Pflanzenautos – Dasselbe in „Grün“

Mobilität gestern, heute und morgen

09.12.2013 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Autos sollen nachhaltiger werden! Von der Verarbeitung über die Nutzung bis hin zur Wiederverwertung unserer ausgedienten Autos. (Quelle: © Pflanzenforschung.de)
Autos sollen nachhaltiger werden! Von der Verarbeitung über die Nutzung bis hin zur Wiederverwertung unserer ausgedienten Autos. (Quelle: © Pflanzenforschung.de)

Mobilität erscheint auf den ersten Blick als ein Phänomen der Neuzeit, der Industrialisierung und Globalisierung. Dieser Blick trügt. Mobil zu sein ist ein menschlicher Wesenszug. Jedoch stößt die von uns praktizierte Mobilität immer mehr an ihre Grenzen. Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz aber auch Verkehrs-, Stadt- und Landschaftsplanung fordern Veränderungen bei der Gestaltung der Mobilität von morgen. Mit dem Plantainment „Pflanzenautos – Dasselbe in Grün?“ zeigen wir Herausforderungen und Lösungsansätze auf. 

Bereits Kleinkinder lassen beim Spielen die Motoren brummen. Von alters her nutzt der Mensch Hilfsmittel, um uns oder unsere Waren zwischen zwei Orten zu bewegen. Tiere, Schlitten, Räder, Baumstämme oder Kutschen stehen für die Beschleunigung des menschlichen Seins. Später kamen Maschinen wie Lokomotiven, Flugapparate und natürlich das Automobil hinzu. Aus unserem Alltag ist individuelle Mobilität nicht mehr wegzudenken.

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Symbol des deutschen Wirtschaftswunders: Am 5. August 1955 rollte der einmillionste VW-Käfer über die Ladentheke.

Symbol des deutschen Wirtschaftswunders: Am 5. August 1955 rollte der einmillionste VW-Käfer über die Ladentheke.

Bildquelle: © Mewtu / wikimedia.org

Mobile Sprünge

Für einen Blick in die Zukunft hilft auch der Blick zurück. Bis vor etwas mehr als 100 Jahren wurden Wege in der Regel zu Fuß zurückgelegt. Die Arbeits- und die Lebenswelten waren lokal gesehen Eins. Der tägliche Weg zur Arbeit von Pendlern und Berufsnomaden waren noch unbekannt. Weltmärkte gab es nur für wenige ausgewählte Produkte. Auch der Massentourismus war ein noch unbekanntes Phänomen. Mit der Industrialisierung, Ende des 19. Jahrhunderts, änderte sich dies schlagartig. Es begann die Zeit der Massenmobilität.

Verkehrswege wurden zu Fern- und Nahverkehrsnetzwerken ausgebaut. In den 50iger Jahren des 20. Jahrhunderts eroberten private Personenkraftwagen die Straßen und wurden zum Massengut. Mit dem Pkw veränderten sich auch die Lebens-, Arbeits- und Konsumgewohnheiten. Anfänglich waren es Isetta, Velo-Solex oder Vespa die mit Verbrennungsmotoren Menschen in Bewegung setzten. Bereits in den 60iger Jahren wurden Autos wie der Käfer oder der Kadett zum Massenprodukt. Das Automobil wurde zum Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs. Heute legt eine Person in Deutschland täglich durchschnittlich 11,7 Kilometer zurück. Das Auto nimmt in unserer Mobilität den größten Stellenwert ein. 55 Prozent aller Distanzen werden mit dem Auto zurückgelegt. 78 Prozent der Haushalte verfügen über mindestens ein Auto, und 80 Prozent der volljährigen Bevölkerung besitzt einen Führerschein.

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Autobahnen: Hier soll man schnell von A nach B kommen. Auf ihnen dürfen Fahrzeuge nur fahren, wenn ihre Höchstgeschwindigkeit mehr als 60 km/h beträgt.

Autobahnen: Hier soll man schnell von A nach B kommen. Auf ihnen dürfen Fahrzeuge nur fahren, wenn ihre Höchstgeschwindigkeit mehr als 60 km/h beträgt.

Bildquelle: © Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Mobilität zeigt Wirkung

Mit dem Pkw als Massenphänomen bildete sich der größte Wirtschaftssektor für Deutschland, der Fahrzeugbau. Das Wort „Autobahn“ ist sogar eines der wenigen deutschen Worte die in den internationalen Sprachgebrauch übergegangen sind. Und die Klangpioniere von Kraftwerk haben mit „Autobahn“ einen Hit gelandet.

Die Automobilproduktion steht heute für 3,9 Prozent des deutschen Bruttosozialprodukts. Gut ein Drittel der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in Deutschland fließen direkt oder indirekt in das Auto. Insgesamt 730 Millionen Menschen werden im Sektor beschäftigt. Aber auch 20 Prozent des gesamten Treibhausgasausstoßes gehen auf das Auto zurück. Versiegelte Flächen durch den Straßenbau bedecken knapp über 2 Prozent der Fläche Deutschlands. Lärm, Feinstaubbelastung, zerschnittene Landschaften und Milliarden Ausgaben für den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur sind die Kehrseite des modernen Lebens.  

Pflanzenautos als Alternative

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Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Das Foto zeigt die Elektro-Ladestation eines Carsharing-Anbieters  in San Francisco.

Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Das Foto zeigt die Elektro-Ladestation eines Carsharing-Anbieters in San Francisco.

Bildquelle: © Felix Kramer / wikimedia.org

Eine Lösung der mit dem Auto verbundenen Probleme könnte in einer intelligenten Kombination unterschiedlicher Mobilitätssysteme liegen. Damit ist die bessere Integration und Abstimmung des individuellen, öffentlichen und privaten Nah- und Fernverkehr gemeint. Ökonomischer und ökologischer würden Verkehrssysteme z.B. durch die bessere Integration von Fahrrad- und Fußwegen oder eine noch bessere, individuell abgestimmte Verfügbarkeit gemeinsam genutzten oder gemieteten Eigentums, wie dies bei Car Sharing Modellen in ersten Ansätzen praktiziert wird.

Potenzial liegt jedoch sowohl in der Veränderung unseres Nutzungsverhaltens als auch in der Veränderung der Automobile selbst. Nicht schneller, schwerer, größer, sondern nachhaltiger vom ersten Produktionsschritt an, so lautet die Devise: Von der Verarbeitung und Nutzung bis hin zur Wiederverwertung eines ausgedienten Autos. Auch hier sind neue Lösungen gefragt, die junge Forscher und Entwickler aus unterschiedlichen Fachbereichen angehen müssen.

Pflanzenforschung.de nimmt Sie mit auf die Reise zu den Möglichkeiten die Pflanzen bieten, die Mobilität zu verändern. Schreiben Sie uns Ihre Ideen und Gedanken zum Thema Mobilität. Ergänzen und erweitern Sie das Gezeigte mit Ihren Kommentaren. Sehr gerne geben wir Ihnen Raum, das Auto von Morgen auf www.pflanzenforschung.de zu entwickeln.

Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken.  

 

Die Redaktion von Pflanzenforschung.de    

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