Weinbau in der Klimafalle?

Einladung zum Online-Talk mit Weinverkostung am 5. November 2021

12.10.2021 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Das Forschungsteam am Institut für Rebenzüchtung in Siebeldingen (Julius Kühn-Institut). Hier arbeiten sie daran, die Züchtung widerstandsfähiger Rebsorten mit Hilfe digitaler Verfahren zu beschleunigen. (Bildquelle: © Julius Kühn-Institut)

Das Forschungsteam am Institut für Rebenzüchtung in Siebeldingen (Julius Kühn-Institut). Hier arbeiten sie daran, die Züchtung widerstandsfähiger Rebsorten mit Hilfe digitaler Verfahren zu beschleunigen. (Bildquelle: © Julius Kühn-Institut)

Wie kann die Forschung dabei helfen, den Weinbau in Zeiten des Klimawandels zukunftsfähig zu machen? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer Online-Veranstaltung mit Expertinnen und Experten aus Züchtungsforschung, Weinbau und Weinproduktion. Es geht um neue Strategien für den Weinberg von Morgen.

Der Klimawandel stellt Weinbau und Züchtung vor immense Aufgaben. Zunehmende Wetterextreme führen immer öfter zu idealen Bedingungen für Schädlinge und Schaderreger der Rebe. Beispielsweise führten das verregnete Frühjahr und der Sommer 2021 zu einem sehr hohen Befallsdruck durch den Erreger des Falschen Mehltaus, was zu Ertragsausfällen und verminderten Qualitäten führen kann.

Außerdem können vermehrt Spätfröste oder Hitzewellen zu Ertragsrückgängen führen. Hinzu kommt: Trauben reifen in Jahren mit erhöhter Durchschnittstemperatur früher und es besteht die Gefahr, dass besonders die Weißweine ihren spritzigen Charakter verlieren, für den deutscher Wein geschätzt wird.

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Der „PHENObot“ ist ein Phänotypisierungsroboter. Unter dem komplizierten Name verbirgt sich ein Freilandroboter, der automatisiert die äußerlichen Merkmale (Phänotyp) von Weinreben direkt an den Rebstöcken im Weinberg erfassen kann.

Der „PHENObot“ ist ein Phänotypisierungsroboter. Unter dem komplizierten Name verbirgt sich ein Freilandroboter, der automatisiert die äußerlichen Merkmale (Phänotyp) von Weinreben direkt an den Rebstöcken im Weinberg erfassen kann.

Bildquelle: © Ursula Brühl, Julius Kühn-Institut Siebeldingen

Es braucht widerstandsfähige Rebsorten

Ein Sortenwandel steht daher im deutschen Weinbau an. Widerstandsfähigere Rebsorten sind gefragt, die auch in Zukunft noch hochwertige Weine hervorbringen. Expertinnen und Experten im Studio geben dazu einen multimedialen Ausblick, stellen bei einer Verkostung Weine nachhaltiger neuer Rebsorten vor und diskutieren mit dem Publikum: Was soll und kann die Forschung leisten, um den deutschen Weinbau fit für die Zukunft zu machen? Es geht um klassische Resistenzzüchtung und auch um innovative Techniken wie digitale Methoden.

Drei Online-Veranstaltungen

Insgesamt werden drei Online-Veranstaltungen angeboten. Nach dem Thema Wein am 5. November 2021 (zur Registrierungsseite) beschäftigte sich die zweite Veranstaltung mit den Herausforderungen des Klimawandels für den Obstbau (24. November 2021). Die abschließende Veranstaltung im Dezember gibt einen zusammenfassenden Ausblick auf die Zukunft der Landwirtschaft im Klimawandel.

Mit der Veranstaltungsreihe wollen die Wissenschaftler:innen des Julius Kühn Instituts „Licht ins Dunkel bringen“ und gemeinsam mit den Gästen im Studio und den Teilnehmenden zu Hause lebhaft diskutieren und sie auf den „Geschmack der Zukunft“ bringen.

Anmeldung für den 5. November

Programm und Registrierung

Über das Projekt

Diese Veranstaltung des Julius Kühn-Instituts ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Vorhaben (Projekt MaKOWIZ - Management des Klimawandels im Obst- und Weinbau mit innovativer Züchtung) im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2020|21 – Bioökonomie.

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Video: „Kollege Roboter unterstützt die Züchter“. Die Merkmale tausender Pflanzen wie Traubengröße, Farbe oder Gesundheitszustand müssen heute noch per Hand erfasst werden. Für diese Arbeiten haben die Forscher:innen des Julius Kühn-Instituts nun einen Roboter und andere fahrbare Sensoren entwickelt.

Videoquelle: © Pflanzenforschung.de

Das Wissenschaftsjahr widmet sich der Bioökonomie, also einer nachhaltigen und biobasierten Wirtschaftsweise, die nicht mehr auf fossilen Rohstoffen basiert.

Die Verknappung von Ressourcen, wachsende Weltbevölkerung, Artenschwund und Klimawandel machen eine Umstellung der Wirtschaftsweise unumgänglich. Die Bioökonomie-Forschung schafft Innovationen, die Antworten auf diese Herausforderungen geben können.

In 32 Vorhaben im Rahmen des Wissenschaftsjahres wird die Bioökonomie-Forschung in zahlreichen interaktiven Veranstaltungsformaten in die Öffentlichkeit getragen. Diskussionsrunden und Mitmachformate bieten die Möglichkeit für Bürgerinnen und Bürgern, sich über die Bioökonomie zu informieren, sich auszutauschen und den Wandel aktiv mitzugestalten.


Zum Weiterlesen:

Titelbild: Das Forschungsteam am Institut für Rebenzüchtung in Siebeldingen (Julius Kühn-Institut). Hier arbeiten sie daran, die Züchtung widerstandsfähiger Rebsorten mit Hilfe digitaler Verfahren zu beschleunigen. (Bildquelle: © Julius Kühn-Institut)