Neupositionierung getreu dem Motto „Mit Wissen Zukunft gestalten“

05.11.2009 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Leibniz Universität Hannover (Bild: © Universität Hannover)
Leibniz Universität Hannover (Bild: © Universität Hannover)

Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover: Obwohl die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover über ein hohes wissenschaftliches Potenzial verfügt, wird sie in der Öffentlichkeit eher nicht als Elitenschmiede gesehen. Daher hat es sich die Hochschule zum Ziel gesetzt, zukünftig besser wahrgenommen zu werden.

GOTTFRIED WILHELM LEIBNIZ UNIVERSITÄT HANNOVER

Und vielleicht in den nächsten Jahren in einem Atemzug mit dem begehrten Wort „Exzellenz“ genannt zu werden. Durch eine Neupositionierung und strategische Neuausrichtung möchte die Lehrstätte bis 2013 ihr Profil schärfen. Davon können auch Pflanzenwissenschaftler profitieren.

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover wurde 1831 von Karl Karmasch, einem Privatgelehrten, als "Höhere Gewerbeschule zu Hannover“ mit 64 Schülern gegründet. Heute zählt die Hochschule rund 21 000 Studierende. 1 110 Beschäftigte, davon 315 Professorinnen und Professoren, sind in Forschung und Lehre in 160 Studiengängen an den neun Fakultäten der Universität tätig.

Seit drei Jahren strebt die Universität kontinuierlich eine strategische Neuausrichtung und Fortentwicklung an. Der Prozess begann 2006 mit der Umbenennung der Hochschule von Universität Hannover in Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. Ein Jahr später folgte die Einführung eines neuen Leitbildes. Dieses beinhaltet u.a. das Anstreben von Exzellenz in Lehre und Forschung. Konkret sieht der „Entwicklungsplan 2013“ der Lehrstätte unter vielen anderen Aspekten eine weitergehende Förderung und Festigung von Lehre und Forschung vor. Um sich national sowie international besser positionieren zu können und den Anforderungen einer modernen Hochschule gerecht zu werden, sollen in den folgenden Jahren mehrere Veränderungen durchgeführt werden. 

Pflanzenforscher bekommen forschungsstärkeres Profil

Für Pflanzenforscher ist hierbei relevant, dass die Uni verstärkt in die Forschungsbereiche Angewandte Pflanzenbiotechnologie und International Horticulture investieren will. Auch ein bisheriges Manko im Universitätsbild soll bald der Vergangenheit angehören. In den nächsten Jahren soll jede Fakultät ihre eigene Graduiertenschule bekommen. Um wissenschaftliche Exzellenz und Wettbewerbsfähigkeit zu erlangen, wird hier vor allem auf den Nachwuchs gesetzt. Ganz im Sinne des Hochschulmottos „Mit Wissen Zukunft gestalten“. Für die Naturwissenschaftliche Fakultät steht der Aufbau einer eigenen, interdisziplinären Doktorandenschule, der Hannover International Graduate School for Natural Sciences fest auf dem Zukunftsprogramm.

Auch die bisherige Unsichtbarkeit bei koordinierten Forschungsprojekten nimmt die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover in Angriff. Die DFG Forschergruppe „Engineering plants and production systems for hot and humid environments -  an interactive chain approach for innovative vegetable quality“ (FOR 431) soll hierbei helfen mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Die Forschergruppe ist stark interdisziplinär ausgerichtet und analysiert die Produktionskette von der Bereitstellung der Pflanzen bis zum Markt.

Spezialgebiet Proteomik bringt international Aufmerksamkeit und Anerkennung

Passend zum Kurs den die Fakultät in Zukunft fahren will, konnten sich die Pflanzenforscher kürzlich über eine schöne Bestätigung aus der Fachwelt freuen. Die Life Sciences Fachzeitschrift „Laborjournal“ hat für den Bereich Pflanzenforschung ein neues Ranking veröffentlicht. Grundlage der Wertung war die Zitationshäufigkeit in den Jahren 2003 bis 2006. Gut weg kamen dabei aber nicht nur die sehr starken Max-Planck-Institute.

Auch einige Universitäten und ihre führenden Köpfe schafften es unter die Top 40, darunter Prof. Hans-Peter Braun des Instituts für Pflanzengenetik an der Leibniz Universität Hannover. Die Hochschule errang Platz 35 und ist darüber hoch erfreut: „Das ist ein sehr beachtlicher Erfolg für ein Universitätsinstitut“, ließ Prof. Udo Schmitz, Leiter der Abteilung Pflanzenmolekularbiologie des Instituts für Pflanzengenetik und Studiendekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Uni verlauten. Besonders in Anbetracht der viel höheren finanziellen und personellen Möglichkeiten der außeruniversitären Forschungseinrichtungen, sei es für eine Uni besonders positiv, wenn sie sich platzieren kann.

675 Mal wurden die insgesamt 25 Publikationen von Professor Braun in der Fachwelt in dem untersuchten Zeitraum zitiert. Der Forscher mit dem Spezialgebiet Proteomik war ebenfalls angetan: „Ich freue mich sehr über den Erfolg des Ranking. Wir fühlen uns bestätigt, dass die Forschungsrichtung, die ich mit meiner Arbeitsgruppe an der Leibniz Universität Hannover etabliert habe, international Anerkennung findet“. Sein Forschungsschwerpunkt umfasst den Stress- und Energiestoffwechsel von Pflanzen. Die Proteomik beschäftigt sich mit dem Proteom, welches als die Gesamtheit aller Proteine einer Zelle zu verstehen ist.

Neue Forschungsgruppe der Lebenswissenschaften bewilligt

Neben dem Institut für Pflanzengenetik hat die Leibniz Universität Hannover noch 20 weitere Institute an seiner Naturwissenschaftlichen Fakultät. Im Bereich Pflanzenforschung die Einrichtungen für Pflanzenernährung, Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz. Daneben werden auch die Themenbereiche Bodenkunde, Botanik, Lebensmittelwissenschaft und Ökotrophologie, und  Zierpflanzen- und Gehölzwissenschaften mit eigenen Instituten bedacht. Die Forschung bündelt sich in fünf Forschungszentren und Forschungsinitiativen und einem medizinischen Exzellenzcluster.

Die Lebenswissenschaften erhalten bald eine neue Forschungsgruppe. Erst im Juni hatte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Förderung in Höhe von 2 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre für das Projekt "Photorespiration: Origins and Metabolic Integration in Interacting Compartments" (FOR 1186) beschlossen. Die Forschergruppe an der die Universitäten Düsseldorf, Hannover, Köln, Rostock, das Helmholtz-Forschungszentrum Jülich, sowie das Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie Golm beteiligt sind, will den Schutzmechanismus der lichtabhängigen Freisetzung von Kohlendioxid während der Fotosynthese untersuchen.

Hans-Peter Braun vom Hannoveraner Institut für Pflanzengenetik ist mit von der Partie, ebenso wie sein Kollege Christoph Peterhänsel vom Lehrstuhl für Botanik. Ein schöner Zusatz zum „Entwicklungsplan 2013“. 

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