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Safrankrokus

Pflanze des Monats Februar

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Instagram | 07.02.2022

"Wilder Safrankrokus" von Abdullah Yusuf, TU-Dresden

Das teuerste Gewürz der Welt kennt nun seine Elternpflanzen

Das teuerste #Gewürz der Welt ist #Safran. Bereits in der Antike galt er als Kostbarkeit, als auserlesenes Geschenk für Herrscher. Man gewinnt das Luxusgewürz aus den kleinen Stempelfäden des Safrankrokusses, bot. "Crocus sativus" [Bild: "Wilder #Safrankrokus" von Abdullah Yusuf]. Für 1 kg Safran müssen 150.000 - 300.000 Blüten per Hand mit viel Fingerspitzengefühl geerntet werden (daher die hohe Wertschätzung). Zurzeit produziert Iran ca. 90% des Weltmarktanteils, angebaut wird das gelbe Gold auch u.a. in Südeuropa, sogar in Deutschland.

Der Safrankrokus ist eine von über 230 #Krokus-Arten. Er blüht violett im Herbst, also anders als unser heimisches Pendant, das nun den Frühling bunt ankündigt. Safrankrokus ist ein Hybrid, d.h. er kann sich nicht über Samen oder Pollen fortpflanzen. Seit über 3000 Jahren hat jeder Safrankrokus dasselbe Genom. Er ließ sich bislang nicht züchten, da die Elternpflanzen lange unbekannt waren.
Ein Jahrhundert lang debattierten Biologen über den evolutionären Ursprung, bis Forschende der TU Dresden das Geheimnis um die Elternpflanzen mittels #Gentechnik lüfteten: Der Safran-Krokus stammt von 2 genetisch unterschiedlichen Exemplaren der Krokus-Wildart „Crocus cartwrightianus“ ab, der hauptsächlich auf dem Balkan und in Griechenland vorkommt.
 

Apropos: der griechische #Göttervater #Zeus soll auf einem Safran-Bett geschlafen haben, reiche Römer sollen Safranfäden auf ihre Hochzeitsbetten gestreut haben. Womöglich kommt daher der lateinische Spruch „dormivit in sacco croci“' ("er/sie/es schlief in einem Bett aus Safran" - das soll einen Zustand unbeschwerter Heiterkeit ausdrücken). In unserem Volkslied „Backe, backe Kuchen“ macht Safran den Kuchen "gehl“, viele verstehen darunter „gelb“. Denn das passt zu seiner Funktionsweise und Namen: Schließlich leitet sich Safran, der einen Teig (oder Paella, Wolle, Seide…) gelblich färbt, namentlich aus dem arabischen Wort „Za’faran“ = „Das Gelbe“ ab.


An der TU Dresden arbeitet der Pflanzenforscher Abdullah Yusuf. Er reichte sein wunderschönes Foto "wilder Safrankrokus" aus dem TU-Gewächshaus ein, zum #Fotowettbewerb der Pflanzenforschung.

Weitere wunderschöne Fotos aus dem Fotowettbwerb inklusive der TopTen findet ihr hier.

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