Mais

Zea mays

Mais - Zea mays
Mais
Zea mays
Wissenschaftlicher Name Zea mays
Deutscher Name Mais
Englischer Name maize, corn
Familie Poaceae (Süßgräser)
Genomgröße (Baasenpaare) 2,3 Gbp
Genomgröße (Gene) > 32.000
Chromosomen diploid (2n = 20)
Jahr der Sequenzierung 2009

Weltverbreitung

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Ursprungsgebiet
Anbaugebiete

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Beschreibung

Kulturmais ist eine einjährige, sommergrüne, kräftig gebaute Pflanze. Sie erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 3 m. Mais ist einhäusig: jede Pflanze trägt also sowohl männliche und als auch weibliche Blüten. Die weiblichen Blüten sitzen in mehreren, achselständigen Kolben, die von Scheidenblättern (Lieschen) umhüllt sind. Sie bilden einen langen Griffel (Maisfaser) heraus. Dieser fängt die vom Wind herangetragenen Pollen auf. Die männlichen Blüten (Rispen) befinden sich an der Spitze der Pflanze. Erst nach der Bestäubung der weiblichen Blüten entwickeln sich an den Kolbenachsen die Körner. Pro Pflanze bilden sich maximal nur 2 Kolben voll aus, obwohl sie mehrere weibliche Blütenansätze besitzt. Die Körner haben für gewöhnlich eine goldgelbe Farbe. In Mitteleuropa reicht die Blütezeit von Juli bis September.  

Bereits 3.000 v. Chr. wurde Mais in Mexiko angebaut. Aufgrund archäologischer Funde aus den Höhlen bei Puebla in Mexiko werden Urformen des Mais sogar auf 5.000 v. Chr. zurückdatiert. In Europa wurden Mais erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts angebaut. Christoph Kolumbus hatte die Pflanze in der Karibik entdeckt und nach Europa gebracht. Der Maisanbau erstreckte sich aufgrund der klimatischen Bedingungen zunächst über den Mittelmeerraum. Mais wurde in Deutschland im 16. und 17. Jahrhundert nur in Gärten klimatisch begünstigter Regionen, wie der Rheingegend oder Baden, gepflegt. Ursprünglich diente Mais als Futterpflanze und erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts existiert der Zuckermais. Dieser entstand vermutlich durch eine Mutation. Nach einer Pflanzenseuche zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Maissorten gezüchtet, die auch bei strengerem norddeutschem Klima problemlos gedeihen können. Die Anbauflächen blieben jedoch im 19. Jahrhundert gering und betrugen in Deutschland weniger als 1 %. Erst in den 1970er Jahren wurden an die mitteleuropäischen Standortverhältnisse angepasste Sorten entwickelt, so dass sich der Maisanbau deutschlandweit stark ausweitete.

Ursprung und Verbreitung

Der Ursprung des Mais liegt in Mittelamerika zwischen Peru und Mexiko. Als Urform des heutigen Mais gilt das unscheinbare Wildgras Teosinte. Die Blüten von Teosinte und Mais lassen sich kaum unterscheiden. Die Chromosomenzahl beider Pflanzen ist identisch. Auch können beide Arten miteinander kreuzen (hybridisieren). Die Fruchtstände beider Pflanzen unterscheiden sich hingegen deutlich. Während Mais die charakteristischen Kolben mit mehreren Körnerreihen entwickelt, bildet Teosinte keine derartigen Kolben aus. 2008 stellte man fest, dass Teosinte im zentralen Tal des Balsas im Süden Mexikos die Ausgangssorte des heutigen Mais darstellt. Dort fand man 7.000-8.000 Jahre alte Spuren des Wildgrases. Die Entwicklung des heutigen Kulturmaises, der sich ohne menschliche Hilfe nicht fortpflanzen kann, gilt daher als eine der größten Domestizierungsleistungen des Menschen: Im Laufe der letzten 4.000-5.000 Jahre wurde durch Auslese gewünschter Eigenschaften ein unscheinbares Wildgras zu einer Vielzahl der unterschiedlichsten Formen weiterentwickelt. Heute gibt es etwa 5.000 verschiedene Maissorten. 

Wirtschaftliche Bedeutung

Mais ist eine der weltweit wichtigsten Nutzpflanzen. In der Nutzung des Mais existieren sehr große Unterschiede zwischen den Entwicklungsländern und den Industrienationen. In den Entwicklungsländern wird der Mais überwiegend als Grundnahrungsmittel für die menschliche Ernährung eingesetzt. In den Industrieländern wird Mais dagegen vor allem als Nutztierfutter und in jüngerer Zeit als Energierohstoff verwendet, insbesondere zur Herstellung von Biokraftstoffen (Bioethanol) und Maissilage als Substrat für Biogasanlagen. Maisstärke spielt in der stofflichen Nutzung als Ausgangsprodukt für Biokunststoffe, als Fermentationsrohstoff und für sonstige Stärkenutzungen eine Rolle.

Publikationen

Schnable P. S. et al. (2009) The B73 maize genome: complexity, diversity, and dynamics. Science 326(5956):1112-5

Quellen

  • W. Franke (1992) Nutzpflanzenkunde, Thieme-Verlag, 5. Auflage
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung, Referat Öffentlichkeitsarbeit (2011) "Neues Gras" aus der neuen Welt. Geschichte, Bedeutung und Züchtung von Mais
  • National Center for Biotechnology Information, U.S. National Library of Medicine 
  • FAOSTAT – Food and Agriculture Organization of the United Nations (2012)
  • Pflanzen im Fokus, Redaktion pflanzenforschung.de

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