spelzen 60-70 % Kohlenhydrate (meist Stärke), 11 % Proteine, 10 % Ballaststoffe, jeweils 2 % Fett und Mineralien. 

Ursprung und Verbreitung

Ursprungsgebiete der Gerste sind der Vordere Orient und die östliche Balkanregion. Die ältesten Nachweise der Gerste lassen sich bis 10.500 v. Chr. zurückdatieren. Ab 7.000 v. Chr. begann die systematische Zuchtauswahl. Seit der Jungsteinzeit (5.000 v. Chr.) findet in Mitteleuropa Gerstenanbau statt. Während des Mittelalters war die Gerste nur in kühleren Regionen von Bedeutung. 

Wirtschaftliche Bedeutung

Erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist Gerste als ertragreiches Viehfutter geschätzt. Dank der Züchtung können die Erträge, vor allem auf anspruchsloseren Standorten, mit den Weizenerträgen konkurrieren. Zur menschlichen Ernährung werden Grieß, Graupen und Malzkaffee aus Gerste genutzt. Da Gerste arm an Gluten ist, wird sie zum Backen selten verwendet. 

Die Sommergerste dient hauptsächlich der Biererzeugung, da die Körner relativ wenig eiweiß (10 - 11 %) und viele Kohlenhydrate (> 65 %) enthalten.

Wintergerste liefert zwischen 50 und 90 Dezitonnen pro Hektar an Körnern, Sommergerste 40 bis 60 dt/ha.

Die größten Anbaugebiete Deutschlands liegen in Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg.

Publikationen

The International Barley Genome Sequencing Consortium (2012) A physical, genetic and functional sequence assembly of the barley genome. Nature 491:711–716

Mayer K. F. et al. (2011) Unlocking the barley genome by chromosomal and comparative genomics. Plant Cell 23(4):1249-63

Quellen

  • FAOSTAT – Food and Agriculture Organization of the United Nations (2012)
  • Pflanzen im Fokus, Redaktion pflanzenforschung.de
  • 3 minuten Info Gerste, f.m.a - information.medien.agrar e.V., Berlin

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