Posttranslational(e) Modifikation

Sammelbegriff für nach der Translation ablaufende Proteinveränderungen.

Posttranslationale Proteinveränderungen finden nach der Translation statt. Diese Veränderungen können die Funktion dieser Eiweiße beeinflussen. Die Prozesse der Proteinveränderung können direkt am Entstehungsort der Eiweiße (den Ribosomen), an anderen Zellorganellen oder erst außerhalb der, das jeweilige Eiweiß, produzierenden Zelle ablaufen.

Neben beabsichtigten Proteinveränderungen können auch ungewollte Proteinmodifikationen auftreten.

Zellen besitzen eine Vielzahl von Möglichkeiten, ihre Proteine gezielt zu verändern. Enzymen, die eigens für die Proteinmodifikation von der Zelle gebildet werden, steuern diese Prozesse. Proteinmodifikationsprozesse können konstitutiv ablaufen oder aber durch Umwelteinflüsse beeinflusst werden.

Man unterscheidet u.a. die folgenden Vorgänge zur Herausbildung neuer funktionaler Proteine:

  • die Abspaltung von Formyl- oder Methionylresten oder von Signalsequenzen
  • ein selektives Herausschneiden von Teilsequenzen des Proteins
  • eine Proteininaktivierung und –fragmentierung durch Proteolyse
  • das Hinzufügen von funktionellen Gruppen durch z.B. Phosphorylierung, Hydroxylierung, Glykosylierung, Ubiquitinylierung, Acetylierung, Methylierung
  • das Hinzufügen von Bindungen wie z.B. Disulfidbrücken, Isopeptidbindungen
  • die Veränderung der Faltung des Eiweißes durch Chaperone
  • die Bildung von Proteinkomplexen aus Untereinheiten
  • die gezielte Veränderung einzelner Aminosäuren oder
  • die Bindung (Komplexierung) von Ionen oder niedermolekularen Substanzen

Siehe auch: Protein

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