Niederschlagsrückgang war der Untergang der Maya

24.02.2012 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Dürren könnten die Maya zur Auswanderung getrieben haben. (Quelle: © iStockphoto.com/ victor zastol`skiy)
Dürren könnten die Maya zur Auswanderung getrieben haben. (Quelle: © iStockphoto.com/ victor zastol`skiy)

Der Klimawandel gilt schon lange Zeit als eine Ursache für den Zerfall der Maya-Zivilisation in Mittelamerika. Dies konnte anhand von Untersuchungen nun untermauert werden: Ausbleibender Regen führte zu Dürreperioden, die wahrscheinlich für den gesellschaftlichen Zusammenbruch verantwortlich waren.

Es gibt viele Theorien, warum die einst blühende Zivilisation der Maya ein Ende nahm. Das Volk der Maya besiedelte die Halbinsel Yucatán in Mexiko sowie Teile von Guatemala, Honduras und Belize. Um etwa 800 bis 1.000 n. Chr. kam es zu einem rapiden Bevölkerungsrückgang, als viele Maya-Zentren von ihren Bewohnern verlassen wurden. Die Gründe für den gesellschaftlichen Zusammenbruch der Hochkultur sind bisher umstritten.

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In ihrer Blütezeit waren die Maya eine mächtige Hochkultur (Quelle: © Bandan / wikipedia.de)

In ihrer Blütezeit waren die Maya eine mächtige Hochkultur (Quelle: © Bandan / wikipedia.de)

Eine klimatische Veränderung ist ein möglicher Erklärungsansatz für dieses Phänomen. Man vermutete, dass zeitgleich eingetretene Dürren der Auslöser gewesen sein könnten. Eine Studie belegt diese Theorie: Eine Reduzierung des jährlichen Niederschlags um bis zu 40% führte zu mehreren Trockenperioden.

Die Forscher rekonstruierten dafür die Niederschlagsrate in Mexiko und Zentralamerika, indem sie das Sediment mehrerer Seen und Stalagmiten, also vom Boden einer Höhle emporwachsende Tropfsteine, untersuchten. Stalagmiten entstehen durch Tropfwasser, welches von Höhlendecken herunter topft und dort Minerale ablagert. Sie fanden heraus, dass es zwar zu Niederschlagsrückgängen kam, diese jedoch nicht so hoch waren, wie zuvor angenommen. Trotzdem genügte diese Wasser-knappheit vermutlich, um drastische sozio-politische Veränderungen einzuläuten. Der Wassermangel rief wahrscheinlich Unruhen in der Bevölkerung hervor, die letztlich zu der Abwanderung geführt haben, so die Forscher.

Sie führten den Wassermangel auf den Rückgang der Nieder-schlagsmenge in den sonst regenreichen Sommermonaten zurück. Die Tropenstürme nahmen in ihrer Häufigkeit und Intensität ab und waren Ursache für Missernten. Die starken Regenschauer während den Tropenstürmen sorgen für das nötige Grundwasser, welches als Wasserreservoir einer intensiv betriebenen Landwirtschaft unentbehrlich ist. Da es in der kargen Landschaft Yucatáns keine Flüsse gibt, war der Wassermangel besonders verheerend. Die Bauern waren auf die regelmäßigen Stürme und diese begleitenden Regenfälle angewiesen.
Durch die heutigen klimatischen Veränderungen ist es vorstellbar, dass sich dies wiederholen könnte. Im Zuge der globalen Erwärmung könnte es wieder zu Niederschlagsrückgängen kommen. Sinkende Ernteerträge oder gar - ausfälle aufgrund von Dürren wären angesichts der wachsenden Weltbevölkerung dramatisch. Wasserarmut könnte ein ernst zu nehmendes Problem werden.

Pflanzen sind allerdings in der Lage sich an wechselnde Umwelt-bedingungen anzupassen. So haben einige Abwehrmechanismen entwickelt, die sie vor dem Austrocknen schützen. Die Erhöhung der Toleranz gegen Trockenheit ist eines der zentralen Forschungsfelder der Pflanzenforscher weltweit.   

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